Gerald Vanenburg soll 1860 München an den letzten fünf Spieltagen vor dem Absturz in die zweite Liga retten. Der ehemalige

Münchner "Löwen" setzen auf Vanenburg als Retter

bb
19. April 2004, 15:03 Uhr

Gerald Vanenburg soll 1860 München an den letzten fünf Spieltagen vor dem Absturz in die zweite Liga retten. Der ehemalige "Löwen"-Profi wurde als Nachfolger des am Samstag entlassenen Trainers Falko Götz präsentiert.

Gerald Vanenburg ist zurück in der Bundesliga - und das bei seinem alten Verein 1860 München. Wie erwartet präsentierten die krisengeschüttelten "Löwen" am Montag ihren ehemaligen Profi als Nachfolger des unter peinlichen Umständen geschassten Trainers Falko Götz, um in den verbleibenden fünf Saisonspielen den drohenden Abstieg aus der Bundesliga doch noch zu vermeiden. Und der Retter in höchster Not verbreitete auch gleich Optimismus: "Im Fußball bist du nie sicher, aber ich habe das Gefühl dass wir das schaffen können", sagte der 40 Jahre alte Niederländer.

Auch Sportdirektor Dirk Dufner, der nach den fünf Chaos-Wochen bei den "Blauen" selbst in die Kritik geraten ist, versuchte sich in der Vermittlung von Aufbruchsstimmung. Vanenburg, der 1998 und 1999 insgesamt 43 Bundesliga-Spiele für die "Löwen" bestritt und danach, freilich nur für drei Wochen, als Co-Trainer unter Peter Pacult an der Grünwalder Straße diente, sei "genau der richtige Mann, um die Klasse zu halten. Er hat ein großes Herz für 1860". Vanenburg, der zuletzt als Jugendtrainer beim PSV Eindhoven arbeitete, erhielt am Sonntagabend einen Vertrag zunächst bis Saisonende.

Vanenburg sieht "fünf Finalspiele"

Das Herz von Vanenburg allein wird aber kaum ausreichen. Der "Wunschkandidat" (Dufner) der Sechziger hat angesichts des doch eher Furcht einflößenden Restprogramms eine Art Himmelfahrtskommando angetreten: Am Sonntag steht das Derby gegen den FC Bayern an, dann folgen Spiele gegen Bayer Leverkusen (H), Hansa Rostock (A), Hertha BSC Berlin (H) und Borussia Mönchengladbach (A). "Wir haben ein sehr schweres Programm, das sind fünf Finalspiele", gibt der neue Trainer zu. Seine ersten Worte an die Mannschaft waren eindeutig: "Ich habe ihr gesagt, dass wir am Sonntag gewinnen müssen."

Noch immer stehen die "Löwen" nicht auf einem Abstiegsplatz, aber nach zuletzt drei Niederlagen hintereinander und fünf Spielen in Serie ohne Sieg auch nur noch einen Zähler vor dem Abgrund. Der Trainerwechsel, gegen den sich Präsident Karl Auer lange gesträubt hatte, komme nicht zu spät, versicherte Dufner: "Wir waren überzeugt davon, dass wir es mit Falko Götz schaffen, das Spiel gegen Hamburg zu gewinnen. Aber hinterher ist man ja immer schlauer." Er habe auch erst am Samstagabend Kontakt mit Vanenburg aufgenommen und vorher mit keinem anderen Trainer geredet, so der Sportdirektor.

Vanenburgs Vorteil: Er kennt das Umfeld

In den Augen von Dufner ist Vanenburg, 1988 mit Hollands Nationalmannschaft Europameister, wie geschaffen für die überaus heikle Mission. "Er kennt das Umfeld, er kennt die Mannschaft, er genießt Respekt in der Mannschaft. Es war für uns wichtig, dass wir einen Trainer zu holen, der hier alles kennt." Seit seinem schnellen und doch eher unrühmlichen Abschied als "Co" von Pacult im November 2001 hat der Niederländer Kontakt gehalten nach München. "Ich weiß viel von der Mannschaft", behauptet Vanenburg, "ich habe viel mit den Spielern geredet."

Dufner kann sich auch vorstellen, dass Vanenburg über das Saisonende hinaus den "Jugendstil" der "Löwen" fortsetzt, egal ob in der 1. oder in der 2. Bundesliga. Der Niederländer freilich will sich damit nicht beschäftigen: "Das Wichtigste sind jetzt die nächsten fünf Spiele. Danach schauen wir weiter."

Autor: bb

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