Nach der 2:4-Niederlage beim TSV Meerbusch haben die Sportfreunde Niederwenigern die Hinrunde in der Oberliga-Niederrhein mit nur einem Punkt abgeschlossen. RS sprach mit Trainer Jürgen Margref.

Oberliga Niederrhein

Ein Punkt aus 17 Spielen, Niederwenigerns Trainer Margref über die Horror-Serie

Stefan Loyda
02. Dezember 2019, 12:19 Uhr

Foto: Tillmann

Nach der 2:4-Niederlage beim TSV Meerbusch haben die Sportfreunde Niederwenigern die Hinrunde in der Oberliga-Niederrhein mit nur einem Punkt abgeschlossen. RS sprach mit Trainer Jürgen Margref.

Jürgen Margref, wie fällt Ihre Bilanz als Trainer der Sportfreunde Niederwenigern nach nur einem Punkt in der Hinrunde aus?
Eine solche Serie habe ich als Spieler und als Trainer nie erlebt. Es ist nicht so einfach, damit umzugehen. Im Amateurbereich spielen wir alle, um Spaß zu haben, da ist so etwas echt Hardcore. Letztendlich sieht man aber in solchen schweren Zeiten, auf wen man sich verlassen kann, wie der einzelne und der Verein damit umgehen. Das ist überraschend positiv. Es ist auch nicht selbstverständlich, dass wir dem Gegner Woche für Woche Paroli bieten, bis auf zwei, drei Ausnahmen, bei denen wir chancenlos waren. Am Ende ist das auch eine Qualitätsfrage. Und es ist auch eine Erfahrung zu sehen, wie die Zuschauer damit umgehen, wir haben immer noch die drittmeisten Besucher. Das ist trotz der Dürrephase eine Überraschung.

Sie haben vor der Saison auf viele Neuzugänge verzichtet. War das ein Fehler?
Eine solche Serie ist wirklich außergewöhnlich und war so nicht abzusehen. Wir haben den Jungs zur gleichen Zeit in der vergangenen Saison, als wir überraschend gut in der Landesliga standen, gesagt, dass wenn wir aufsteigen sollten, wir allen die Chance geben, sich dort zu beweisen. Jetzt stehen wir, wo wir stehen, werden uns zusammensetzen und sprechen, wie es weitergeht. Wir werden, wie es aussieht, von unserem Weg nicht abweichen.

Sie selbst sind seit 2003 im Verein. Wie schwierig ist es für Sie, sich weiter zu motivieren?
Das ist schon eine lange Zeit und von damals an ging es nur bergauf. Klar, war schon die eine oder andere Durststrecke dabei. Im ersten Landesliga-Jahr hatten wir nach der Hinrunde sieben Punkte. Es war ähnlich wie jetzt: Alle haben uns die Qualität abgesprochen, dort langfristig zu bleiben. Wir haben es aber trotzdem geschafft, die Klasse zu halten. Es ist schwierig, sich Woche für Woche zu motivieren, das gelingt uns aber überraschend gut.


Hand aufs Herz: Denken Sie bei einer solchen Serie nicht manchmal darüber nach hinzuschmeißen?
Das sollte man denken. Ich liebe den Fußball, aber keiner quält sich selbst. Im Augenblick ist es schwer zu verdauen. Ich habe aber auch ein gutes Trainerteam mit meinem Co-Trainer Marcel Kraushaar und unserem Torwarttrainer Ralf Schießl, der seit Saisonbeginn dabei ist. Wie er Woche für Woche mit den Torhütern Vollgas gibt, ist bewundernswert. Es macht trotz der Serie immer noch Spaß.

Mit welchen Zielen gehen Sie nun die Rückserie an?
Grundsätzlich habe ich immer so gearbeitet, nicht zu weit nach vorne zu schauen. Wir schauen wirklich nur noch von Spiel zu Spiel. Auch in der eben angesprochenen Landesliga-Saison haben wir, als wir ganz unten standen, nicht vom Klassenerhalt gesprochen, sondern uns Etappenziele gesetzt. Das machen wir jetzt genauso. Wir sollten nicht so verwegen sein, auf den Fünfletzten zu gucken.

Werden Sie am Kader denn noch etwas verändern?
Wir hoffen, dass wir den Kader so beisammenhalten können. Wir werden mit jedem sprechen, wer den Weg mit uns weitergehen möchte. Wir schauen dann, wie die Motivation aussieht. Das ist die Voraussetzung für eine weitere Zusammenarbeit, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand sagt, dass es ihm zu viel wird.

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