Die Osttribüne blieb vergleichsweise leer, ein Zeichen der dort sonst beheimateten Anhänger, dass man ziemlich die Nase voll hat.

RWE: Arbeitssieg gegen Kleve war das Vorhaben

Fans nicht weiter aufwühlen

Oliver Gerulat
09. Mai 2009, 13:21 Uhr

Die Osttribüne blieb vergleichsweise leer, ein Zeichen der dort sonst beheimateten Anhänger, dass man ziemlich die Nase voll hat.

Plakate mit dementsprechenden Sprüchen betonten die Aktion. Beim 3:0 (1:0) gegen Abstiegskandidat 1.FC Kleve vor der Minuskulisse von 5345 Anhängern im Georg Melches-Stadion zeigte RWE wenig Glanz, fuhr das Spiel allerdings nach zuletzt vier üblen Niederlagen in der Regionalliga West ein. "Die Basis ist immer die Defensive, nicht das blinde Nachvornelaufen", atmete Thomas Strunz, eigentlich Geschäftsführer Sport, diemals aber mit dem Titel "Team-Chef" an der Seitenlinie, durch. "Wir wussten vorab, dass wir insbesondere im zentralen Sturm die Kopfballhoheit haben, dass wir körperlich stärker sind als der Gegner. Die Jungs setzten sich gut in Szene."
[gallery]596,0[/gallery]
Drei mal mit Erfolg: Dennis Bührer (23.), Sascha Mölders (75.), und Stefan Kühne (82.)trafen. Wobei alle Treffer ihre spezielle, für die aktuelle Situation mehr als treffende Entstehungsgeschichte hatten. Georg Kreß, Kleves Coach, nahm alles ungerührt zur Kenntnis. Er analysierte, "am Anfang nicht präsent genug", gewesen zu sein, bestätigte, "Schwierigkeiten" gehabt zu haben, registriert aber auch Besserung. "Nach 20 Minuten kamen wir rein."

RWE traf genau dann, auch wenn Keeper Christoph Müller den Foulelfmeter von Mölders erst entschärfte, dann aber gegen Bührers Willen chancenlos war. Kreß: "Das 0:1 war ärgerlich, wir waren nicht wach genug." Strunz lobte: "Auch der Elfmeter wurde erzwungen. Dennis Bührer setzte nach, er zeigte die nötige Überzeugung." Strunz sah im Ex-Freiburger einen beispielhaften Fall: "Auch er hatte eine schwere Zeit in den letzten Tagen, was das Training und die Kommentare von der Seitenlinie betraf."
[video]rstv,465[/video]
Die gegen Kleve bekanntlich nicht mehr von Ernst Middendorp kamen, dessen 29-tägige Führungsethik unter der Woche in sogenannter "Einvernehmlichkeit" beendet wurde. "Es ging darum, die Mannschaft wieder aufzurichten. Es reichte ein Arbeitssieg, nichts anderes war es", bilanzierte Strunz.

Das dürfte vor allen Dingen Kreß nicht die Bohne interessiert haben. "Nach der Pause lief es ordentlich, wir konnten kombinieren, hatten ansatzweise Chancen, waren aber nicht zwingend. Das 0:2 war blöd." Keine falsche Beschreibung, Müller säbelte über den Ball, Mölders bedankte sich und rannte zur Bank um den dort frustenden Keeper André Maczkowiak zu umarmen. RWE ist mit wenig zufrieden, Kleve seelenverwandt im aktuellen Abstiegskampf auch. Kreß: "Wir wurden nicht richtig abgeschossen. Insgesamt hat sich das Team bis auf erneute individuelle Fehler gut verkauft. Ein Quäntchen fehlt, Glück oder Unvermögen."

Bei RWE fehlt auch einiges, was am Dienstag, beim Auswärtsspiel in Mönchengladbach, nicht passieren sollte, weil man die Mitglieder, die sich am Donnerstag danach im Essener CinemaXX versammeln, nicht noch mehr aufwühlen darf. Strunz: "Die Jungs wurden nach dem Schlusspfiff auf der Gegengerade von den Fans empfangen. Wir sehen das nicht als Selbstverständlichkeit an. Die Anhänger sind die Basis, sie werden das mit uns schaffen, was wir schaffen werden." Und im Kinokomplex über neue Strukturen abstimmen sowie mächtig kritische Fragen stellen.

Autor: Oliver Gerulat

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren