Rechtzeitig zur heutigen Eröffnung ist das neue Stadion von Borussia Mönchengladbach fertig. Für die Borussia soll damit eine neue Ära eingeläutet werden - dazu passend präsentieren sich Bayern München und der AS Monaco.

Neuer Borussia-Park wird heute feierlich eröffnet

30. Juli 2004, 09:19 Uhr

Rechtzeitig zur heutigen Eröffnung ist das neue Stadion von Borussia Mönchengladbach fertig. Für die Borussia soll damit eine neue Ära eingeläutet werden - dazu passend präsentieren sich Bayern München und der AS Monaco.

Gestern wurde noch gehämmert, gebohrt und geschraubt. Baufahrzeuge fuhren die Hennes-Weisweiler-Allee auf und ab, es herrschte Hochbetrieb auf dem sonst so beschaulichen Areal im Nordpark. Doch rechtzeitig zur heutigen Eröffnung (von 19.00 bis 23.00 Uhr live im DSF) ist alles fertiggestellt und die neue Heimat des Traditionsklubs Borussia Mönchengladbach kann feierlich eingeweiht werden. Der altehrwürdige Bökelberg hat ausgedient, die Zukunft heißt Borussia-Park. In der 53.148 Zuschauer fassenden Arena soll die Rückkehr zu alten, fast schon vergessenen Glanzzeiten gelingen.

"Wir stoßen in neue Dimensionen vor", sagt Gladbachs Präsident Rolf Königs stolz: "Das Stadion eröffnet uns ganz neue Perspektiven. Wir finden nun wirtschaftliche Rahmenbedingungen vor, wie wir sie am Bökelberg nicht hatten. Mit dieser Grundlage wollen wir in drei, vier Jahren wieder oben anklopfen." Da passt es ins Bild, dass am Freitag der deutsche Rekordmeister Bayern München und Champions-League-Sieger AS Monaco zu einem Blitzturnier zu Gast sind, die Popgruppe Pur sorgt für den musikalischen Rahmen.

Neues Stadion entspricht gehobenen Ansprüchen

In der Tat entspricht die neue Heimat den gehobenen Ansprüchen. Das Stadion ist mit 37.440 Sitz- und 15.708 Stehplätzen bis auf das Spielfeld komplett überdacht, integriert mit einer Business-Lounge für 2250 Besucher, 42 Logen, einer Sportsbar, einem Borussia-Museum, einem Jugend-Internat, und, und, und ... Vor dem Stadion entsteht zudem noch ein Trainingszentrum mit sieben Großfeldern. "Die Rahmenbedingungen passen. Nun kümmern wir uns um die sportliche Zukunft", sagt Königs weiter. Allein ein Name für die Arena (Geschäftsführer Stephan Schippers: "Wir stehen im Dialog.") fehlt noch.

Die Euphorie rund um die Borussia ist riesengroß. Über 20.000 Mitglieder verzeichnet der Klub inzwischen, rund 23.000 Dauerkarten wurden verkauft, die ersten Spiele inklusive der Eröffnungsfeier sind nahezu ausverkauft. Der Verein - die Borussia geht mit einem Rekordetat von 40,1 Millionen Euro in die Saison - hat inzwischen eine finanzielle Dimension erreicht, von der Ex-Manager Helmut Grashoff einst nicht zu träumen wagte.

Kostengünstige Lösung

Das Stadion basiert dabei auf einer kostengünstigen Lösung. Nur 87 Millionen Euro nimmt die Finanzierung der Arena in Anspruch, geradezu ein Schnäppchen im Vergleich zu anderen Städten wie Düsseldorf (215 Mio.) oder München (266 Mio.), auch wenn Königs noch mit Mehrkosten von rund 13 Millionen Euro rechnet. 7,7 Millionen bezahlt die Borussia dabei aus eigener Tasche, die Stadt Mönchengladbach gewährt ein Darlehen in Höhe von 35,8 Millionen Euro, für 43,5 Millionen Euro mussten Kredite aufgenommen werden.

Der Mann, der das Projekt auf den Weg brachte, erlebt die Realisierung seines "größten Traumes" nicht mehr. Architekt Dr. Adalbert Jordan verstarb im Frühjahr nach langer Krankheit. Der beliebte Klub-Boss hatte das Thema Stadion in der größten Krise der Borussia wieder aufgegriffen, nachdem Rolf Rüssmann an dem ehrgeizigen Projekt schon gestolpert war und die hochverschuldete Borussia vor dem Sturz in die Bedeutungslosigkeit stand. Jordan hinterließ einen sanierten Klub.

Königs: "Wir sind noch für eine Überraschung gut"

Der wirtschaftliche Grundstein ist also gelegt, nun soll Trainer Holger Fach mit der Mannschaft auf sportlicher Ebene nachlegen. Bekannte Namen wie Christian Ziege (Tottenham Hotspur), Oliver Neuville (Bayer Leverkusen), Milan Fukal (Hamburger SV) oder Nico van Kerckhoven (Schalke 04) wurden dafür geholt. Im Gespräch ist noch ein Top-Stürmer, vielleicht der tschechische Nationalspieler Marek Heinz. Der viel diskutierte Giovane Elber dürfte als "Mister X" für den Sturm dagegen nicht in Frage kommen, auch wenn Königs verspricht: "Wir sind noch für eine Überraschung gut."

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