Vor der Partie gegen Borussia Mönchengladbach hat Stefan Krämer die Floskel des DFB-Pokals schlechthin immer parat.

DFB-Pokal: Fünftligist Roßbach aus 1601-Einwohner-Gemeinde will Gladbach ärgern

07. September 2006, 11:52 Uhr

Vor der Partie gegen Borussia Mönchengladbach hat Stefan Krämer die Floskel des DFB-Pokals schlechthin immer parat.

Vor der Partie gegen Borussia Mönchengladbach hat Stefan Krämer die Floskel des DFB-Pokals schlechthin immer parat. `Im Pokal ist alles möglich. Wir haben eine Chance. Es ist nun einmal so, dass ich daran glaube, dass man in einem Spiel die Sensation schaffen kann´, erklärte der Trainer von Verbandsligist SV Roßbach vor dem Spiel der Spiele in der erst 38-jährigen Klubgeschichte am Sonntag (15.00 Uhr) in der ersten Hauptrunde gegen den Bundesligisten. Die Zuversicht Krämers kommt nicht von ungefähr. Schließlich ist der Klub aus der 1601 Einwohner zählenden Gemeinde, von denen im Schnitt rund 200 zu den Punktspielen auf den Sportplatz kommen, zuletzt vom Erfolg verwöhnt worden.

Der erstmals für die Hauptrunde qualifizierte Verein holte sich in der vergangenen Saison als Spielgemeinschaft Roßbach/Verscheid den Titel in der fünften Liga. Doch mit dem Aufstieg wurde es nichts, da Spielgemeinschaften in der Oberliga Südwest kein Startrecht erhalten. Um solche Missgeschicke zukünftig zu vermeiden, vollzogen die Roßbacher im Mai kurzerhand eine Namensänderung - aus der SG wurde der SV. Die erneute Meisterschaft ist durchaus im Bereich des Möglichen, denn die Westerwälder führen aktuell nach vier Spieltagen der Rheinlandliga die Tabelle an. Doch vom laufenden Ligabetrieb redet in Roßbach kaum jemand. Das Spiel gegen die Borussia, das die Klub-Verantwortlichen vor große organisatorische Aufgaben stellt, ist in aller Munde. `Es ist für uns schon sehr schwierig, die Sache auf die Beine zu stellen´, sagte der erste Vorsitzende Jürgen Becker. In den Händen des Klubchefs laufen alle Fäden der Vorbereitung zusammen. Von der Einrichtung eines VIP-Bereichs über die Balljungen und Sanitäter bis hin zur Sicherheit muss Becker an alles denken - eine Herkulesaufgabe für den kleinen Verein mit einem Etat von 140.00 Euro.

Immerhin wurde ein passendes Stadion zur Austragung der Partie schnell gefunden. Die erwarteten 8500 Zuschauer werden das Spiel im Stadion an der Kirmeswiese im benachbarten Neuwied verfolgen. Trainer Krämer, der das Team seit fünf Jahren betreut, sieht die Stadionauswahl allerdings mit gemischten Gefühlen. `Auf der einen Seite ist es ein Nachteil für uns, weil wir hier noch nie gespielt haben. Auf der anderen Seite ist der Platz kein Teppich, was uns sicher nicht ungelegen kommt´, meinte der Coach, dessen Team 1997 noch in der Bezirksklasse spielte.

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