Halbzeit in der Essener Kreisliga: Revierkick nimmt die Tops und Flops, die Aufstiegsfavoriten und Enttäuschungen der Kreisligen im Kreis 12 Essen Süd-Ost unter die Lupe. Besonders in der eingleisigen A-Liga dürfte auch nach der Winterpause noch für reichlich Spannung im Kampf um den Aufstieg gesorgt sein. Doch auch in den beiden B-Liga-Staffeln und der C-Liga gab es reichlich Gesprächsstoff. Teil 1: Die Kreisliga A

Kreisligen Essen Süd-Ost: Hinrundenbilanz

"Bald wird es keine zweiten Mannschaften in der A-Liga mehr geben"

Aaron Knopp
31. Dezember 2006, 14:53 Uhr

Halbzeit in der Essener Kreisliga: Revierkick nimmt die Tops und Flops, die Aufstiegsfavoriten und Enttäuschungen der Kreisligen im Kreis 12 Essen Süd-Ost unter die Lupe. Besonders in der eingleisigen A-Liga dürfte auch nach der Winterpause noch für reichlich Spannung im Kampf um den Aufstieg gesorgt sein. Doch auch in den beiden B-Liga-Staffeln und der C-Liga gab es reichlich Gesprächsstoff. Teil 1: Die Kreisliga A

Kreisliga A:Vor Beginn der Kreisliga A Essen-Süd Ost war vor allem klar, dass nichts klar war. Zum einen wartete die neue, eingleisige Liga allein aufgrund der Fusion beider Staffeln mit einigen Unbekannten auf, zum anderen war klar, dass bei der Fülle von 20 Teams am Ende die Ausdauer zu den entscheidenden Tugenden im Kampf um die Vergabe des begehrten Bezirksliga-Tickets zählen und eine Entscheidung im Aufstiegsrennen wohl lange auf sich warten lassen würde. Dennoch: natürlich gab es auch in der Kreisliga A Essen Süd-Ost vor Saisonbeginn die üblichen Diskussionen. Wer würde wohl in diesem Jahr das Rennen machen? In allen Überlegungen ganz vorne mit dabei: Borussia Byfang.

Zu Recht, wie sich schon bald zeigen sollte. Die Borussen haben sich über weite Strecken der Hinserie als die dominierende Kraft der A-Liga präsentiert. Gleich zu Beginn legten sie furios los: 26 Punkte aus den ersten zehn Partien, gekrönt vom 10:1-Erfolg über SV Teutonia Überruhr II und noch immer prangte das Prädikat „ungeschlagen“ auf der weißen Weste der Borussen.

Aber da wäre es wieder, das Zauberwort Kondition – der Kantersieg gegen Überruhr markierte gleichzeitig das Ende des eindrucksvollen Laufs. In den folgenden elf Partien sprangen nur noch fünfzehn magere Punkte für den Aufstiegsfavoriten heraus. Zwar reichte das aus, um den Platz an der Sonne vom sechsten bis um siebzehnten Spieltag ununterbrochen innezuhalten, mittlerweile finden sich die Byfanger jedoch auf dem undankbaren zweiten Rang wieder und müssen mit sechs Punkten Rückstand auf Tabellenführer SV Burgaltendorf II überwintern.

Die starteten zwar etwas durchwachsen, fanden aber dafür umso besser in die Spur, gingen zuletzt elfmal ungeschlagen vom Platz. Als besonderes Prunkstück wusste die Defensive zu überzeugen. Sollte sich die Fußballweisheit bewahrheiten, dass Meisterschaften mit der Abwehr gewonnen werden, darf die Truppe von Dieter Kupferschmidt schon einmal die Sektflaschen kaltstellen: Zwölf Gegentreffer in 21 Spielen bedeuten Ligabestwert.

Hinter dem Spitzenreiter hat sich ein Verfolgertrio etabliert. Neben Borussia Byfang lauern punktgleich mit sechs Zählern Rückstand der Heisinger SV und SuS Niederbonsfeld auf einen Ausrutscher des Ligaprimus. Niederbonsfeld, in der letzten Spielzeit noch denkbar knapp am Aufstieg vorbei geschrammt, kam zwar mit einer Siegesserie von fünf Spielen ganz hervorragend aus den Startlöchern, sattelte aber nur vier Spieltage später auf dem Trainerposten um. Der Grund war jedoch weniger im sportlichen Bereich zu suchen: Linienchef Andy Bühling drängte die sportliche Leitung auf eine Verlängerung seines im Sommer auslaufenden Vertrags um fünf weitere Jahre. Da der Vorstand nicht willens war, dieser Forderung Folge zu leisten, trennte man sich. „Im gegenseitigen Einvernehmen“, so die offizielle Erklärung.

Vielleicht lag es auch am taktisch ungünstigen Zeitpunkt der Vertragsverhandlungen: aus den letzten vier Partien vor Bühlings Beurlaubung holte der SuS gerade mal einen Punkt. Nachfolger Volker Knappheide holte die Mannschaft zwar aus dem zwischenzeitlichen Tief, konnte aber rein tabellarisch betrachtet nur einen Tabellenplatz gut machen.

Wie man die Tabelle von hinten aufrollen kann hat in der abgelaufenen Halbserie vor allem eine Mannschaft eindrucksvoll demonstriert. Die Fieberkurve des FSV Kettwig II dürfte jedem Börsenspekulanten Freudentränen in die Augen treiben. Hatte man sich in den ersten zehn Spieltagen schon heimisch in unteren Tabellengefilden eingerichtet, katapultierte sich die Engels-Elf nach sieben Siegen in Serie am 12. November durch ein 12:0 gegen Teutonia Überruhr II zwischenzeitlich sogar auf Platz drei der Rangliste. Auch wenn an der Ruhrtalstraße niemand etwas vom Aufstieg hören möchte - bei 17 Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge zur „Saison-Halbzeit“ wäre der blanke Klassenerhalt wohl unterm Strich eine Enttäuschung.

Als Experte für enttäuschende Vorstellungen entpuppte sich in der abgelaufenen Halbserie vor allem die Zweitvertretung des SV Teutonia Überruhr. Ein einziger Sieg, vierzehn Niederlagen, 73 Gegentore, Katastrophen-Resultate wie 0:12 (das Ganze gleich zweimal), 1:10 oder 2:9, schwächstes Heim-, erfolglosestes Auswärtsteam. Schon vor der Rückrunde kann die Marschroute der Teutonen eigentlich nur noch Schadensbegrenzung lauten. Kein Wunder, dass Trainer Stefan Oberländer prophezeit „in naher Zukunft wird es, bis auf vielleicht den FC Kray, in der A-Liga keine zweiten Mannschaften mehr geben“. Was seine Elf betrifft, dürfte er damit zumindest Recht behalten.

Autor: Aaron Knopp

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