Der A-Ligist SF Stuckenbusch hat derzeit lediglich vier Punkte Rückstand zum Spitzenreiter TuS 05 Sinsen und berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg.

Rücktritt

"In der Kabine kam es zur Explosion"

Desirée Kraczyk
16. Oktober 2008, 15:08 Uhr

Der A-Ligist SF Stuckenbusch hat derzeit lediglich vier Punkte Rückstand zum Spitzenreiter TuS 05 Sinsen und berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg.

Trainer Torsten Kaufmann hat dennoch seine persönliche Konsequenz gezogen und sein Amt niedergelegt. Auslöser war das Verhalten der Mannschaft, denn die Floskel "Elf Freunde müsst ihr sein" ist in keinster Weise auf die Stimmung innerhalb des Teams anwendbar. Am Sonntag lief das Fass im Anschluss an die Partie gegen SV Hochlar 28 über, die Geduld von Coach Kaufmann war am Ende. Am Dienstagabend erklärte er seinen Rücktritt. "In der Kabine kam es zur Explosion. Die Spieler haben einfach kein Verhältnis zueinander. Es gibt verschiedene Strömungen und Grüppchenbildungen. Torsten hatte keine Lust mehr sich damit auseinander zu setzen", erläutert der Geschäftsführer Bruno Ruch die Vorfälle, zeigt gleichzeitig Verständnis für diese Entscheidung: "Ich habe großen Respekt vor diesem Entschluss."

Die Unstimmigkeiten bestehen bei den Sportfreunden bereits seit längerem. "Die treten immer auf, wenn die Ergebnisse nicht passen. Es hat sich schließlich herausgestellt, dass einige Akteure gar nicht miteinander können", betont der bisherige "Co" Dirk Basler, der von nun an die alleinige Verantwortung übernimmt. Probleme existieren vor allem zwischen den Neuzugängen und den "Alten". "Man muss sich nicht lieben, aber Achtung voreinander haben und zumindest auf dem Platz eine Einheit bilden", fordert Ruch.

Das Saisonziel der Sportfreunde ist der Aufstieg, aber wie ein Titelaspirant präsentierten sie sich im bisherigen Verlauf nicht immer. Einem 3:0-Erfolg über den Tabellenführer TuS 05 Sinsen steht eine 3:6-Niederlage gegen das Schlusslicht TSV Marl-Hüls II gegenüber. "Es gibt Begegnungen, da spielen die wie von einem anderen Stern und dann wieder ganz schlecht", kritisiert der Geschäftsführer. Vor allem die Einstellung der Kicker lässt viele Wünsche offen. "Die Jungs bereiten sich nicht richtig vor, machen die Nacht durch oder fahren mal eben für vier Tage nach Mallorca. Viele sind nur halbherzig bei der Sache und sind zudem sehr wehleidig", ärgert sich Ruch.

Die Sportfreunde Stuckenbusch sind für einen Kreisligisten sehr professionell ausgerichtet. Sie verfügen über einen Rasenplatz und Masseure. "Mit ihrem Verhalten schaden die Kicker dem Verein. Ich erwarte außerdem Honoration. Sie brauchen sich schließlich um nichts zu kümmern, werden ohne Ende betätschelt", erzählt der Clubchef.

Dirk Basler, der sich von nun an nur noch auf seine Rolle als Sportlicher Verantwortlicher konzentrieren wird und seine Fußballschuhe an den Nagel hängt, legt in den kommenden Tagen einen Schwerpunkt auf Einzelgespräche. Weitere Maßnahmen sind zunächst nicht geplant. "Die Jungs haben es selbst in der Hand, wenn alle mitziehen, brauche ich nicht viel zu ändern", sagt der 38-jährige Polizist.

Wie lange diese Konstellation allerdings bestand hat, ist unklar. In den folgenden Trainingseinheiten und Meisterschaftspartien wird der Vorstand beobachten, ob die Chemie stimmt und die Schwierigkeiten gelöst werden können. "Er erhält seine Chance und wenn es gut läuft, bleibt er vielleicht auch bis zum Saisonende. Wir führen aber auch schon Gespräche mit möglichen Nachfolgern", versichert Ruch.

Am Sonntag steht die erste richtungsweisende Begegnung an. Gegner ist Istanbul Marl.

Autor: Desirée Kraczyk

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