SCHALKE 04 - Lamottes Wandel: Tor-Hunger nach Öko-Diät

hb
08. April 2004, 09:54 Uhr

Als Jupp Heynckes ihn nach der Verletzung von Christian Poulsen plötzlich zum Spiel bei Eintracht Frankfurt aus dem Hut zauberte, da rieben sich Experten wie Fans die Augen. Fabian Lamotte aha!

Als Jupp Heynckes ihn nach der Verletzung von Christian Poulsen plötzlich zum Spiel bei Eintracht Frankfurt aus dem Hut zauberte, da rieben sich Experten wie Fans die Augen. Fabian Lamotte aha! Beim 0:3 am Main mit dem gesamten Team untergegangen und beim folgenden 2:2 gegen Hannover nicht wirklich gut, hat der 21-Jährige inzwischen seinen Platz in der Schalker Mannschaft gefunden.

Am Samstag lieferte Lamotte im vierten Anlauf sein erstes richtig überzeugendes Bundesliga-Spiel ab und erlebte kurz vor 16 Uhr wohl einen seiner größten Momente als Fußballer. Sein Solo über den halben Platz mit anschließendem Pfostentreffer, den Ebbe Sand zum 2:0 vollendete, ließ die Beobachter mit der Zunge schnalzen. "Großartig, wie er den Treffer von Ebbe vorbereitet hat", freute sich Jupp Heynckes. "Mein Vertrauen in ihn zahlt sich aus. Ich weiß, welche Qualitäten er besitzt. Er steigert sich langsam, aber kontinuierlich", lobte der S04-Trainer den Youngster."Ich habe gesehen, dass der Platz da ist und ich nach vorne laufen könnte. Dann habe ich einfach abgezogen. Schade, dass der Ball nicht drin war", wollte sich der Schütze nicht länger mit dem Thema aufhalten.

1998 vom oberhessischen TuS Hesperingshausen zum FC Schalke gewechselt, durfte Lamotte am 10. Mai 2002 als Kapitän der Schalker A-Jugend nach einem 5:4-Elfmeter-Krimi gegen den VfB Stuttgart den Junioren-DFB-Pokal in die Luft recken. Sein bisher größter Erfolg bis zum 3. April 2004. Gestern krönte der Abiturient eine tolle Leistung mit seinem ersten Bundesliga-Treffer, zog sich beim Torjubel aber das Trikot vor den Kopf und brach sogar fast in Tränen aus. "Das war ein Reflex", winkte Lamotte ab. Sein letztes Tor datiert vom 2. August 2003. An diesem Tage traf Lamotte zum zwischenzeitlichen 3:0 beim 3:1-Sieg der Schalker "U23" in Münster.

Auf dem Platz inzwischen erstligareif, fällt der im Hochsauerland (Marsberg) geborene Abwehrspieler beim Interview-Marathon nach dem Spiel deutlich ab. Mehr als "Ja", weiß und will Lamotte vor den Mikrofonen der Reporter nicht sagen. "Fabian muss manchmal angeschoben werden. Er ist nun einmal kein Temperaments-Bolzen, sondern ein ruhiger, introvertierter Spieler", weiß Heynckes, der dem Anfang des Jahres etwas übergewichtigen Jung-Profi zunächst eine strenge Diät verordnete. "Seitdem habe ich fünf Kilo abgenommen. Unser Öko hat mir dabei geholfen", bringt Lamotte dank des ausgewogenen Ernährungsplans von Ökotrophologe Christian Frank nur noch 84 Kilo auf die Waage.

So erleichtert, hofft er nun auf einer Verlängerung seines zum 30. Juni auslaufenden Vertrages. "Ich würde gerne auf Schalke bleiben und würde mich freuen, wenn mich der Verein anspricht", bleibt Lamotte weiter schön zurückhaltend.

Autor: hb

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