Bobic beendet Herthas schwarze Serie

08. Februar 2004, 20:00 Uhr

Fredi Bobic hat nach neun Spielen ohne einen Treffer das entscheidende Tor beim 1:0-Sieg von Hertha BSC Berlin gegen den VfB Stuttgart erzielt und somit für den ersten Sieg unter dem neuen Trainer Hans Meyer gesorgt.

Ausgerechnet Fredi Bobic hat Hertha BSC Berlin im Abstiegskampf der Bundesliga neues Leben eingehaucht. Der Torjäger, der vom neuen Trainer Hans Meyer vor Rückrundenstart eigentlich schon aussortiert war, köpfte die Berliner in der 87. Minute nach einem Freistoß des Brasilianers Marcelinho zum 1:0 (0:0)-Erfolg gegen den VfB Stuttgart. Für den Nationalspieler war es Tor Nummer 104 in seinem 250. Bundesliga-Spiel.

Hertha bleibt weiter Schlusslicht

Trotz des Sieges bleiben die Berliner Schlusslicht der Liga, punktgleich mit Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Köln. Der VfB Stuttgart dagegen verlor wertvollen Boden im Kampf um den Titel. Die Schwaben, die seit 13 Jahren auf einen Bundesliga-Sieg in der Hauptstadt warten, haben jetzt schon sieben Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Werder Bremen und mussten zudem Platz zwei an Bayern München abtreten.

Trainer Hans Meyer sorgte für seine Heimpremiere im Olympiastadion für eine personelle Überraschung. Für den grippeerkrankten Marko Rehmer kam Sofian Chahed zu seiner Bundesliga-Premiere, und der U-20-Nationalspieler machte als Gegenspieler von Alexander Hleb eine gute Figur. Ebenso erwies sich Neuzugang Giuseppe Reina sich als belebendes Element.

39.153 Zuschauer sahen zur Einweihung der neuen Flutlichtanlage eine unterhaltsame Partie, in der die Hausherren den besseren Auftakt erwischten. Nach einem Doppelpass mit Marcelinho und anschließend noch Bobic schoss Andreas "Zecke" Neuendorf in der zehnten Minute ein. Schiedsrichter Thorsten Kienhöfer aus Herne verweigerte dem regulären Treffer wegen angeblicher Abseitsstellung die Anerkennung. Unmittelbar vor dem 1:0-Siegtreffer erkannte der Schiri einen Treffer von Alexander Madlung nicht an, weil er den Ball noch nicht freigegeben hatte. Im zweiten Versuch klappte es aber wieder. Wenige Minuten zuvor hatte Marcelinho noch den Pfosten getroffen (79.).

Die Gäste, die ohne Neuzugang Hakan Yakin angereist waren, hatten große Schwierigkeiten, ihr gefürchtetes Flügelspiel aufzuziehen. Lediglich Philipp Lahm konnte sich in der ersten Halbzeit auf der linken Seite in Szene setzen. In der 20. Minute scheiterte er mit einem Flachschuss an Hertha-Keeper Christian Fiedler, kurz vor der Pause konnte Lahm an der Strafraumgrenze nur mit einem Foul gebremst werden. Den fälligen Freistoß schoss Abwehrspieler Fernando Meira knapp am Tor vorbei.

Auch im zweiten Durchgang blieben die Hausherren zunächst am Drücker und hatten durch Arne Friedrich in der 47. Minute per Distanzschuss die erste große Chance. Neuzugang Reina wäre in der 60. Minute fast zum neuen Publikumsliebling der Fans geworden, als er per Fallrückzieher fast die Führung erzielt hätte. Die Fans feierten den Ex-Borussen mit lautstarken Anfeuerungsrufen und schrien fortan ihre Mannschaft weiter nach vorne.

Autor:

Kommentieren