Coronavirus

Eishockey: DEL sagt Playoffs ab - kein Jubiläumsmeister

10. März 2020, 18:34 Uhr
Foto: dpa

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Der Worst Case ist eingetreten. Die DEL hat die Play-offs um die 100. deutsche Meisterschaft abgesagt. Einen Meister gibt es nicht.

Das Coronavirus hat die erste Profiliga im deutschen Sport gestoppt: Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) sagte wegen der Pandemie erstmals in ihrer Geschichte die Play-offs ab. Den 100. deutschen Eishockey-Meister gibt es nicht - Hauptrundensieger Red Bull München hat sich lediglich wie Titelverteidiger Adler Mannheim, die Straubing Tigers und die Eisbären Berlin für die Champions League qualifiziert.

„Dass wir die Entscheidung so treffen müssen, tut uns für alle Klubs, Partner und insbesondere Fans in ganz Deutschland unheimlich leid“, sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke nach stundenlangen Beratungen am Dienstag: „Wir haben aber angesichts der aktuellen Entwicklungen die Pflicht, verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen. Wir als DEL stellen die Gesundheit von unseren Fans, Spielern und Mitarbeitern in den Fokus.“

Nach der Empfehlung des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn hatten die Landesregierungen in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Bremen wie erwartet Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen für mehrere Wochen untersagt - und die DEL zog nach.

Zum Auftakt hätten die Nürnberg Ice Tigers gegen die Grizzlys Wolfsburg und der ERC Ingolstadt gegen die Augsburger Panther ab Mittwoch um die letzten beiden Viertelfinalplätze gespielt. Vizemeister München, Meister Mannheim, Straubing, Berlin, die Düsseldorfer EG und die Fischtown Pinguins Bremerhaven hatten sich direkt für die Runde der letzten Acht qualifiziert.

Die DEL entschied sich damit gegen Geisterspiele. Die finanziellen Folgen wären bei Play-offs ohne Fans noch größer gewesen. Die Klubs hätten nur Kosten, aber keine Einnahmen gehabt. Bruttoeinnahmen von 60.000 bis über 200.000 fallen pro Spiel allein durch den Ticketverkauf weg.

„Natürlich zieht das einen Schaden nach sich“, sagte Wolfsburgs Manager Karl-Heinz Fliegauf dem SID, „woanders geht es allerdings noch um wesentlich mehr Geld.“ Zu den Grizzlys kamen in der Vorrunde im Schnitt nur 2888 Fans, bei den Eisbären Berlin (12.901) und den Adler Mannheim (11.891) jedoch mehr als dreimal so viele.

Bereits am Montag hatte Verbandspräsident Franz Reindl Kritik am Umgang der Politik mit der Pandemie geäußert. „Es ist wichtig, dass Entscheidungen von den zuständigen Behörden bekannt gegeben werden. Mit Empfehlungen ist im Sport schwer zu arbeiten“, sagte der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) dem SID. In der Schweiz wurden die Play-offs vorerst verschoben, nachdem der Bundesrat Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern verboten hatte. Auch in Österreich wurden am Dienstag die Play-offs abgesagt. sid

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27.11.2020 - 10:30 - cambhosttwor

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10.03.2020 - 21:08 - Tief_im_Westen

Wer sagt denn, dass es in 6 Wochen besser ist? Und natürlich schadet es den Vereinen, wenn sie durch Abbruch nicht aufsteigen würden. Wenn man abbricht, sollte man den aktuellen Tabellenstand nehmen und danach Auf- und Abstieg regeln. Besser wäre es, wenn der DFB und die DFL eine Summe X zur Verfügung stellen und dann einfach der Zuschauerschnitt herangezogen wird, der bisher erreicht wurde. Des Weiteren könnten ja auch Dauerkarteninhaber das erstattete Geld dem Club spenden. Das hat sich ja weder Fan noch Club ausgesucht und wenn ich weiß, dass der Club das Geld dringend braucht, wäre doch Solidarität angebracht.

10.03.2020 - 20:38 - Cronenberger

Respekt vor dieser Entscheidung!
Würde ich mir von den Fußballverbänden in Deutschland auch wünschen. Kein Meister, kein Aufstieg, kein Abstieg!
So würde keinem geschadet!
Neuer Start im August!
Oder: Für 6 Wochen unterbrechen und bis in die Sommerpause spielen, eventuell unterbrochen durch die EM, sofern diese überhaupt stattfindet!
Die neue Saison 6 Wochen nachgingen und die Winterpause soweit ausfallen lassen.
Wären doch alles machbare Vorschläge ohne dass der Schaden zu groß würde!

10.03.2020 - 20:15 - Tief_im_Westen

Das ist natürlich sehr schade, aber es zeigt auch, dass Verbände und Vereine Lösungen finden und klar kommunizieren können, obwohl es beim Eishockey aufgrund der Eigentümerverhältnisse etc noch ein bisschen komplizierter ist. Zudem hat es ja den Nachteil, dass hier nicht diverse Sender die Spiele live übertragen (wollen), somit der Fan auch noch blöd dastehen würde. Da hat man es bei König Fussball besser.