Die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH will das Verhalten der Schalker bei den Transfers von Ailton und Mladen Krstajic von Werder Bremen genau prüfen. Die

Schalke droht ein Nachspiel durch die DFL

10. Oktober 2003, 22:21 Uhr

Die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH will das Verhalten der Schalker bei den Transfers von Ailton und Mladen Krstajic von Werder Bremen genau prüfen. Die "Knappen" könnten sich dabei "unseriös" verhalten haben.

Das Verhältnis zwischen Werder Bremen und dem FC Schalke 04 bleibt vorerst gespannt. Die Vorgehensweise der Gelsenkirchener bei den Transfers von Ailton und Mladen Krstajic vom Ligakonkurrenten aus Bremen könnte für die "Königsblauen" ein Nachspiel haben. Die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH wird den Sachverhalt prüfen, sobald die Norddeutschen wie angekündigt den vermeintlichen Verstoß gegen die Liga-Regularien offiziell beim Ligaverband melden.

Bis Freitagnachmittag war in der DFL-Zentrale in Frankfurt allerdings kein Schreiben aus Bremen eingetroffen und demnach keine Ermittlungen aufgenommen worden. "Ich rechne aber damit, dass Werder sich in den kommenden Tagen noch melden wird. Sollte es so sein, werden wir die Schalker anschreiben, um Licht in die Sache zu bringen", bestätigte DFL-Geschäftsführer Heribert Bruchhagen am Freitag dem Sport-Informations-Dienst (sid) auf Anfrage.

Überrascht war man bei den "Knappen" über eine Meldung, wonach die DFL bezüglich der Transfers bereits tätig geworden sei und einen Brief an Werder geschrieben habe. "Uns ist von Ermittlungen nichts bekannt, außerdem lassen wir das unkommentiert", erklärte Pressesprecher Gerd Voss.

DFL überprüft "unseriöses Verhalten"

Sollte es jedoch zu einem Verfahren kommen, könnte auf Schalke im schlimmsten Fall eine Geldstrafe in Höhe von 250.000 Euro zukommen, falls die DFL dem siebenmaligen deutschen Meister im Zuge der Vertragsverhandlungen mit Ailton und Krstajic "unseriöses Verhalten" gegenüber Werder nachweist. Laut DFL-Statuten muss ein Verein von der werbenden Konkurrenz über etwaige Gespräche mit seinen Spielern informiert werden, wenn "konkret über Geld und Vertragslänge" gesprochen wird, wie Bruchhagen die Gesetzeslage verdeutlichte.

Schalke-Manager Rudi Assauer hat bislang alle Vorwürfe von Bremer Seite zurückgewiesen und sieht sich nach wie vor im Recht. "Unser Vorgehen war legitim. Die Transfers waren von langer Hand vorbereitet. Es wäre fahrlässig von uns gewesen, sich nicht um diese Spieler zu bemühen", meinte Assauer.

Allofs: "Assauer war unredlich"

Bremens Manager Klaus Allofs sieht das ganz anders. "Das Verhalten von Rudi Assauer war unredlich. Als ehemaliger Spieler und Manager von Werder war seine Beziehung zu uns immer etwas Besonderes. Er weiß Dinge von uns, die andere Kollege nicht wissen, hat uns aber in keiner Weise über seine Verhandlungen informiert", schimpfte Allofs, nachdem bekannt geworden war, dass Ailton (Vertrag bis 2006) und Krstajic (bis 2008) spätestens ab der kommenden Saison für Schalke spielen werden.

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