Joseph S. Blatter hat die Langzeitverträge der Fußball-Vereine mit ihren Profis als

FIFA: Blatter spricht von "Sklaverei" im Fußball

"Spieler werden hin- und hergeschoben"

sid
10. Juli 2008, 13:10 Uhr

Joseph S. Blatter hat die Langzeitverträge der Fußball-Vereine mit ihren Profis als "moderne Sklaverei" bezeichnet, und die Praxis der Klubs gerügt. Es gebe im Fußball zuviel moderne Sklaverei, die Spieler würden zu viel hin- und hergeschoben, sagte der Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA gegenüber dem englischen TV-Sender Sky Sports.

Die FIFA hatte zuletzt eine Änderung der Regularien verabschiedet, wonach Spieler unter bestimmten Voraussetzungen auch vorzeitig wechseln können. Angesprochen auf den portugiesischen Nationalspieler Ronaldo, der derzeit bei Manchester United unter Vertrag steht, aber zu Real Madrid in die Primera Division nach Spanien wechseln möchte, sagte Blatter: "Wenn der Spieler woanders spielen möchte, sollte man eine Lösung finden." Sollte der Spieler jedoch gezwungen werden zu bleiben, wäre das weder für ihn noch den Verein eine sinnvolle Situation.

Manchester United und auch die Europäische Fußball-Union UEFA reagierten empört auf Blatters Aussagen. "Wie in anderen Klubs auch treten alle unsere Spieler nach offenen und freien Verhandlungen in ihre Verträge ein - die meisten von ihnen, nachdem sie einen bei der FIFA zugelassenen Spielerberater in Anspruch genommen haben", sagte ein ManU-Sprecher.

UEFA-Kommunikations-Direktor William Gaillard erklärte, es wäre sinnvoll, die Leute zu erinnern, "dass Sklaven niemals einen Lohn bekommen haben". Gaillard verwies zudem auf das Bosman-Urteil. Die derzeitige Situation mit den Langzeitverträgen sei auf diese Rechtssprechung zurückzuführen und "es gibt nichts, was wir dagegen tun können".

Der Europäische Gerichtshof hatte 1995 entschieden, dass Profi-Fußballer in der EU nach Vertragsende ablösefrei wechseln dürfen.

Autor: sid

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