Der von der FIFA suspendierte polnische Fußball-Verband PZPN hat dem Weltverband offenbar einen mit der Regierung abgestimmten Kompromiss-Vorschlag unterbreitet. Dies gab PZPN-Sprecher Zbigniew Kozminski am Montag nach der Verstreichen des FIFA-Ultimatums bekannt.

Polnischer Kompromiss-Vorschlag für die FIFA

WM-Qualifikationsspiele fraglich

sid
06. Oktober 2008, 15:25 Uhr

Der von der FIFA suspendierte polnische Fußball-Verband PZPN hat dem Weltverband offenbar einen mit der Regierung abgestimmten Kompromiss-Vorschlag unterbreitet. Dies gab PZPN-Sprecher Zbigniew Kozminski am Montag nach der Verstreichen des FIFA-Ultimatums bekannt. "Wir erhoffen uns, dass die FIFA den Plan akzeptieren wird", sagte der derzeit von seinen Aufgaben entbundene PZPN-Präsident Michal Listkiewicz.

Bis 12.00 Uhr MESZ sollte die am Montag vergangener Woche von politischer Seite abgesetzte polnische Verbandsführung wieder eingesetzt werden. Dies geschah allerdings nicht. Der Weltverband hatte mit der Absage der bevorstehenden WM-Qualifikationsspiele gedroht. Außerdem droht Polen der Verlust der EM-Gastgeberrolle 2012, sollte die Suspendierung durch die FIFA bestehen bleiben.

Zuvor hatte es eine Erklärung des Chefs einer Verhandlungskommission, Michal Kleiber, im polnischen Radio gegeben, wonach der PZPN schriftlich Unregelmäßigkeiten zugegeben habe. Angeblich soll Sportminister Miroslaw Drzewiecki diese Erklärung akzeptiert haben.

Drzewiecki hatte vor Wochenfrist ein Schiedsgericht des Nationalen Olympischen Komitees angerufen, das die PZPN-Führung um Präsident Michal Listkiewicz nach zahlreichen Skandalen suspendiert und durch den unabhängigen Verwalter Robert Zawlocki ersetzt hatte. FIFA und UEFA erkannten Zawlocki jedoch nicht an und pochten auf die Autonomie des Sports.

Erst im vergangenen Jahr war Polen einem Ausschluss durch den Weltverband knapp entgangen. Damals hatte die Regierung die Geschäftsführung des nationalen Fußball-Verbandes ebenfalls entlassen, dann aber fristgerecht wieder eingesetzt.

Autor: sid

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