Tief im Dortmunder Norden fristet mit dem TV Brechten ein Dortmunder Traditionsverein sein Dasein in der Kreisliga C. Bessere Zeiten liegen noch gar nicht so lange zurück: Bis 1999 spielte der Klub noch in der Landesliga. Doch der Absturz war rasant. Aber die aktuelle Situation macht Hoffnung: Die erste Mannschaft des TVB liegt in der Staffel 3 auf Platz zwei, die Brechtener Zweitvertretung führt die Staffel 5 gar mit komfortablem Vorsprung an.

Dortmund: TV Brechten mit Hoffnungen auf "Doppel-Aufstieg"

"Der Aufwind ist zu spüren"

Felix Guth
06. November 2006, 11:13 Uhr

Tief im Dortmunder Norden fristet mit dem TV Brechten ein Dortmunder Traditionsverein sein Dasein in der Kreisliga C. Bessere Zeiten liegen noch gar nicht so lange zurück: Bis 1999 spielte der Klub noch in der Landesliga. Doch der Absturz war rasant. Aber die aktuelle Situation macht Hoffnung: Die erste Mannschaft des TVB liegt in der Staffel 3 auf Platz zwei, die Brechtener Zweitvertretung führt die Staffel 5 gar mit komfortablem Vorsprung an.

"Hier wurde zu Landesliga-Zeiten geschludert", sagt Willi Solga, seit zwei Jahren Trainer der ersten Mannschaft. Doch mittlerweile sind in Brechten um den Vorsitzenden Jürgen Weber und Solga selbst wieder Leute am Werk, die mit mehr Weitsicht das Vereinsleben regeln. Die Jugendabteilung wächst, seit vorigem Jahr hat der TVB wieder eine A- und B-Jugend. "Das geht zwar nur langsam von unten nach oben. Aber der Aufwind ist zu spüren", meint Solga.

Der 52-Jährige, als Spieler einst in der Oberliga für Hellweg Lütgendortmund sowie für die Verbandsligisten Lüner SV und TuS Eving-Lindenhorst am Ball, kam über Umwege nach Brechten. "Es war eine Wette mit meinem Schwager", erinnert sich Solga. Doch es gelang ihm, eine schlagkräftige Truppe zu formen. Im Tor ist Dirk Stscholitsch der große Rückhalt. Hinzu kommen ehemalige Landesliga-Spieler wie Thomas Spak, Murat Ben Brahim oder der Ex-Bezirksliga-Kicker Valentin Reitz. "Da sind einige ehemalige Jugendspieler von mir dabei und viele kennen sich untereinander", sagt der Trainer.

Nach Platz drei im Vorjahr will Solga nun den Aufstieg. "Da ist etwas drin", meint Solga, der in Spitzenreiter FC Fortuna 66 den ärgsten Konkurrenten sieht. Zum Saisonauftakt verlor der TVB auf eigener Anlage gegen den griechischen Sportverein aus der Nordstadt mit 1:2. Seitdem leistete sich Solgas Elf aber keine Pleite mehr. Eindrucksvolle Tor-Bilanz aus den letzten beiden Siegen gegen die Reserve-Teams von Sportunion, Westfalia Westholz und Eving Selimiye Spor II: 19:2. Und Solga richtet noch ein weitere Lob an seine Mannschaft: "Bei uns sieht es zumindest teilweise nach Fußball aus", sagt er mit Blick auf das Niveau in der Kreisliga C.

Erfolgreich spielt derzeit auch die zweite Mannschaft, die in der Parallelstaffel an der Spitze liegt. Drei Punkte Vorsprung hat die von Werrner Traut trainierte Truppe schon auf Verfolger Wambeler SV II und verlor erst einmal (1:2 in Neuasseln). Als einstige Freizeit-Truppe schloss sich die heutige "Zweite" vor drei Jahren dem TV Brechten an. Nun schickt sie sich an, im Gleichschritt mit der "Ersten" wieder bessere Zeiten anbrechen zu lassen.

Denn der Schritt aus der C-Kreisliga heraus scheint überfällig. Fußball ist hier eben noch eher ein reines Freizeitvergnügen. In den fünf Dortmunder Gruppen stehen sonst vornehmlich zweite Mannschaften an der Spitze. TuS Bövinghausen II, South Dortmund Soccer II und BSV Schüren II heißen die anderen drei Spitzenreiter. Kantersiege sind an der Tagesordnung. Eine kleines Rechenspiel verdeutlicht das große Leistungsgefälle: Die fünf Tabellenletzten kassierten zusammen bisher 271 Gegentore. "Ich denke unsere Staffel ist noch am stärksten", sagt Willi Solga.

Der ehemalige Damen-Bundesliga-Trainer des SV Brackel 06 sieht jedoch nicht nur fußballerische Missstände. "Es wird unglaublich viel geschoben", behauptet er und berichtet über merkwürdige Schiedsrichter-Absagen und Elfmeterpfiffe auch in dieser Saison. Zudem sei das Gewalt-Problem gegenwärtig. "Zum Glück reagiert der Kreis Dortmund da sehr rigoros", meint Solga.

Autor: Felix Guth

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