Amateure

Kein Kontaktsport in Duisburg: Können weitere Städte folgen?

Stefan Loyda
23. Oktober 2020, 15:20 Uhr
In Duisburg wird mindestens mal am Wochenende der Ball ruhen. Symbolfoto: Ingo Otto

In Duisburg wird mindestens mal am Wochenende der Ball ruhen. Symbolfoto: Ingo Otto

Nach dem Kontaktsportverbot in Duisburg sind viele Amateursportler verunsichert, ob auch in ihrer Stadt eine solche Verfügung ausgesprochen werden könnte. RevierSport hat bei der Staatskanzlei NRW nachgefragt.

Die zweite Welle ist da. Jeden Tag vermelden die meisten Städte in Nordrhein-Westfalen einen Anstieg ihrer Inzidenzwerte, sprich der Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Am Freitag meldete nach Aachen, Köln, Duisburg, Düren, Solingen, Remscheid, Gelsenkirchen, Marl, Herne und Recklinghausen auch Düsseldorf einen Wert über 100. Und nach vergangenem Mittwoch bekommen in diesen Städten viele Amateurfußballer das große Zittern.

Nachdem vor zwei Wochen schon der Fußballkreis Unna-Hamm selbst den Spielbetrieb untersagt hatte, kam nun der Krisenstab Duisburg zur umstrittenen Entscheidung: Neben dem Schulsport und dem Sport in Hallen wird auch der Kontaktsport im Freien untersagt. Das heißt, dass am Wochenende der Amateurfußball in der Stadt Duisburg ruht. Die Duisburger Amateurteams dürfen maximal kontaktfrei trainieren. Der Spielbetrieb im Fußballkreis geht jedoch weiter. Die Spiele wurden nun, wenn möglich, nach Mülheim und Dinslaken verlegt. Für wie lange dieses Verbot gilt, ist derzeit noch unklar.

Amateurfußball ist kein Spreader-Event

Doch droht ein solches Szenario auch in anderen Städten? Auszuschließen ist das nicht. RevierSport hat bei der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen angefragt, inwieweit in den kommenden Wochen weitere Verschärfungen der Maßnahmen im Amateursport kommen könnten. „Gegenwärtig sind aufgrund der epidemiologischen Entwicklung keine belastbaren Aussagen zur Verschärfung von Maßnahmen zum Coronaschutz im Amateursport möglich“, teilte die Staatskanzlei mit. Dies gelte ebenso für die Zulassung von Zuschauerinnen und Zuschauern wie für den Spiel- und Trainingsbetrieb. „Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Coronaschutzverordnung des Landes den Rahmen vorgibt, die durch Regelungen der örtlichen Behörden aufgrund der lokalen Verhältnisse restriktiver gefasst werden kann.“

Eine Entwarnung ist das nicht, allerdings haben viele Städte, die einen höheren Inzidenzwert als Duisburg haben, bisher auf eine solche Maßnahme verzichtet. Schließlich gilt der Sport im Freien nicht als ein sogenanntes Spreader-Event. Bisher hat sich auch die Methode des FVN bewährt, Spiele, bei denen Spieler unter Corona-Verdacht oder in Quarantäne stehen oder gar positiv getestet wurden, abzusetzen. Stand Mittwoch wurden von 5640 Spielen im gesamten Verbandsgebiet 217 (3,85 Prozent) verlegt. „Natürlich beobachten wir die Inzidenz-Werte, aber es ist nicht so, dass sich dieses Verbot vorher angedeutet hätte. Wir führen akribisch Buch und unsere Methode hat sich bislang bewährt“, erklärte FVN-Pressesprecher Henrik Lerch am Donnerstag.

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