Das Derby hatte alles, um ein richtig großes zu werden. Für beide Teams ging es um mehr als schnöde drei Punkte. Neben jeder Menge Prestige hätte die Paarung für beide auch als Schicksalsspiel überschrieben werden können – richtungsweisend war es allemal. Dazu eine Kulisse von 9090 Zuschauern, die als Gegenpol zu den eisigen Außentemperaturen für das nötige Betriebsklima im ISS-Dome sorgten.

Krefeld Pinguine: Knappe Derby-Pleite

DEG im Glück, Pavlov angefressen

Aaron Knopp
13. Dezember 2008, 00:42 Uhr

Das Derby hatte alles, um ein richtig großes zu werden. Für beide Teams ging es um mehr als schnöde drei Punkte. Neben jeder Menge Prestige hätte die Paarung für beide auch als Schicksalsspiel überschrieben werden können – richtungsweisend war es allemal. Dazu eine Kulisse von 9090 Zuschauern, die als Gegenpol zu den eisigen Außentemperaturen für das nötige Betriebsklima im ISS-Dome sorgten.

Entsprechend hitzig ging es im ersten Drittel auch zur Sache. Vor allem die Gäste schienen nach der knappen Heimniederlage in der ersten Saison-Begegnung beider Mannschaften und den zuletzt doch eher mäßigen Vorstellungen auf Wiedergutmachung bedacht und kauften den hüftsteifen Düsseldorfern sofort den Schneid ab. Weder im Spiel Fünf gegen Fünf noch in Überzahl verstanden es die Metro Stars, Scott Langkow im KEV-Kasten vor Herausforderungen zu stellen.

Im Gegenteil, besonders in Unterzahl machten die Pinguine den Hausherren das Leben schwer, waren gut organisiert, arbeiteten unermüdlich und beschworen sogar mit einem Mann weniger auf dem Eis immer wieder Torgefahr herauf. So auch in Minute 15, wenngleich Dusan Milos Schuss von der blauen eigentlich wenig furchterregend übers Eis hoppelte, DEG-Goalie Jamie Storr aber durch die Schoner rutschte. Noch im ersten Drittel (19.) hatte Milos Defensiv-Nebenmann Richard Pavlikovksy sogar die Chance, auf 2:0 zu erhöhen, konnte die Scheibe aber nicht kontrollieren und verfehlte das leere Tor.

Eine Chance, die den Gästen rückblickend noch Kopfschmerzen bereiten sollte. Zwar schien es lange, als hätten die blutleeren Metro Stars nichts mehr zuzusetzen, was die Pinguine nutzten, um ebenfalls einen Gang zurückzuschalten. Dumm nur, dass – als selbst den Heim-Fans schon der Glaube an einen möglichen Erfolg abhanden gekommen schien – die Truppe von Trainer Harold Kreis noch einen auf Lager hatte. Patrick Reimer nutzte eine der wenigen Unkonzentriertheiten in der kompakten KEV-Verteidigung und schlug die Hartgummischeibe unter die Latte. Die Krefelder wurden vom Ausgleich scheinbar ebenso überrumpelt wie das Gros der Zuschauer und gerieten arg ins Taumeln. Nur mit einer gehörigen Portion Glück und Langkow retteten sie sich in die Verlängerung, wo der wiedergenese Rob Collins schließlich den Deckel drauf machte und den Landeshauptstädtern den Zusatzpunkt sicherte.

Zumindest die beiden Coaches konnten der über weite Strecken ziemlich biederen Partie einiges abgewinnen. DEG-Trainer Kreis sprach sogar von „Play-off-Hockey. Es war äußerst spannend, doch wir haben geduldig auf unsere Chance gewartet und die Deckung nicht aufgegeben. Insofern freue ich mich über die Punkte und auch über den Zähler für Krefeld.“

Auch die Großzügigkeit seines Kollegen wusste Igor Pavlovs Laune nicht aufzubessern, der zwar sah: „Das bessere Team hat heute gewonnen.“ Dafür aber dennoch offensichtlich angefressen und wortlos davonstapfte.

Autor: Aaron Knopp

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