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Kreis Hagen: Türkgücü Ennepetal ist bester Kreisligist im Revier

"Habe dann die Kabinentür wieder gerade gebogen"

Markus Kleine-Beck
02. April 2009, 18:38 Uhr

Die "türkische Macht" Türk Gücü Ennepetal demonstriert momentan eben diese in der Kreisliga A2 im Kreis Hagen. Als bester Kreisligist in den RevierSport-Top-100 und mit 21 Siegen und einem Remis aus 22 Spielen befinden sich die Schützlinge von Coach Werner Benkert unangefochten auf Aufstiegskurs.

Dabei kämpfte die Truppe, als der Übungsleiter vor zwei Jahren an die Voerder Straße wechselte, noch gegen den Abstieg. "Ich habe hier aber einen guten und vor allem engagierten Vorstand vorgefunden. Zusammen haben wir eine gute Mischung aus jungen, hungrigen und erfahrenen Spielern zusammengestellt", erzählt Benkert. Die Erfahrungen, von denen er hier spricht, stammen dabei aus der Oberliga, der Verbandsliga und sogar aus der türkischen zweiten Liga. "Die Jungs haben teilweise schwere Verletzungen hinter sich, haben Freunde hier und Jobs über unsere Sponsoren bekommen", begründet der Trainer die Attraktivität des Klubs.

"Wedeln hier nicht mit Scheinen"

Denn Prämien gibt es nicht und soll es auch in der (Bezirksliga-) Zukunft nicht geben. "Den Spielern, die hierher wechseln, sagen wir, dass es hier nicht viel Geld gibt. Doch das stört die meisten nicht, sie wissen, dass hier eine super Kameradschaft herrscht und dass das Klima hier einfach stimmt. Deshalb kommen sie - auch ohne dass wir mit Scheinen wedeln." Schließlich ist auch eine Jobvermittlung ein reizendes Angebot.

Fünf hochkarätige Neuzugänge stehen - neben dem neuen Manager Adnan Yalcinkaya - bereits für die kommende Saison fest, der Übungsleiter selbst hat noch einen Vertrag für zwei Jahre. "Daran halte ich fest. Ich hatte noch nie so viel Spaß, zum Training zu kommen wie hier - und solange es Spaß macht, bleibe ich dem Verein erhalten." In der kommenden Saison wird es voraussichtlich in der Bezirksliga an den Start gehen. Doch auch die soll nur Durchgangsstation sein. "Wir wollen in die Landesliga. Genug Zuschauer und spielerische Qualität dafür haben wir in jedem Fall."

In Wetter musste die Kabinentür dran glauben

Dabei bleibt die den Migrationsvereinen gerne nachgesagte Aggressivität und Disziplinlosigkeit völlig auf der Strecke. "Wie gesagt: Die meisten Spieler sind Freunde und vor allem sind es alles Spieler mit Charakter. Andere ausländische Vereine werden vom Kreis beobachtet, wir nicht. Das sagt ja an sich schon genug aus."

Am Wochenende gab es jedoch den ersten kleineren Dämpfer. Beim 3:3 in Wetter wurden zum ersten Mal in dieser Saison Punkte hergegeben. "Wir mussten auf einem morastigen Ascheplatz ran, dass war ungewohnt für meine Jungs, da wir ja fast nur noch auf Kunstrasen spielen. Zur Halbzeit stand es 3:1 für Wetter, begünstigt noch durch zwei Foulelfmeter gegen uns. Ich hab dann nach der Halbzeitansprache die Kabinentür wieder gerade gebogen und meine Jungs haben nur noch aufs gegnerische Tor gespielt. Aber wir waren vor dem Tor einfach zu fahrlässig, haben zusätzlich noch einen Elfmeter verschossen und so die Punkte verschenkt." Vielleicht, so sagt er weiter, war das aber ein Schuss vor den Bug zu rechten Zeit.

Autor: Markus Kleine-Beck

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