Als der Geschäftsführer des MSV Duisburg gestern aus seinem wohlverdienten Urlaub auf der Insel Rügen an seinen Arbeitsplatz zurückkehrte, hatte ihn auch gleich der Alltag wieder.

MSV: Prüfung der Fan-Problematik

27. August 2005, 12:36 Uhr

Als der Geschäftsführer des MSV Duisburg gestern aus seinem wohlverdienten Urlaub auf der Insel Rügen an seinen Arbeitsplatz zurückkehrte, hatte ihn auch gleich der Alltag wieder.

Als der Geschäftsführer des MSV Duisburg gestern aus seinem wohlverdienten Urlaub auf der Insel Rügen an seinen Arbeitsplatz zurückkehrte, hatte ihn auch gleich der Alltag wieder. Auf seinem Tisch stapelte sich die anfallende Arbeit und der Terminkalender verlangte nach seiner Person. Ganz oben auf dem Zettel stand das Date der wöchentlich stattfindenden internen Mitarbeiterbesprechung.

Ein Thema: Die Fan-Problematik um das neugespannte Fangnetz hinter dem Tor, das zu „Durchblick-Schwierigkeiten“ führt. Ein Haken, der dem Fan-Beauftragten Dirk Lechtenberg nicht unbekannt ist: „Das alte Netz war nach dem Spiel gegen AZ Alkmaar ausgetauscht und durch ein schwarzes, engmaschigeres ersetzt worden. Nach dem ersten Bundesligaspiel gegen den VfB Stuttgart häuften sich nun die Beschwerden der MSV-Fans, die vom Stehplatzbereich hinter dem Tor das Spielgeschehen nur noch eingeschränkt verfolgen konnten“.

Der 39-jährige sah sich mit einer Flut von Briefen und E-mails konfrontiert: „Ich habe alle ernstzunehmenden Zuschriften gesammelt, um sie in der Mitarbeiterbesprechung Björn Bremer vorzutragen und eine Klärung herbeizuführen“. Die Thematik ist in der Zwischenzeit zum Selbstläufer geworden. „Lechti“ weiter: „Das Ganze ist mittlerweile ein eigenes Thema im Internet in unserem MSV-Portal. Ich werde selbst in den Block gehen und mir einen Blick verschaffen“.

So erreichten auch die RevierSport-Redaktion einige Beschwerdebriefe. Unter anderem schrieb Jürgen Cotta: „Zur neuen Saison wurden die Fangnetze ausgetauscht. Die Folge der neuen Netze ist nun eine erhebliche Beeinträchtigung der Sicht. Vor allem bedingt durch die schwarze Farbe der Netze und den Aufdruck des Hauptsponsors Iceline. Von offizieller Seite ist da kein Statement zu bekommen“. Geschäftsführer Björn Bremer trägt zur Klärung bei: „Wir nehmen die Sache sehr ernst. Wir prüfen, ob das feinmaschige Netz zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Sicht auf das Spielfeld führt und werden unverzüglich die Maßnahmen zur Klärung ergreifen“.

Der Grund dieser Neuerung liegt für ihn klar auf der Hand: „Wir hatten in der letzten Spielzeit jede Menge Probleme mit den Feuerzeugwerfern. Und um Strafen durch die DFL oder gar einem Spielabbruch vorzubeugen, haben wir das Netz engmaschiger gemacht. Das alte war gröber und so passte ein Feuerzeug ohne Probleme durch. Die Folge waren finanzielle Strafen im vierstelligen Tausenderbereich. Und in unserem Etat für dieses Jahr sind diese Strafposten nicht geplant. Daher diese Netze. Die DFL schreibt dem MSV nicht vor wie engmaschig das Netz sein soll oder welche Farbe es haben darf. Die schwarze Farbe wurde von uns gewählt, da das TV mit dem alten Netz nicht leben konnte“.

Dem MSV liegt eine schnellstmögliche Lösung der Fan-Problematik am Herzen. Bremer gibt allerdings zu bedenken: „Der eingeschränkte Sichtbereich verläuft aber hauptsächlich im Außen-Sektor der Kurve. Im mittleren Bereich gibt es keine Beschwerden“. Er fügt an: „Wir haben bereits mit den Fans gesprochen und auch an sie appelliert, uns diese Feuerzeugwerfer unverzüglich zu melden, damit wir sie aus dem Stadion herausbekommen. Wenn dann nicht mehr geworfen wird, können wir den Eckbereich der Stehplatzkurve wieder von den Netzen befreien“. So wäre allen geholfen, den Fans und den Verantwortlichen des MSV.

Autor:

Kommentieren