Die Fans wussten nach seiner Auswechslung in der 87. Minute, wen sie zu feiern hatten. Sechs Tage nach seiner Unterschrift unter einen neuen Einjahres-Vertrag gesetzt hatte, lieferte Ebbe Sand am Samstag in der BayArena seine beste Vorstellung seit langem ab.

SCHALKE - Der ewig junge Sand und “100 Meter-Toni”

24. November 2004, 11:29 Uhr

Die Fans wussten nach seiner Auswechslung in der 87. Minute, wen sie zu feiern hatten. Sechs Tage nach seiner Unterschrift unter einen neuen Einjahres-Vertrag gesetzt hatte, lieferte Ebbe Sand am Samstag in der BayArena seine beste Vorstellung seit langem ab.

Die Fans wussten nach seiner Auswechslung in der 87. Minute, wen sie zu feiern hatten. Sechs Tage nach seiner Unterschrift unter einen neuen Einjahres-Vertrag gesetzt hatte, lieferte Ebbe Sand am Samstag in der BayArena seine beste Vorstellung seit langem ab. “Wie alt ist der noch mal, 27?”, frozzelte Ralf Rangnick nach dem Abpfiff. “Der ist Däne”, suchte der S04-Coach nach einem Grund für die Urwüchsigkeit des wahrhaftig 32 Lenze zählenden Dauerbrenners. “Sein körperlicher Zustand ist bemerkenswert, zumal wenn man bedenkt, dass er eine nicht ungefährliche Krankheit hinter sich hat”, zog Rangnick den imaginären Hut vor Sand.

Der Stürmer, dem man in den letzten Jahren nie eine vorbildliche Einstellung zu seinem Beruf absprechen konnte, sprüht inzwischen aber wieder vor Spielfreude. “Gerade an seinem Beispiel merkt man, was Spaß am Fußball ausmacht”, verteilte Rangnick, vielleicht ungewollt, einen Seitenhieb an seine Vorgänger.

“Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung, nicht nur wegen des Treffers”, freute sich Sand. “Wir haben super Kontertore gemacht. Leverkusen musste nach dem 0:1 kommen, da haben wir sie schön ausgespielt. Nach der gebrochenen Serie war es wichtig, wieder drei Punkte einzufahren”, resümierte der Publikums-Liebling.

Nicht weniger glücklich schauten Sands kongeniale Angriffspartner Ailton und Lincoln drein. “Mit Ebbe vorne und Asa weiter zurück, ist das für mich besser. So ist mehr Platz für mich da”, kam der Ex-Bremer mit der gestrigen Taktik sehr gut zurecht. “Ich bin froh, dass ich ein Tor gemacht habe, aber ich hätte drei machen müssen. Aber mir ist das egal, ob eins oder drei: Hauptsache, wir haben gewonnen”, hakte Ailton den verpassten “Dreierpack” schnell ab. “Toni hat für mich das beste Auswärtsspiel gemacht, er war ein ständiger Unruheherd. Das war aber nur eine Frage der Zeit, schließlich hat er in Bremen 28 mal getroffen”, stellte Rangnick dem Spaß-Fußballer ein gutes Zeugnis aus. “Toni ist körperlich uns psychsich gut drauf. Ihm siehst du doch aus 100 Metern an, auch ohne Brille, wie er sich fühlt, ob ihn etwas bedrückt.”

Ohne zu Murren steckte Ailton auch die falsche AbseitsEntscheidung gegen ihn weg, als er in Minute 35 durchgebrochen war. “Wenn der mit 10,8 Sekunden auf 100 Meter auf den Kasten zuläuft, sieht das meistens eher nach abseits aus als bei langsameren Stürmern”, gab Rangnick zu bedenken. “Andy Müller hat gleich eine SMS aufs Handy bekommen, dass es keins war.”

Bleibt noch Lincoln, der wie schon in Kaiserslautern, Edinburgh und Hamburg das finale Erfolsgerlebnis feiern durfte. “Ja, ich habe die Situation gesucht, es war keiner mitgelaufen”, gab der mit nunmehr fünf Buden beste Schalker Torschütze zu, bei Roque Junios leichten Kontakt gerne gefallen zu sein. “Ein Freistoß in der Entfernung ist immer eine gute Chance. Erst ist Marcelo hin gegangen, vielleicht war der Torwart dadurch irritiert”, erklärte Lincoln, der wie der Rest der Mannschaft “das Wort Meisterschaft noch nicht in den Mund nehmen möchte”.

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