Albert Caspers ist als Präsident des Bundesligisten 1. FC Köln zurückgetreten und hat den Weg für FC-Ikone Wolfgang Overath frei gemacht, der bislang als Berater des Präsidiums fungiert.

FC-Präsident Caspers zurückgetreten

07. Mai 2004, 15:59 Uhr

Albert Caspers ist als Präsident des Bundesligisten 1. FC Köln zurückgetreten und hat den Weg für FC-Ikone Wolfgang Overath frei gemacht, der bislang als Berater des Präsidiums fungiert.

Jetzt steht einem Engagement Wolfgang Overaths als Klub-Chef des 1. FC Köln nichts mehr im Wege. Albert Caspers ist am Freitagnachmittag als Präsident des Bundesligisten zurückgetreten und hat den Weg für Wolfgang Overath frei gemacht, der bislang als Berater des Präsidiums fungiert und Ambitionen auf den Posten des Klub-Chefs beim ersten Bundesliga-Meister hat. Das Kölner Fußball-Idol wird sich bei einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung am 14. Juni zur Wahl stellen.

Drei Abstiege unter Caspers

Um 12.53 Uhr war die Ära Caspers und das unrühmliche Ringen um die Macht beim ersten Bundesliga-Champion beendet. Seit Dezember 1997 hielt der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Ford Deutschland das Zepter beim Traditionsklub in den Händen, allerdings stieg der Verein vor Wochenfrist zum dritten Mal während seiner Amtszeit ab. Nun soll es Galionsfigur Overath richten.

"Wir schauen ab sofort nicht mehr zurück in die Vergangenheit, wir schauen nur noch nach vorne. Ich habe ja gesagt, jetzt gibt es nichts anderes mehr. Ich werde das nur noch meiner Frau erklären müssen", sagte Overath, der Weltmeister von 1974, auf einer Pressekonferenz. Der 60-Jährige hatte zuvor den öffentlichen Druck auf Caspers erhöht und diesen quasi zur Demission gezwungen. Bis zur turnusmäßigen Mitgliederversammlung im Herbst wollte Overath nicht warten.

"Der Verwaltungsrat hat zu Beginn eine Erklärung des Präsidenten Albert Caspers zur Kenntnis genommen, in der er seinen sofortigen Rücktritt verkündet hat", sagte der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Helmut Haumann. Der Verwaltungsrat beschloss die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung und schlug Overath einstimmig zur Wahl zu Präsidenten vor." Dass Overath gewählt wird, daran gibt es in Köln nicht den geringsten Zweifel. Die beiden Vizepräsidenten Klaus Dieter Leister und Dr. Bernd Steegmann werden bis dahin die Geschäfte führen.

"Werden sofort wieder aufsteigen"

Overath hatte bis zuletzt jeden Kommentar zur Lage vermieden, hinter den Kulissen aber klar gemacht, dass ohne ihn bei "seinem" Klub nichts mehr laufen soll. "Wir sind abgestiegen, aber wir wollen und werden sofort wieder aufsteigen. Das ist unsere Verpflichtung den fanstastischen Fans gegenüber. Wir wollen und werden das packen", versprach Overath. Der dreimalige WM-Teilnehmer weiß auch genau, wo er den Hebel ansetzen muss: "Wir brauchen drei, vier Führungsspieler, einen, der Tore macht und in der Hintermannschaft einen zentralen Spieler, aber wir können keine Ablösesummen von einer Million und mehr bezahlen. Wir spielen finanziell schon lange nicht mehr in der ersten Liga. Wir haben nur die Chance, auf die Jugend zu setzen."

Overath ließ keinen Zweifel daran, dass er auch in Zukunft auf Trainer Marcel Koller und Sportmanager Andreas Rettig setzt: "Koller ist der einzige Trainer in den vergangengen zehn Jahren, der in Köln auf die Jugend gesetzt hat. Ich vertraue ihm. Aber wenn er verliert, wird es schwer haben, das weiß er. Natürlich ist der Druck groß, er muss dem Druck Stand halten. Es gibt keine Alternative zum sofortigen Wiederaufstieg. Wir müssen spielerisch überzeugen. Ich traue Koller zu, dass er einen guten Job in der 2. Bundesliga macht. Und ich vertraue Andreas Rettig."

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