Familienduell im Berliner Olympiastadion

20. November 2004, 09:12 Uhr

Für Hansa-Coach Jörg Berger ist sein Berliner Kollege Falko Götz "wie ein Sohn". Doch sämtliche Familienbande sind vergessen, wenn Hansa sich mit drei Punkten die letzte Chance auf den Klassenverbleib erhalten will.

Die enge Beziehung zwischen Jörg Berger und Falko Götz muss am Samstag für 90 Minuten vergessen sein, denn beide Trainer brauchen drei Punkte dringend, um nicht schon vorzeitig sämtliche Saisonziele ad acta legen zu müssen. "Falko war und ist wie ein Sohn für mich, aber darauf kann ich in unserer prekären Lage natürlich keine Rücksicht nehmen", sagt der neue Trainer von Hansa Rostock vor seinem Debüt im Duell mit Hertha BSC Berlin.

Hertha-Coach Götz spielte unter Berger in der U17-Auswahl der damaligen DDR und folgte ihm später per Flucht in den Westen. Der in der Bundesrepublik bereits arrivierte Berger vermittelte beim Wechsel von Götz zu Bayer Leverkusen, was ihm der 42-Jährige bis heute nicht vergessen hat: "Wir haben ein sehr enges Verhältnis, unsere Freundschaft wird in der nächsten Woche auf jeden Fall wieder aufleben."

Die Situation bei den Gastgebern ist nach dem 3:1-Erfolg bei Schalke 04 weit weniger problematisch als beim Tabellenschlusslicht von der Ostsee, dennoch hat auch die Hertha nichts zu verschenken. "Wenn wir gegen Hansa keine drei Punkte holen, war der Sieg auf Schalke nicht viel wert", sagt Götz, der U21-Nationalspieler Christian Müller (Schien- und Wadenbeinbruch) ersetzen muss.

Dortmund fehlt komplette Mannschaft

Nicht nur auf einen Spieler, sondern auf eine komplette Mannschaft muss Bert van Marwijk beim Heimspiel gegen den SC Freiburg verzichten. Zu zehn verletzten Akteuren gesellt sich der nach fünf Gelben Karten gesperrte tschechische Nationalspieler Jan Koller. Trotz dieser personellen Nöte duldet der neue Präsident Reinhard Rauball keine Ausreden: "Gegen Freiburg zu gewinnen, ist ein Muss".

Krstajic wieder im Kader

Zurück in die Erfolgsspur finden will auch Schalke 04, ewiger Revierrivale des BVB. "Uns steht fraglos ein schweres Auswärtsspiel bevor, aber Angst müssen wir nicht haben. Wir haben hintereinander in München, Nürnberg und Hamburg gewonnen, das ist schließlich keine Laufkundschaft", sagt Trainer Ralf Rangnick, bei dem sich vor dem Gastspiel in Leverkusen Verteidiger Mladen Krstajic nach überstandenen Adduktorenproblemen im Kader zurückgemeldet hat.

Kein Favorit in Bielefeld

Die Ex-Kollegen des Serben vom Titelverteidiger Werder Bremen hingegen sehen mit spürbar größerem Respekt als die Königsblauen ihrem Gastspiel in Bielefeld entgegen. "Arminia Bielefeld hat die Euphorie aus der Zweiten Liga mit in die Bundesliga gebracht und lebt sehr gut davon", analysiert Werder-Coach Thomas Schaaf. Gemischte Gefühle auch bei Sportdirektor Klaus Allofs: "Die Partie ist völlig offen, die Favoritenrolle nicht klar verteilt."

Sforza vor Comeback

Eindeutig vergeben ist diese Position beim Auftritt des 1. FC Kaiserslautern bei Rekordmeister Bayern München, auch wenn Ex-Bayer Ciriaco Sforza nach 18-monatiger Verletzungspause (Achillessehnenbeschwerden) an seiner alten Wirkungsstätte ein Comeback versucht. Bei dem Schweizer schwingen im Olympiastadion nostalgische Erinnerungen mit: "Ich war zweimal beim FC Bayern, habe dort alles gewonnen und bin stolz darauf."

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