Bitter für Ralf Kleinmann: Der deutsche Football-Profi kämpft zurzeit um einen Platz als Kicker in der stärksten Liga der Welt. Aber die Buccaneers gaben dem Kölner im Testspiel keine Gelegenheit, vors Ei zu treten.

Kleinmann hängt bei Tampa in der Warteschleife

dit
20. August 2003, 17:40 Uhr

Bitter für Ralf Kleinmann: Der deutsche Football-Profi kämpft zurzeit um einen Platz als Kicker in der stärksten Liga der Welt. Aber die Buccaneers gaben dem Kölner im Testspiel keine Gelegenheit, vors Ei zu treten.

Monday Night in den USA - mitten in der Vorsaison der besten Football-Liga der Welt. Trotz Testcharakters blickte die halbe Nation auf die NFL-Partie des Champions Tampa Bay Buccaneers gegen die St. Louis Rams. Im Team der "Bucs" stand auch der Kölner Ralf Kleinmann, zurzeit erster Kicker im Team, und schoss sich warm für seinen Einsatz. Vergebens. In der gesamten Partie ergab sich keine Möglichkeit für Kleinmann, sein Können unter Beweis zu stellen. Die Offense aus Tampa Bay spielte schwach, kam nicht in Field-Goal-Reichweite - das Team unterlag (16:26). Größter Verlierer: Ralf Kleinmann, obwohl er nicht einmal einen Fehler gemacht hatte.

"Das war das Zweitschlimmste, das mir passieren konnte", berichtete der Profi der Frankfurt Galaxy, "ich hatte überhaupt keine Chance zu zeigen, was ich drauf habe." Das Problem des ehrgeizigen Rookies: Die Zeit des Starting Kickers ist spätestens am kommenden Wochenende vorbei, denn die etatmäßige Nummer eins Martin Grammatica steigt in dieser Woche nach seiner Verletzung wieder ins Training ein. "Schlechter wäre für mich nur gewesen, wenn ich gespielt und versagt hätte", sagte der Kölner. Bisher hat er sich als "Testperson" kaum Fehler geleistet. Aber ob's reichen wird für ein Engagement in der NFL? Fraglich zumindest.

Gruden verzichtet auf den Kick

Die Buccaneers erzielten im Duell mit St. Louis zwar zwei Touchdowns. Aber Meistertrainer John Gruden entschied sich für die kompliziertere Variante der Zusatzpunkte - die Conversion, die zwei Punkte bringt. Der Kick hätte nur einen gebracht, gilt aber als ungleich sicherer als die Spielzug-Variante vor der gegnerischen Endzone. Für die Kick-offs, die weiten Befreiungsschläge im Football, zeichnete zudem ein neu engagierter Fußakrobat verantwortlich, sodass in der USA kaum jemand mitbekam, welches Talent da draußen auf der Bank schmorte.

Autor: dit

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