In seinen bisher 14 Bundesliga-Spielen für den FC Schalke 04 hat Dario Rodriguez nicht wirklich eine gute Figur abgegeben.

S04 - Rodriguez "ein interessanter Spieler"

hb
22. Juli 2003, 17:51 Uhr

In seinen bisher 14 Bundesliga-Spielen für den FC Schalke 04 hat Dario Rodriguez nicht wirklich eine gute Figur abgegeben.

In seinen bisher 14 Bundesliga-Spielen für den FC Schalke 04 hat Dario Rodriguez nicht wirklich eine gute Figur abgegeben. Vor knapp einem Jahr für den seinerzeit mit einem Knorpelschaden lange ausfallenden Nico van Kerckhoven von Penarol Montevideo nach Gelsenkirchen geholt, spielte sich der WM-Torschütze alsbald aus der Schalker Mannschaft. Unvergessen bleibt seine Vorstellung beim 1:1 gegen Arminia Bielefeld nach einer guten halben Stunde für den einmal mehr angeschlagenen Belgier eingewechselt und 36 Minuten später wieder vom Platz genommen wurde. Der peinliche falsche Einwurf in diesem Spiel markierte den Tiefpunkt in der Bundesliga-Karriere des "Urus", der dank Jupp Heynckes so langsam wieder aufblüht.

"Südamerikaner brauchen ihre Zeit, bis sie sich umgestellt haben. Sie verlassen in der Heimat ihre gewohnte Umgebung, werden aus ihren zumeist großen Familien heraus gerissen und müssen dann in Europa eine ganz andere Kultur und Sprache kennen lernen. Das ist ein Prozess, der dauern kann", findet es Trainer Jupp Heynckes nicht ungewöhnlich, dass die Integration der Zugänge vom anderen Kontinent bisweilen ein Jahr oder länger braucht. "Im Profi-Fußball haben sie aber normalerweise nicht die Zeit, um sich einzuleben. Dass diese Spieler Höhen und Tiefen erleben, ist für mich ganz normal", spricht der 58-Jährige aus Erfahrung.

So gehört auch Dario Rodriguez zu den Kickern, die bei Jupp Heynckes bei Null anfangen. Der Linksfuß nahm die Zuwendung dankbar an und zeigte in der bisherigen Vorbereitung erste Ansätze seiner Fähigkeiten, wegen der sich seinerzeit der in Uruguay "spionierende" Team-Manager Andreas Müller für eine Verpflichtung stark machte. "Für mich ist das ein ganz interessanter Spieler", hat auch Heynckes erkannt, dass in Rodriguez Qualitäten schlummern, die bisher noch nicht richtig abgerufen wurden. "Fußball ist nicht nur Physis. Da spielt sich ganz viel im Kopf ab. Wenn ein Spieler kein Selbstvertrauen hat, kannst du ihn vergessen. Du musst ihn stärken, ihn auf seine Qualitäten ansprechen", will der S04-Coach bei seinen Profis auch das allerletzte Prozent an Leistung heraus kitzeln.

Für Rodriguez heißt das, bereit zu sein, wenn auf der linken Seite die vorerst gesetzten Nico van Kerckhoven oder Levan Kobiashvili schwächeln. Dass dieser Fall schneller eintreten kann, als man hoffen mag, bewiesen die Verletzungen in den vergangenen Wochen.

So hat sich zum Beispiel gerade ein Anibal Matéllan, der wie Dario Rodriguez von den psychologischen wie sprachlichen Fähigkeiten von heynckes profitiert, in der Schalker Abwehr-Viererkette unverzichtbar gemacht. Der Argentinier, nach seinen ersten beiden Jahren auf Schalke bereits als 10 Millionen DM teurer Fehleinkauf verrufen, taugt als gutes Vorbild für Rodriguez. "Alles gut", grinst der 28-Jährige in noch gebrochenem Deutsch. Ein Neuanfang, der für die Zukunft - Rodriguez hat noch einen Vertrag bis 2006 - hoffen lässt.

Autor: hb

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