"Es wird einen Knall geben"

Eberl über Millionen-Transfers

08. April 2019, 10:22 Uhr

Foto: firo

Max Eberl hat angesichts der europaweit explodierenden Transferausgaben vor einer Entfremdung des Fußballs von den Fans gewarnt. 

"Das sind Summen, bei denen man nicht mehr durchblickt", sagte der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach im Playboy-Interview und prophezeit ein Ende der Entwicklung: "Ich glaube, und vielleicht wäre das auch gar nicht so schlecht, es wird irgendwann einen Knall geben."

Eberl denkt dabei vor allem an die Fans. "Die Leute werden das nicht mehr verstehen und es nicht mehr haben wollen. Und irgendwann wird dann dem Markt vielleicht auch das große Geld entzogen werden", sagte der 45-Jährige.

Das Zustandekommen mancher Ablösesummen sei nicht mehr nachvollziehbar. "Wenn früher extrem hohe Summen für Spieler gezahlt wurden, konnte man dahinter wenigstens noch eine gewisse Logik erkennen. Heute gibt es keine Logik mehr. Heute gibt es einfach Fantasiezahlen, die aufgerufen werden", sagte Eberl.

Seine eigene Zukunft sieht der Sportdirektor weiter in Mönchengladbach. "Aber definitiv ausschließen, dass ich irgendwann nach München zurückkehre, kann ich nicht. Bayern München ist der Verein, bei dem ich groß geworden bin, ich hatte immer eine Beziehung zu ihm", sagte der gebürtige Niederbayer. sid

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08.04.2019 - 21:39 - Kuk

@TSG 1899
"... super, wenn Riesensummen von irgendwelchen Investoren gezahlt werden. ..."

Die TV-Gelder allen so üppig aus, weil wenige Zuseher einen hohen und (fast) alle Wohnungsinhaber und Firmen einen kleinen Beitrag leisten. Dazu sehr viele Werbeunterbrechungen.
Firmen wie Allianz, Adidas, etc., die ihre Produkte an Privatkunden veräußern haben Rießen-Gewinnspannen bei ihren Artikeln.
Welcher Fußballer spielt besser, wenn er 10 Mio statt 1 Mio p.a. verdient ?
Warum dürfen Spitzensportler so viel mehr verdienen als diese Gesellschaft mehrheitlich jedem anderen Erwerbstätigen zugestehen möchte ?

Der Vorgehensweise von 1899, BMG, BVB u.a. ist völlig richtig. All dem geschriebenen stimme ich ausdrücklich zu.
Wahr ist aber auch, dass der FC Bayern keine Transfergewinne erwirtschaftet, aber trotzdem jedes Jahr Gewinne erwirtschaftet und seinen wirtschaftlichen und sportlichen Vorsprung ausbaut.

08.04.2019 - 20:55 - Kleeblättersammler

Der deutsche Fußball ist am Scheideweg angekommen, entweder diesen Irrsinn mitmachen oder 2.- wenn nicht 3 .klassig werden !
Für Gladbach gibt es Grenzen die jetzt schon erreicht sind...…. also Bundesliga -Mittelmaß und nicht Dauerhaft
Europa.... da hat Hecking recht.
Bei Max Eberl habe ich das Gefühl das auch Er geht ?

08.04.2019 - 17:05 - RWO-Oldie

@TSG1899, stimmt. Man muss dann nur kühlen Kopf bewahren. Mönchengladbach hat es ja ähnlich gemacht. Xhaka, Dahoud, Dante, Reus - und haben jetzt auch ihr eigenes Stadion, Campus + Hotel in Eigenregie.
Es gibt nur Problem: International wird man mit dieser Strategie keine große Rolle mehr spielen. Auch hier gilt es dann - möglichst weit kommen, um die Kohle mitzunehmen.
Wenn man das weiterdenkt, könnte es am Ende so aussehen, dass niemand den deutschen Vereinsfußball noch interessant findet, Zuschauer/Abos/TV-/Sponsorengelder zurückgehen und die Schraube dreht sich nach unten.
Bis dahin haben sich jedoch noch eine Vielzahl von mittelmäßig talentierten Profifußballern und deren mehr oder weniger windigen Berater ordentlich die Taschen voll gemacht.
Mein Interesse an der Bundesliga schwindet von Jahr zu Jahr - selbst jetzt, wo es mal wieder spannend zu sein scheint - ist nach dem einseitigen "Spitzenspiel" die Luft wieder raus.

08.04.2019 - 13:27 - TSG 1899

Ist doch super, wenn Riesensummen von irgendwelchen Investoren gezahlt werden. 222 Mios für Neymar? Ethisch verwerflich, aber alle Vereine, bei denen Neymar gespielt hat, bekommen nur viel mehr Geld für ihre Ausbildung. Die Spieler bleiben die Selben, nur es kommt mehr Geld in den Umlauf. In Hoffenhein haben sie Firmino für 41 Mios, Volland für 21 Mios und Wagner für 13 Mios verkauft. Das Stadion und die komplette Infrastruktur sind nun bezahlt und die Mannschaft ist, auf Grund des guten Managements, besser als zuvor. Genialer geht es doch gar nicht. Man darf den Millionenwahnsinn nur selbst nicht mitmachen. Newcastle denkt gerade über eine Verpflichtung von Joelinton für 60 Mios nach. Sollte dies eintreffen, sofort verkaufen. 100 Mios für BVB's Sancho? Auch sofort mitnehmen, die Kohle.

08.04.2019 - 11:54 - Kuk

Transferausgaben, Spielergehälter, etc. stehen in keinem Verhältnis zur Leistung.
TV-Verträge und Sponsoren europa oder weitweit entscheidend anders zu regeln, könnte wohl nur über die EU oder die UNO funktionieren. Diehaben aber ganz andere Probleme.
Helfen können nur selbst aus- bzw. weiterentwickelte Spieler (Dembele, Sancho, Sane, Kehrer).