Die Premierensaison der 3. Liga hält für alle Fußballfans am Saisonende einen besonderen Knalleffekt bereit.

3. Liga: Modus, TV-Präsenz, Gelder, Tradition

15 Trainer sehen Paderborn vorne

sid
23. Juli 2008, 11:57 Uhr

Die Premierensaison der 3. Liga hält für alle Fußballfans am Saisonende einen besonderen Knalleffekt bereit.

Die Relegation zwischen dem Drittplatzierten der neuen Spielklasse und dem Zweitliga-Drittletzten wird dann über den vakanten Platz im Unterhaus entscheiden. Zwei Vereine werden direkt in Liga zwei aufsteigen, die Zweitvertretungen von Klubs der oberen Ligen sind vom Aufstieg ausgeschlossen. Nur drei der 20 Drittliga-Klubs müssen den Gang in die Viertklassigkeit antreten.

Die Meister der drei Regionalligen rücken in die 3. Liga nach, auch zweite Mannschaften können hier den Sprung schaffen. Die besten vier Mannschaften in der Abschlusstabelle sind automatisch für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals qualifiziert. Für sie entfällt der bisherige und mühsame Weg durch die regionalen Pokalwettbewerbe. Die Reserveteams verzichten auf die Pokalteilnahme und erhalten auch keine TV-Gelder. In der Regel findet pro Spieltag eine Begegnung am Freitag (Anstoß 20.30 Uhr) statt, sieben Spiele werden am Samstag um 14.00 Uhr angepfiffen. Die übrigen beiden Partien werden sonntags um 14. 00 Uhr ausgetragen.

60 Bundesliga-Saisons
17 Meistertitel, 14 Pokalsiege, zwei Europapokalfinals, 60 Bundesliga-Saisons: In der neuen 3. Liga tummeln sich die Traditionsvereine. Fortuna Düsseldorf (1933) und Eintracht Braunschweig (1967) holten den deutschen Meistertitel, in der DDR gewannen Dynamo Dresden (8 Titel), Erzgebirge Aue (3), Carl Zeiss Jena (2) und Rot-Weiß Erfurt (2) Meisterschaften. Dresden stellt mit sieben Titeln in der DDR auch die meisten Pokalsiege, Jena gewann den FDGB-Pokal viermal.

Den DFB-Pokal holten nur Fortuna Düsseldorf (1979 und 1980) sowie Kickers Offenbach 1970. Die Fortuna hat 22 Bundesliga-Saisons absolviert und steht damit an der Spitze vor Braunschweig (20) und Offenbach (7). Carl Zeiss Jena und Fortuna Düsseldorf standen als einzige Teams der neuen dritten Liga schon im Europapokalfinale. Den Titel holten aber beide nicht. Düsseldorf verlor das Finale im Pokalsiegercup 1979 in Basel mit 3:4 n.V. gegen den FC Barcelona, Jena unterlag in Düsseldorf 1981 mit Trainer Hans Meyer Dinamo Tiflis 1:2.

Umfrage zur 3. Liga
Zweitliga-Absteiger SC Paderborn ist für die Trainer in der neuen 3. Liga der Topfavorit auf den Aufstieg. 15 Trainer nannten den SCP in einer Umfrage von www.dfb.de als ersten Anwärter auf einen der Aufstiegsplätze. Die drei weiteren Absteiger Erzgebirge Aue, Carl Zeiss Jena (je 12 Nennungen) und Kickers Offenbach (9) haben demnach ebenfalls gute Chancen auf die direkte Rückkehr. Fortuna Düsseldorf (5) ist der am stärksten eingeschätzte Klub unter jenen, die in der letzten Saison in der Regionalliga spielten. Für den Sportwettenanbieter bwin ist allerdings Offenbach die Nummer eins. Sollten die Kickers ganz oben stehen, zahlt bwin am Saisonende für 10 Euro Einsatz 70 Euro aus. Auch Aue (80:10), Jena und Paderborn (beide 90:10) stehen bei den Buchmachern hoch im Kurs.

Eröffnungsspiel der 3. Liga live im MDR
Die Premiere der 3. Liga mit dem Ostderby zwischen Rot-Weiß Erfurt und Dynamo Dreden (Freitag, 20.30 Uhr) wird live im MDR übertragen. Erfurt erwartet im Steigerwaldstadion zum Start ein volles Haus mit 20.000 Zuschauern. Kurz vor dem Anpfiff wird es eine kleine Eröffnungsfeier geben. In Sachen TV-Präsenz verlässt sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ansonsten auf die ARD. Im Rahmen der Sportschau wird es von drei Spielen am Samstag Highlights zu sehen geben, Beiträge werden auch in den dritten Programmen ausgestrahlt, die zudem Spiele live übertragen. Auch die ZDF-Sportreportage wird Ausschnitte zeigen.
Drittliga-Klubs kassieren 55,5 Prozent mehr
Die neue 3. Liga ist für die Klubs finanziell auf den ersten Blick attraktiver als die `alte´ Regionalliga. An die 17 Klubs, die keine Zweitvertretungen von Erst- oder Zweitligavereinen sind, werden rund zehn Millionen Euro TV-Gelder ausgeschüttet, dies sind 588.235 Euro pro Verein. Im Vergleich mit der Vorsaison (je 375.00 Euro) steigen die Fernsehgelder damit um 55,5 Prozent. In der Saison 2009/10 soll der Betrag mit dem neuen Grundlagenvertrag auf ungefähr 825.000 steigen.

Allerdings erwarten die Vereine durch erhöhte Reisekosten auch mehr Ausgaben, weshalb vereinzelt unter dem Strich wohl weniger bleibt als zuvor. Die Zweitvertretungen haben für das Recht, in die 3. Liga aufsteigen zu dürfen, auf eine Beteiligung an den Fernsehgeldern verzichtet.

Autor: sid

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