Im Juli 2019 sorgte Hüseyin Bulut für Aufsehen. Nach acht Jahren verließ der hoch veranlagte Mittelfeldspieler Borussia Dortmunds Nachwuchs in Richtung Süperlig. Er unterschrieb in Izmir einen Fünfjahresvertrag. Nun folgte die Auflösung. Er ist wieder in Deutschland - auf Vereinssuche.

Türkei-Abenteuer

Vertrag aufgelöst! Ex-BVB-Talent ist auf Vereinssuche

23. September 2020, 18:22 Uhr
Hüseyin Bulut (rechts), hier im Duell gegen Schalkes Jannis Kübler, spielte acht Jahre im Nachwuchs von Borussia Dortmund. Foto: Thorsten Tillmann

Hüseyin Bulut (rechts), hier im Duell gegen Schalkes Jannis Kübler, spielte acht Jahre im Nachwuchs von Borussia Dortmund. Foto: Thorsten Tillmann

Im Juli 2019 sorgte Hüseyin Bulut für Aufsehen. Nach acht Jahren verließ der hoch veranlagte Mittelfeldspieler Borussia Dortmunds Nachwuchs in Richtung Süperlig. Er unterschrieb in Izmir einen Fünfjahresvertrag. Nun folgte die Auflösung. Er ist wieder in Deutschland - auf Vereinssuche.

Von so einem ersten Profivertrag träumt jeder talentierte Spieler. Für Hüseyin Bulut wurde der Traum im Sommer 2019 wahr. Der zentrale Mittelfeldspieler der U23-Mannschaft von Borussia Dortmund unterschrieb vor einem Jahr einen Fünfjahresvertrag (!) beim Süper-Lig-Vertreter Göztepe Izmir. Er wollte in Zukunft in der Mannschaft von Größen wie Yasin Öztekin, einst ebenfalls beim BVB, und Eren Derdiyok, einst für Bayer Leverkusen am Ball, spielen.

"Ich bin sehr glücklich, mich der Familie Göztepe anzuschließen“, schrieb Bulut bei Instagram, „ich bin auch stolz darauf, einen langfristigen Vertrag mit einem so glorreichen und gut etablierten Verein unterschrieben zu haben.“ RevierSport berichtete über diesen Transfer.

Nun, ein gutes Jahr später, berichtet unsere Redaktion über die vorzeitige Vertragsauflösung. Bulut und Göztepe gingen nämlich zur neuen Saison getrennte Wege. "Ich wollte einfach nur noch Weg. Man hat mir das ganze Jahr über gute Trainingsleistungen bescheinigt und trotzdem durfte ich nur ein einziges Pflichtspiel im Pokal absolvieren. Ich habe das alles nicht mehr verstanden und auch nicht gewollt. Ich will jetzt einfach wieder nur Fußball spielen", erzählt der 21-Jährige gegenüber RevierSport.

"Ich bin nach dem Jahr in der Türkei viel realistischer geworden"

Der Dortmunder Junge - Bulut ist in der Ruhrmetropole geboren - will auch gar nicht mehr zurückblicken. Viel mehr schaut er in die Zukunft. Seit Wochen arbeitet er mit einem Personaltrainer zusammen, vermisst aber das Mannschaftstraining.

Zuletzt stellte er sich beim niederländischen Erstligisten Heracles Almelo unter den Augen von Trainer Frank Wormuth vor. Ein Vertragsangebot wurde dem Offensivmann aber nicht vorgelegt. Mittlerweile weiß auch Bulut, dass er eventuell auch einen Schritt zurück gehen muss, um eventuell wieder zwei Schritte nach vorne zu kommen.

"Das Jahr in der Türkei war sportlich eine verlorene Saison. Aber die zwölf Monate haben mich reicher an Erfahrung gemacht. Und die Zeit war auch für meinen Kopf sehr wichtig. Ich bin realistischer geworden", sagt er und führt fort: "Ich weiß, dass ich ein sehr guter Nachwuchsspieler war. Aber bei den Senioren konnte ich noch nicht zeigen, was in mir steckt. Vielleicht muss ich auch den Umweg über die 3. Liga oder gar Regionalliga gehen, um wieder nach oben zu kommen. Ich bin mir für Nichts zu schade und bin einfach gespannt, was in der nächsten Zeit passiert. Ich will einfach nur wieder das machen, was ich liebe: Fußball spielen."

Bulut gewann in der Saison 2016/17 die Deutsche A-Jugendmeisterschaft und spielte sich im Finale gegen den FC Bayern München im Siganl-Iduna-Park in die BVB-Fanherzen. In der Regionalliga kam er aufgrund von Verletzungen für den BVB nicht so oft - neun Spiele, drei Tore, zwei Vorlagen - zum Zug.

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