62. Minute in Vreden: Dirk Lottner bekommt von der Bank aus „grünes Licht“, wird zusammen mit Nasir El Kasmi eingewechselt.

MSV: Kein Karriereende für Lottner auf der Tribüne

tt
07. September 2005, 11:50 Uhr

62. Minute in Vreden: Dirk Lottner bekommt von der Bank aus „grünes Licht“, wird zusammen mit Nasir El Kasmi eingewechselt.

62. Minute in Vreden: Dirk Lottner bekommt von der Bank aus „grünes Licht“, wird zusammen mit Nasir El Kasmi eingewechselt. Der Duisburger Standard-Spezialist, zuletzt gegen Dortmund gar nicht im Kader, hätte den Test gerne in Sachen Werbung genutzt.

„Für mich“, sagt der ehemalige Kölner, „ist das momentan eine kleine, innerliche Zerreiß-Probe. Ich möchte einfach das Gefühl haben, dass ich beim MSV eine Bedeutung besitze.“ Kurz vor dem Ende der Sommer-Transfer-Frist gab es zwar einen Kontakt, dieser wurde aber nicht konkretisiert. Lottner: „Es war keine Anfrage aus der Bundesliga, das kam für mich nicht in Frage. Jetzt ist die Möglichkeit zum Wechseln ohnehin verstrichen, ich ziehe das beim MSV bis zum Winter durch und weiß auch, dass der Fußball ein schnelllebiges Geschäft ist.“

Für den Vorjahres-Kapitän ist die aktuelle „zweite Geige“ nach der komplett und verletzungsfrei bestrittenen Vorbereitung nicht nachzuvollziehen. „Ich trainiere gut, bin fit und in der Form, die ich haben muss. Von der Seite sind alle Voraussetzungen erfüllt, aber scheinbar reicht die Qualität im Moment nicht aus. Wenn man es nicht Mal mehr in den Kader schafft, dann hinterfragt man sich zwangsläufig.“

Trotz der unbefriedigenden Lage lädt „Lotte“ nicht das Geschütz durch. „Ich teile meine Unzufriedenheit zwar mit, aber wenn ich mit dem Trainer etwas zu klären habe, dann mache ich das nicht über die Presse, sondern tue das mit ihm selbst. Ich setze mich mit der schwierigen Situation auseinander und werde mich nicht hängen lassen.“
Mit 33 Jahren und einem am Saisonende auslaufenden Kontrakt bei den Zebras kann sich Dirk Lottner seine Perspektiven selbst ausrechnen. Der Scharfschütze sagt ganz klar: „Fakt ist: Ich werde meine Karriere nicht auf der Tribüne beenden und möchte das letzte Jahr vernünftig Fußball spielen.“

MSV-Trainer Norbert Meier wurde auch in Vreden auf das Thema Dirk Lottner angesprochen. Der Ex-Nationalspieler bekräftigte erneut: „Ich habe kein Lottner-Problem. Ich sehe da auch kein Problem mit Dirk Lottner. An jedem Bundesliga-Spieltag kann ich nun mal nur elf Mann benennen und 18 Leute für den Kader. Da kommt es schon mal vor, dass da ein Dirk Lottner keine Rolle spielt.“ Der Coach fügt an: „Er arbeitet gut und zeigt im Training, dass er will. Wenn er dann nicht spielt, ist das ist auch vielfach von taktischen Zwängen oder Spielweisen abhängig. Das ist nicht gegen den Spieler oder die Person gemünzt.“
Markus Anfang bewirbt sich ähnlich wie Dirk Lottner um eine Mittelfeld-Planstelle, dass er defensive mit offensiven Qualitäten einen kann, bewies er auch gegen Almelo. Der Treffer zum 3:0 über den Keeper war das schönste Tor des Abends. Anfang: „Ich kann nur Leistung anbieten, das habe ich auch gegen Heracles getan. Entscheiden muss letztlich der Trainer. Laut herumzuschreien und seinen Platz einzufordern, das bringt nichts. Ich werde mich nicht in die Mannschaft hineinreden. Wenn der Coach mich braucht, bin ich da. So habe ich es immer gehalten.“

Razundara Tjikuzu taten die 90 Test-Minuten sichtlich gut, der Defensiv-Mann spielte robust, trat zweikampfstark auf und brachte über rechts Impulse. „Es freut mich natürlich, dass der Trainer positiv über mich gesprochen hat. Ich fand das Spiel auch gut, es war wichtig, Spiel-Praxis zu bekommen. Ich bin bereit für einen Einsatz in der Bundesliga.“ „Raschi“ redet nicht um den heißen Brei: „Natürlich war ich enttäuscht, bisher noch kein Spiel gemacht zu haben, aber ich warte auf meine Chance und will Gas geben. Ich unterhalte mich auch viel mit dem Trainer, er weiß, was ich kann. Angst vor einem Einsatz habe ich jedenfalls nicht.“

Autor: tt

Kommentieren