In dem Fernsehformat

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Doppelpass: Effenberg sieht Bayern gegen BVB im Vorteil

Tizian Canizales
24. Mai 2020, 13:10 Uhr
Stefan Effenberg, Ex-Manager des KFC Uerdingen, rechnet dem BVB im Titelkampf keine Chancen mehr aus. Foto: firo

Stefan Effenberg, Ex-Manager des KFC Uerdingen, rechnet dem BVB im Titelkampf keine Chancen mehr aus. Foto: firo

In dem Fernsehformat "Doppelpass" diskutierten sechs Experten am Sonntagmorgen über den anstehenden Klassiker zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München. Dabei ging es neben den Stärken von Bayern und Dortmund auch um die Frage, ob der BVB noch einmal ins Titelrennen eingreifen kann. 

... die Souveränität der Bayern:

DIe Expertenrunde um Stefan Effenberg (zuletzt Manager des KFC Uerdingen), Peter Neururer (Sport1-Experte und zuletzt Sportlicher Leiter der SG Wattenscheid 09), André Schubert (Ex-Trainer von Borussia Mönchengladbach), Christian Falk (Fußballchef der Sport Bild), Alex Schlüter (DAZN) und Moderator Thomas Helmer war sich einig, dass die Bayern ihr Programm sehr sicher abspulen. Schlüter lobte beispielswiese die Variabilität der Münchner, die vor allem in der Offensive zum Tragen kommt. "Gerade Thomas Müller kommt mal durch die Mitte und mal über die Flügel", erklärte er. 


Vor allem das blinde Verständnis zwischen allen Mannschaftsteilen zeichne die Bayern aus. So legte Angreifer Müller den Führungstreffer beim 5:2 (2:0) gegen Eintracht Frankfurt für den Sechser Goretzka auf. Den habe er allerdings gar nicht kommen sehen, sondern den Ball blind in den Raum gespielt, so wie Goretzka es im Training immer fordere, erklärte Müller nach Abpfiff der Partie. "Die große Stärke der Bayern liegt darin, dass sie sich im Training immer weiter verbessern", kommentierte Schlüter. 

Obwohl die Defensive bei zwei Standardgegentoren durch Martin Hinteregger patzte, zeigten die Münchner gegen Frankfurt einmal mehr ihre individuelle Klasse. DIe Runde lobte FCB-Trainer Hansi Flick dafür, dass er den gelernten Außenverteidiger David Alaba zum zentralen Abwehrchef machte. "Man sieht, dass die Kommunikation da ist. Alaba redet sehr viel. Die Abwehr steht sehr sicher", sagte Schubert. 

Peter Neururer bezeichnete seinen Ex-Schützling Leon Goretzka gar als einen "fast perfekten Fußballer". "Auch die taktische und individuelle Entwicklung eines Alphonso Davies ist überragend", ergänzte Neururer mit Blick auf Bayerns jungen Linksverteidiger. 

... die Stärken des BVB:

Aber auch Borussia Dortmund hat viel individuelle Klasse. Die Expertenrunde machte dabei speziell den 19-jährigen Mittelstürmer Erling Haaland aus. "Der ist offensiv sehr präsent und bindet immer zwei, drei Leute", erklärte Stefan Effenberg. 


Der Norweger ist einer der jüngeren BVB-Transfers, die voll einschlugen. "Borussia Dortmund hat mit Julian Brandt, Erling Haaland und Emre Can drei Spieler geholt, die sofort funktioniert haben. Diese Trefferquote ist beeindruckend", lobte Schlüter, der zuvor bereits die flexible Spielweise der Borussia hervorgehoben hatte. Dazu verfügt die Borussia über einen breiten Kader, konnte in Wolfsburg beispielsweise Axel Witsel und Jadon Sancho zunächst draußen lassen.

Beim Treffer zum 2:0-Endstand zeigte die Borussia einmal mehr ihr schnelles Umschaltspiel, nachdem sie den Wolfsburgern zuvor mehr Spielanteile gewährt hatten. Neururer lobte zwar die schnellen BVB-Spieler, stellte aber auch klar, dass das gegen den FCB so nicht funktionieren wird. "Der BVB kann die Bayern nicht kommen lassen. Wenn sie wirklich noch Meister werden wollen, dann müssen sie ihr Heimspiel gewinnen", stellte er klar. 

... die Titelchancen des BVB:

Ähnlich wie Neururer sieht das auch Alex Schlüter. André Schubert schätzt die Lage dagegen als noch nicht ganz so prekär ein. "Borussia Dortmund darf dieses Spiel einfach nicht verlieren. Bayern hat ein härteres Restprogramm als Dortmund, aber wenn sie das direkte Duell gewinnen, dann sind sie durch", erklärte er. 


Derweil sieht Stefan Effenberg, der als einziger eine Prognose abgab, die Bayern in der Favoritenrolle. "Ihre Qualität ist einfach höher. Trotz der Heimstärke von Borussia Dortmund wird der FC Bayern dieses Spiel gewinnen und den BVB nicht mehr in den Titelkampf eingreifen lassen."

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