Keine Frage, Andreas Möller gehört zu den großen Verlierern dieser aus Schalker Sicht verkorksten Saison.

SCHALKE 04 - Möllers letzte Worte

hb
16. Mai 2003, 13:41 Uhr

Keine Frage, Andreas Möller gehört zu den großen Verlierern dieser aus Schalker Sicht verkorksten Saison.

Keine Frage, Andreas Möller gehört zu den großen Verlierern dieser aus Schalker Sicht verkorksten Saison. Nach vier Monaten, in denen der 35-Jährige sich von einer Verletzung zur nächsten schleppte, durfte der Regisseur am vergangenen Sonntag gegen Hannover mal wieder von Anfang an spielen und versagte. Es war vielleicht der letzte Auftritt des Welt- und Europameisters. „Ich werde nie mehr Bundesliga spielen“, erklärte Möller.

Damit war trotz der harschen Kritik von Rudi Assauer an seiner Vorstellung nicht gemeint, dass er in den letzten beiden Partien für den FC Schalke nicht mehr zur Verfügung stehen würde. Noch am Sonntag hatte der Manager gezürnt, man habe „gesehen, dass es für den einen oder anderen nicht mehr reicht.“ Starker Worte, die am Adressaten nicht ohne Reaktion abprallten. „Es wird kein Abschiedsspiel geben“, kündigte Möller an. „Die Sache ist mir zu heiß. Ich habe mehrere Jahre bei Dortmund gespielt und jetzt drei auf Schalke. Da will ich keinem auf den Schlips treten. Ansonsten würden BVB-Fans pfeifen, wenn ich im Schalke-Trikot auflaufe und umgekehrt genau so. Das muss nicht sein.“ Eine Verabschiedung soll es daher „im Rahmen des Bayern-Spiels“ geben. Fertig!

Ob er dann, wie spekuliert wurde, in den Katar gehen wird, steht noch nicht fest. „Darüber habe ich mir noch keine konkrete Gedanken gemacht“, zögert Möller, der weiß dass „Stefan Effenberg und Mario Basler da schon viel weiter“ sind. Das Geschehen bei den Königsblauen wird er aber auch aus der Entfernung weiter genau beobachten. „Der Verein muss über einen kompletten Neuaufbau der Mannschaft nachdenken. So wie es diese Saison gelaufen ist, kann es im nächsten Jahr nicht weiter gehen“, schreibt Möller den Verantwortlichen ins Stammbuch.

Für den Ausklang seiner großen Bundesliga-Karriere wünscht sich der Ex-Borusse, „dass wir zum Abschluss noch einmal miteinander Fußball spielen. Allerdings habe ich da erhebliche Zweifel, ob das auch funktioniert. In diesem Team ist keine Harmonie zu erkennen. Warum sollte es ausgerechnet in den letzten beiden Spielen anders werden?“

Möller scheint sich ein wenig aufgegeben zu haben. So sieht es auch Assauer: „Er hat unheimlich dazu beigetragen, dass Schalke in den letzten beiden Jahren nach oben gekommen ist und zwei Mal den Pokal geholt hat. Wenn er jetzt aber im Kopf innerlich schon abgeschaltet hat, weiß ich auch nicht weiter.“

Andreas Möller und der FC Schalke: Eine Zweck-Gemeinschaft, die zwei Jahre lang hielt und sportlichen Erfolg brachte. Für beide Seiten wäre es von Vorteil, wenn dieses Verhältnis in den letzten Tagen nicht noch völlig zerstört würde.

Autor: hb

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