Was mit einem einfachen Pfiff von Schiedsrichter Dr. Jochen Dress begann, ist in den letzten Tagen zu einem regelrechten Tropensturm herangewachsen, dessen Auswirkung längst über Dortmund hinausreichen.

Geldstrafe oder Spiel-Sperre - Was erwartet Klopp?

Das bange Warten aufs Urteil

Matthias Dersch
13. November 2008, 10:56 Uhr

Was mit einem einfachen Pfiff von Schiedsrichter Dr. Jochen Dress begann, ist in den letzten Tagen zu einem regelrechten Tropensturm herangewachsen, dessen Auswirkung längst über Dortmund hinausreichen.

Jürgen Klopps energisch vorgetragener, und deshalb vielleicht fehlinterpretierter Schlichtungsversuch im Anschluss an die Partie gegen den Hamburger SV, der nicht nur eine rote Karte für Robert Kovac, sondern auch einen Sonderbericht über den Cheftrainer selbst nach sich zog, hat deutschland-weit eine Diskussion darüber ausgelöst, wie die Bundesliga mit ihren Schiedsrichtern umgeht.
[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/009/002-9321_preview.jpeg So emotional kennt man ihn: Jürgen Klopp.[/imgbox]
Wie bei solchen Diskussionen gemeinhin üblich, übersteigen manche Wortbeiträge - etwa die überzogene Forderung Franz Beckenbauers, künftig vermehrt Platzverweise auszusprechen - dabei die Grenze des Populismus und tragen so dazu bei, dass sich die Spirale, in der sich jeder Vorwurf mit einem Gegenvorwurf konfrontiert sieht, gnadenlos weiterdreht.

Ein „Runder Tisch“ zwischen Bundesliga-Managern, Schiedsrichtern und DFB-Offiziellen soll am kommenden Montag in München den Versuch unternehmen, die zerstrittenen Parteien auf eine gemeinsame Linie zu bringen. Schon jetzt kann mal wohl festhalten, dass dieses Unterfangen zum Scheitern verurteilt ist.

Doch zurück zum BVB, wo am heutigen Donnerstag eine Entscheidung des DFB-Kontrollausschusses erwartet wird. Bis gestern hatte Klopp Zeit, schriftlich zu den Vorfällen in Hamburg Stellung zu beziehen und seine Sicht der Dinge zu schildern. Der Beschuldigte selbst wollte sich in den letzten Tagen ebenso wenig zu den konkreten Vorwürfen äußern wie BVB-Sportdirektor Michael Zorc, die beide auf das noch laufende Verfahren verwiesen.
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/008/292-8610_preview.jpeg Warten gespannt aufs Urteil: Michael Zorc und Jürgen Klopp.[/imgbox]
Klopp betonte lediglich, dass es ihm Leid tue, was danach entstanden sei, und dass man ihn in Zukunft nicht mehr in der Nähe eines Schiedsrichters sehen werde.

Es erscheint fraglich, ob der Kontrollauschuss die reumütigen Worte Klopps strafmildern auslegt. Wahrscheinlicher ist es, dass der DFB am populären Trainer ein Exempel statuiert, um sich vor „Nachahmungstätern“ zu schützen. Von einer saftigen Geldstrafe bis hin zu einer Spiel-Sperre erscheint alles möglich.

Nur eins ist sicher: Beendet ist die Diskussion um die Leistungen der deutschen Schiedsrichter, die am Wochenende auch in Bochum, Bielefeld, Frankfurt und Stuttgart entbrannte, nach der Urteilsverkündung noch lange nicht.

Autor: Matthias Dersch

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren