WSV

Die Talentschmiede ist Wuppertals Trumpf

Julian Preuß
10. August 2019, 09:12 Uhr

Foto: Stefan Rittershaus

Beim 1:0-Sieg gegen die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund absolvierte Nick Osygus (18) sein erstes Regionalliga-Pflichtspiel über die volle Distanz. Sein Trainer lobt die Zusammenarbeit mit der Bundesliga-Jugend.

In der vergangenen Saison gehörte der 18-jährige Nick Osygus noch zu der Mannschaft, die mit der U19 des WSV den Aufstieg in die A-Junioren-Bundesliga West perfekt machte. In der Sommerpause unterzeichnete er einen Vertrag für die erste Mannschaft. Damit blieb er weiterhin dem Club treu, für den er seit der D-Jugend aktiv ist. Mit dem ersten Pflichtspiel in der Regionalliga West ging für ihn ein Traum in Erfüllung. Das Vertrauen von Trainer Andreas Zimmermann zahlte er mit Kampfgeist und Einsatz zurück.

Osygus: „Eines der glücklichsten Kinder auf der Welt“

„Ich war eines der glücklichsten Kinder der Welt, als ich den Vertrag unterschreiben durfte“, berichtete Osygus nach der Partie gegen den BVB und ergänzte: „In Drittligazeiten besaß ich eine Dauerkarte und nun selbst vor dieser Kulisse und den Fans im Stadion am Zoo zu spielen, ist für mich unbeschreiblich.“ Viel Luft hatte er nach der kräftezehrenden Partie nicht mehr über. Für seinen Einsatz auf der rechten Abwehrseite gab es ein großes Lob von seinem Trainer. 

„Für sein erstes Ligaspiel hat er das ordentlich gemacht. Sicherlich gab es den ein oder anderen technischen Fehler oder Stellungsfehler – entscheidend ist aber, dass ich mich auf die Jungs kämpferisch verlassen kann“, formulierte Zimmermann, für den die Verzahnung des Jugendbereichs mit der ersten Mannschaft ein enorm wichtiges Unterfangen ist. Neben der U19 stieg auch die U17 in die höchste deutsche Spielklasse auf. Ein wichtiges Bindeglied zwischen der A-Jugend und der ersten Mannschaft bleibt Pascal Bieler. Der 33-Jährige fungiert in der ersten Mannschaft als Zimmermanns Co-Trainer, während er die U19 als Cheftrainer betreut. 

Junioren können „Dortmunder Woche“ veredeln

Der Austausch zwischen den einzelnen Teams könnte also nicht besser sein. Das bestätigt auch Nick Osygus, der ebenfalls von dem gut funktionierenden System profitiert hat: „Auch in dieser Saison haben schon Jungs aus dem 2001er Jahrgang bei den Herren mittrainiert. Die Zusammenarbeit klappt echt gut.“ Darum ist es für Zimmermann auch selbstverständlich, die Jugendteams bei ihren Partien zu unterstützen – grade in der „Dortmund-Woche“, wie er es formulierte. 


„Ich habe zu Beginn der Woche mit Pascal Bieler über das Wochenende gesprochen. Wir als erste Mannschaft haben nun gegen den BVB gespielt, die U17 am Samstag (10.8.) gegen Dortmund antreten und die U19 am Sonntag (11.8.). Da ist es selbstverständlich, dass ich die Jungs unterstütze“, bestätigte er, bevor er ein großzügiges Ziel ausgab: „Vor dem Wochenende habe ich gesagt, dass der WSV altersklassen-übergreifend neun Punkte gegen Dortmund holt.“ Zimmermanns Team hat nun vorgelegt. Nun können die Junioren nachziehen. 

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11.08.2019 - 15:40 - Frankiboy51

Tja, so ist das.
Der kleine WSV aus dem Thal der Wipper spielen in der RL West, setzt zwei 18-jährige ein und verschlechtert wohl damit die eigene U-19.
Gewinnt aber gegen das höchste Nachwuchsteam des Ball Event Konzerns auf Aktien mit einer Abwehrschlacht 1 :0.

Das kann der zukünftige Trippelgewinner und mögliche DAX Aufsteiger nicht auf sich sitzen laßen, könnte ja dem Börsenwert schaden.
Man hat ja noch einen ehemaligen Nationaltrainer von Deutschland liebster Freizeitbeschäftigung und Muttis Geheimwaffe auf der Gehaltsliste.
Der beginnt seinen Rachefeldzug mit dem Einsatz des allseits gehypten 14-jährigen Wunderkindes in dem BVB U-19 Team der Jahrgänge 2000 und 2001.
Mindestens drei Stunden Kinderarbeit zum Wohle des Mammon.

Dieses erfüllt die Erwartungen mit 6 Toren beim 2 : 9, oder so und damit sind mindestens 60, eher 600 Preßemeldungen sicher.

Da am Vortag die auf Wunderkind verzichteten BxB U-17 die WSV U-17 trotzdem ca. 5:2 schlagen konnte und die BVB 09 Fußball Event und Handel GmbH & Co a.A. eine Geldsammelveranstaltung zugunsten der maroden WSV Kassen nicht vereinbart hat, kann man mit ruhigem Gewißen behaupten.

BxB, Rachefeldzug erfolgreich abgeschloßen.

10.08.2019 - 21:45 - schönstesStadionvondieWelt

at PepAncelotti :

Das ist aber wirklich harter Tobac . Um die (von Dir beschriebene Einstellung zu Erreichen braucht es einen persönlichen Hintergrund- etwas das einen auffängt wenn es nicht dazu reicht - das haben die wenigsten ) Grundsätzlich gebe ich Dir in jedem Wort recht - 2 % ist Laufen Laufen Laufen und die restlichen 98 % ermöglichen dem Geist das Arbeiten.

10.08.2019 - 15:32 - PepAncelotti

Spielerisch ist klar, da kann man nicht alles erwarten, weil die jungen Spieler kaum RL Erfahrung haben (können). Aber die Spieler haben Potenzial/Talent sich taktisch und spielerisch zu verbessern. Und sie zeigen Einsatzfreude.
Manche Spieler entwickeln sich erst spät. Siehe Daniel Keita-Ruel oder Christopher Kramer. So stark wie sie jetzt spielen, waren sie bis zu ihrem 25. Lebensjahr sicherlich nicht. Hab jetzt nur die Stürmer genannt, gilt natürlich für alle Positionen. Irgendwann kann im Kopf der Schalter kommen, wo der Spieler seine Fähigkeiten ausschöpfen kann, sich anders einstellt im Spiel.

Vieles ist auch nur Kopfsache. Denn wenn man körperlich genauso viel leisten kann wie ein Profi, d.h. Rennen, Ausdauer. Dann fehlen die Erfahrungen... die Automatismen, bei jedem Zuspiel und jeder Ballannahme, die richtigen Entscheidungen zu treffen, das gute Auge für die Mitspieler, das Vorausschauen im Spiel. Man muss halt sein Instinkt trainieren, wie das geht weiß ich nicht. Haha. Aber ein Sergio Ramos weiß Sekunden vorher, ob und wann er foulen muss, um eine gefährliche Situation zu unterbinden.
Das ist wohl wie beim Klavierspielen, die Klavierspieler trainieren jeden Tag zwischen 2 und 4 Stunden und mehr und speichern einzelnen Noten und den Bewegungsablauf der Arme und des Oberkörpers. Wenn sie spielen, tauchen sie in diese Welt hinein und blenden die Wirklichkeit für einen Moment aus.
Und wenn die Fußballspieler, das auch tun können, sind sie gut im Spiel, weil sie gespeicherte erfolgreiche Körperbewegungen und erfolgreiches Verhalten abrufen. Das wird als "Erfahrung" zusammengefasst. Aber meistens werden die Spieler durch körperliche Anstrengungen, die sie auf dem Platz spüren in die Realität zurückgeworfen, anstatt sich ihrem Speicher zu bedienen, die irgendwo im Verstand gespeichert sind, wie bei den Klavierspielern. Allerdings glaube ich nicht, dass das jeder tun kann.
Aber bei Spielern wie Mbappe, Ibrahimovic, Messi, Ronaldo etc. könnte ich mir schon vorstellen, dass sie unbewusst im Spiel in ihre Welt abtauchen und ihre gespeicherten Informationen dann abrufen. Vielleicht switchen sie ständig hin und her unbewusst. Unser Hirn kann man sowieso nur schwer erforschen.

10.08.2019 - 10:47 - van melk

Schön das die Jugendarbeit mal lobend vom RS erwähnt wird.
Endlich wieder positive Headlines.