Im Achtelfinal-Hinspiel des UEFA-Cups hat der Hamburger SV eine bittere 0:2-Niederlage bei Rapid Bukarest hinnehmen müssen. Die Rumänen schlugen zu denkbar ungünstigen Zeitpunkten zu.

HSV lässt sich von Rapid überrumpeln

ir
09. März 2006, 18:36 Uhr

Im Achtelfinal-Hinspiel des UEFA-Cups hat der Hamburger SV eine bittere 0:2-Niederlage bei Rapid Bukarest hinnehmen müssen. Die Rumänen schlugen zu denkbar ungünstigen Zeitpunkten zu.

Fünf Tage nach dem triumphalen 2:1-Sieg bei Rekordmeister Bayern München musste der Hamburger SV im UEFA-Cup einen schweren Rückschlag hinnehmen. "Wir haben es an den Grundlagen des Fußballs vermissen lassen und sind dafür bestraft worden", schimpfte der Trainer des Hamburger SV nach der bitteren 0:2 (0:1)-Niederlage im Achtelfinal-Hinspiel beim rumänischen Vertreter Rapid Bukarest: "Ich bin enttäuscht von der Art und Weise, wie wir uns präsentiert haben."

Durch die Pleite stehen die Hanseaten vor dem Rückspiel am kommenden Mittwoch (19 Uhr/live im ZDF) vor einer ausgesprochen schwierigen Aufgabe. "In Bukarest habe ich bei einigen meiner Spieler die richtige Einstellung vermisst. Das muss in der nächsten Woche besser werden", sagte Doll nach der enttäuschenden Leistung seines Teams.

Vor 16.300 Zuschauern im ausverkauften Stadion Giulesti-Valentin-Stanescu erzielte Torjäger Daniel Niculae (45.+2) mit einem Schuss aus knapp 30 Metern die Führung der Rumänen. Den Endstand erzielte Mugurel Buga in der 88. Minute mit einem sehenswerten Hackentreffer.

Gelb-Rot für de Jong

Der HSV musste zudem die letzten 23 Minuten des Spiels in Unterzahl bestreiten. Mittelfeldspieler Nigel de Jong, der gegen die Bayern noch das Siegtor erzielt hatte, wurde von Schiedsrichter Kyros Vassaras (Griechenland) wegen wiederholten Foulspiels per Gelb-Roter Karte des Feldes verwiesen und fehlt somit auch im Rückspiel. Rapid muss dort auf Basile Maftei verzichten, der in der Nachspielzeit ebenfalls Gelb-Rot sah.

Die Platzherren bemühten sich, die Hamburger von Beginn an unter Druck zu setzen und störten sie meist schon beim Spielaufbau. Wirklich gefährliche Chancen konnte Rapid gegen die gut formierte Hintermannschaft des Bundesliga-Dritten allerdings zunächst nicht herausspielen.

Zu viele Ballverluste

Die besten Möglichkeiten hatten noch Niculae, der aus halbrechter Position an HSV-Keeper Stefan Wächter scheiterte (22.), und Ionut Stancu. Der in München zuletzt gesperrte Daniel van Buyten wehrte den Schuss des 23-Jährigen jedoch vor der Torlinie ab (26.). In der Nachspielzeit des ersten Abschnitts war die Hamburger Abwehr dann aber doch machtlos. Niculae traf mit seinem sehenswerten Distanzschuss.

Ohne den gesperrten David Jarolim und Thimothe Atouba (Heimaturlaub wegen seines Einsatzes beim Afrika-Cup für Kamerun) konnten die Hanseaten in der kampfbetonten ersten Hälfte nur selten für Entlastungsangriffe sorgen und hatten zahlreiche unnötige Ballverluste zu verzeichnen. Spielmacher Rafael van der Vaart war zwar bemüht, brachte Rapid-Schlussmann Danut Coman aber ebensowenig in Bedrängnis wie die Hamburger Angreifer Naohiro Takahara und Sergej Barbarez.

Weiter kein Gegentreffer für Bukarest

"Wir haben nach vorn nichts angeboten. Da muss man sich nicht wundern, wenn man kein Tor schießt. Wir müssen mehr dagegenhalten und dürfen die Zweikämpfe nicht so halbherzig bestreiten", sagte HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer in der Pause. Die Profis, die mit einem Weiterkommen den größten Erfolg des Klubs auf internationalem Parkett seit 16 Jahren perfekt machen könnten, hielten sich nach Wiederanpfiff an die Worte ihres Vorgesetzten und spielten etwas mutiger nach vorn.

Doch Bukarests Abwehr, die im laufenden Wettbewerb noch keinen Gegentreffer vor heimischen Publikum hinnehmen musste, war zunächst nicht zu überwinden. De Jong machte seinen Teamkollegen die Aufgabe mit dem Platzverweis zudem keineswegs einfacher. Großchancen blieben somit Mangelware.

Autor: ir

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