Landesliga Niederrhein 1

Kurioses Vater-Sohn-Duell in Wülfrath

RevierSport
09. Oktober 2020, 14:06 Uhr
Darko Tomic (r.), hier noch im Trikot von Germania Ratingen, trifft am Wochenende auf seinen Vater Goran. Foto: Thorsten Tillmann

Darko Tomic (r.), hier noch im Trikot von Germania Ratingen, trifft am Wochenende auf seinen Vater Goran. Foto: Thorsten Tillmann

Für Goran Tomic und seinen Sohn Darko ist das Landesligaspiel zwischen dem 1. FC Wülfrath und dem MSV Düsseldorf ein ganz besonderes: Während der Vater beim Gastgeber als Trainer an der Seitenlinie steht, spielt der Sohn beim Gegner in der Verteidigung.

Am Sonntag (15 Uhr) heißt es in der Landesliga Niederrhein 1: 1. FC Wülfrath gegen den MSV Düsseldorf. Während es für die meisten ein ganz normales Amateurfußballspiel sein wird, sind Goran und Darko Tomic vor dieser Partie auf besondere Weise hochmotiviert – es geht für die beiden nämlich nicht nur um drei Punkte, sondern auch buchstäblich darum, zu zeigen, wer der Herr im Haus ist: Die Partie in Wülfrath ist das erste Vater-Sohn-Duell zwischen dem Heimtrainer Goran und dem Düsseldorfer Abwehrspieler Darko.

Der 15-malige Oberligaspieler Darko Tomic heuerte im Sommer beim MSV Düsseldorf an, der momentan mit zwölf Punkten aus fünf Spielen den ersten Platz in der Landesliga belegt. Im Gespräch mit RevierSport verrät der 20-Jährige die Beweggründe für seinen Wechsel von seinem langjährigen Ex-Verein Germania Ratingen in die Landeshauptstadt.


„Ich habe sehr lange für Ratingen gespielt und fand, dass es einfach mal Zeit für etwas Neues war. Der alte Düsseldorf-Trainer Deniz Aktag hat dann die Gespräche mit mir aufgenommen. Ich dachte mir: Ich konzentriere mich jetzt lieber auf meine Ausbildung als Groß- und Außenhandelskaufmann und gehe dafür fußballerisch einen Schritt zurück“, berichtet der Abwehrmann des MSV, für den es mit seinem neuen Verein unter dem neuen Trainer Mohamed El Mimouni jr. zu Saisonbeginn nahezu optimal läuft. „Das letzte Spiel war etwas unglücklich für uns, da haben wir gegen Süchteln die erste Niederlage einstecken müssen. Ansonsten haben mich die Jungs aber sehr gut aufgenommen und ich fühle mich sehr wohl“, sagt Tomic. 

Der Vater trainierte den Sohn in Ratingen

Über seinen Vater Goran, der ihn zu gemeinsamen Zeiten beim Oberligisten Germania Ratingen sowohl in der U19 als auch in der ersten Mannschaft als Co-Trainer betreute und auch schon bei TuRU Düsseldorf und den Sportfreunden Baumberg auf der Bank saß, weiß Darko vor allem eines: „Er ist ein sehr ehrgeiziger Mensch. Auch, wenn wir nur gemeinsam laufen oder etwas anderes mit Wettkampfcharakter tun, will er immer gewinnen. Da kennt er kein Erbarmen“, lacht der Neu-Düsseldorfer, der sich bewusst ist, dass sein Vater dessen Elf vor dem Spiel gegen den Tabellenführer bis in die Haarspitzen motivieren wird. 


Dies kann Goran Tomic selbst nur bestätigen. „Klar will ich gewinnen. Ich verliere sehr ungern, vor allem nicht in einem so besonderen Spiel, das du sicherlich nur ein- oder zweimal im Leben erlebst“, sagt der 44-Jährige. Er fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Wir necken und ärgern uns auch oft zu Hause. Wenn er gewinnt, kann er aber auf jeden Fall noch an meinem Tisch sitzen.“ 

Denn auf dem Platz sei Darko anders als im Privatleben: „Zu Hause bleibt er dann eher der Ruhigere, auf dem Spielfeld ist er aber hochemotional. Er ist ein sehr zweikampfstarker Spieler, der aber auch technisch beschlagen ist und 90 Minuten lang alles reinwirft“, verrät der Vater über den Sohn, der für den MSV Düsseldorf in dieser Saison bisher viermal auf dem Platz stand und dabei ein Tor vorbereitete.

Der Saisonstart verlief für den 1. FC Wülfrath durchwachsen: Aus drei Spielen holten die Niederbergischen vier Punkte. Zuletzt gab es ein 0:1 gegen die Holzheimer SG. „Wir sind dennoch absolut im Soll, auch wenn es der ein oder andere Punkt mehr hätte sein können. Unser Saisonziel ist ganz klar der Klassenerhalt“, gibt Goran Tomic die Marschroute vor. Sein Sohn dagegen hat da schon andere Pläne. „Unser Coach schaut nie auf die Tabelle. Ich hoffe aber natürlich, dass wir den Aufstieg schaffen“, sagt Darko Tomic. 

Autor: Leon Peters

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