Der Turn- und Sportverein Huckingen bleibt im Rennen um den Aufstieg in die Bezirksklasse weiter in aussichtsreicher Position. Am frühen Nachmittag siegte die Elf von Trainer Michael Keldermann beim direkten Konkurrenten HSV Hilal mit 2:0 und hat nun genau so viele Zähler auf dem Konto wie der heutige Gegner.

Kreis DU/MH/DIN: HSV Hilal - TuSpo Huckingen 1898 0:2

TuSpo siegt in Unterzahl, Ürün stinksauer

Moritz Rieckhoff
01. März 2009, 19:48 Uhr

Der Turn- und Sportverein Huckingen bleibt im Rennen um den Aufstieg in die Bezirksklasse weiter in aussichtsreicher Position. Am frühen Nachmittag siegte die Elf von Trainer Michael Keldermann beim direkten Konkurrenten HSV Hilal mit 2:0 und hat nun genau so viele Zähler auf dem Konto wie der heutige Gegner.

Mit nunmehr 39 Punkten liegen die Süd-Duisburger jetzt punktgleich mit dem Tabellenzweiten aus Speldorf auf dem vierten Tabellenrang. Der HSV Hilal bleibt auf dem dritten Rang der Tabelle. Abdu Yetüt (68.) und der eingewechselte Emre Camdali (87.) machten den verdienten Dreier der Gäste mit ihren jeweils sehenswerten Treffern perfekt.

Dass die Partie auch anders laufen könnte, befürchtete vor dem Anpfiff des „Aufstiegs-Duells“ TuSpo-Co-Trainer Helmut Trautmann: „Hilal hat eine starke Elf. Hier zu bestehen ist nicht einfach“, stellte der Coach seiner Truppe einen arbeitsreichen Sonntag in Aussicht und war sich sicher: „Das wird eine hoch emotionale Angelegenheit.“ Und zumindest was die letzten zwanzig Minuten einer insgesamt sehr hektischen Begegnung anging, sollte Trautmann Recht behalten.
[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/010/896-11291_preview.jpeg Immer einen Schritt schneller als der Gegner: Der TuSpo Huckingen (grüne Trikots) siegte verdient beim HSV.[/imgbox]
Doch zunächst war es auf dem schwierig zu bespielenden Geläuf der Bezirkssportanlage BSA II eher ruhig. Zumindest was das fußballerische Geschehen auf der roten Asche anging, bot das Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten den rund 100 Zuschauern eher Hausmannskost statt „Haute cuisine“. Dafür waren die Akteure stimmlich recht gut in Fahrt.

„Dieses dauernde Reklamieren und Kommentieren bei meinen Entscheidungen ist doch etwas nervig“, fasste Referee Ese Öztas die verbalen Höchstleistungen der Kicker in den ersten 45 Minuten zur Halbzeit ruhig zusammen und hatte sogar noch einen Tipp parat: „Wenn die Jungs sich mehr auf ihr eigenes Spiel konzentrieren würden, wäre das Match wahrscheinlich weitaus attraktiver.“

So sind die Höhepunkte des ersten Durchgangs dann auch schnell erzählt, denn eine klare Torchance erspielten sich lediglich die Gastgeber. Doch Atilla Turkeri vermochte es nach einer halben Stunde nicht, den Ball aus aussichtsreicher Position an 1898-Goalkeeper Dennis Geenen vorbei zu schieben.
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/010/900-11295_preview.jpeg War mit fairen Mitteln nicht zu stoppen: Torschütze und zugleich bester Mann auf dem Feld Abdu Yetüt.[/imgbox]
Der Huckinger Goalkeeper blieb Sieger und bewahrte seine Elf vor einem Rückstand, der bis dato nicht verdient gewesen wäre. Denn die Gäste waren bereits vor der Pause das agilere Team, versäumten es aber mit genauen Pässen in die Spitze bereits zu diesem Zeitpunkt zu klaren Einschussmöglichkeiten zu kommen. „Ich bin erst einmal froh, dass wir gesund in die Pause gekommen sind“, bilanzierte HSV-Coach Kamil Ürün zur Halbzeit und skizzierte die personelle Lage des eigenen Teams so: „Am Mittwoch hatte ich sechs Mann beim Training und heute nur Verletzte auf der Reservebank. So kannst du von außen kaum reagieren.“

Und eine Reaktion wäre nach dem Wechsel wichtig gewesen, denn die Hausherren gaben das Match nun immer mehr aus der Hand. Und so erspielte sich der TuSpo nun klare Chancen und ging nach einer guten Stunde verdient in Führung. Doch Torschütze Yetüt konnte sich nicht lange über seinen Treffer freuen. Nach einem vermeintlich absichtlichen Handspiel folgte der Angreifer seinem zuvor vom Platz gestellten Mannschaftskapitän Cengiz Kilinc mit Gelb-Rot im Gepäck in die Kabine.

Doch die numerische Unterlegenheit machte sich auf dem Platz nicht bemerkbar. Die 98er blieben am Drücker und „Joker“ Camdali machte den Triumph für die Huckinger schließlich perfekt und befand nach dem Abpfiff der Begegnung: „Wir waren das bessere Team und haben verdient gewonnen.“ Nicht ganz so glücklich zeigte sich derweil TuSpos zweiter Torschütze Yetüt: „Ich bin hier bis zu meinem Platzverweis nur beleidigt und getreten worden.“
[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/010/902-11297_preview.jpeg Kam, sah und traff: Emre Camdali erzeilte wie schon letzte Woche nach seiner Einwechslung einen wichtigen Treffer für sein Team.[/imgbox]
Dabei dürfte die Huckinger Spitze vor allem Yasin Tezcan gemeint haben. Der Defensiv-Mann des HSV lieferte sich hitzige und wortreiche Duelle mit dem quirligen Angreifer und hätte sich speziell nach einem groben Foul an seinem Dauerkonkurrenten nicht über einen Platzverweis beschweren können. Doch der unglücklichste Protagonist des heutigen Nachmittags war Yetüt deshalb freilich nicht.

Diesen Part übernahm in den Minuten nach dem Spiel Hilal-Trainer Ürün. „Ich bin stinksauer auf meine Elf und total enttäuscht von unserem heutigen Auftritt“, bilanzierte Ürün und legte nach: „Nach so einem Match denke ich an ernsthafte Konsequenzen.“

Rücktritt nicht ausgeschlossen? „Das werden wir sehen. Ich muss erst einmal nachdenken“, wollte der Übungsleiter keine genaue Aussage treffen.

Autor: Moritz Rieckhoff

Mehr zum Thema

Rubriken

Kommentieren