Werder verspielt Achtelfinal-Einzug in Barcelona

Nach 20 Minuten war alles vorbei

kla
05. Dezember 2006, 22:42 Uhr

Werder Bremen hat nach einer 0:2 (0:2)-Niederlage beim FC Barcelona am letzten Spieltag in der Gruppenphase der Champions League den Einzug ins Achtelfinale verpasst. Für die Katalanen trafen Ronaldinho und Gudjohnsen.

Auf ein Wunder gehofft, eine Lehrstunde erhalten: Bundesliga-Tabellenführer Werder Bremen verlor das entscheidende Champions-League-Gruppenspiel beim spanischen Titelträger FC Barcelona mit 0:2 (0:2) und konnte den zweiten Tabellenplatz gegen die Katalanen nicht behaupten. Damit werden die Bremer nach der 50. Auswärtsniederlage ihrer Europapokal-Geschichte nicht wie in den zwei Jahren zuvor in der "Königsklasse" überwintern, sondern ab Februar nur noch im UEFA-Pokal weiterspielen.

Vor 95.824 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Stadion Nou Camp waren die Gäste praktisch schon nach knapp 20 Minuten geschlagen. In der 13. Minute verwandelte Superstar Ronaldinho einen Freistoß listig unter der hochspringenden Bremer Mauer hindurch zur Führung für den Pokalverteidiger. Nur fünf Minuten später stellte der Isländer Eidur Gudjohnsen aus kurzer Distanz nach präziser Vorarbeit des Franzosen Ludovic Giuly den Endstand her. Nach diesem Blitzstart kontrollierten die Platzherren über weite Strecken das Spielgeschehen, und ihr Sieg geriet zu keiner Phase ernsthaft in Gefahr.

"Man kann eben nicht nur zusehen und die gegnerischen Spieler bewundern. Wir mussten aggresiver spielen und hätten früher draufgehen müssen", kritisierte Werder-Sportdirektor Klaus Allofs schon zur Halbzeit das Auftreten des deutschen Vize-Meisters, der Allofs an dessen 50. Geburtstag nicht das erhoffte Geschenk machen konnte. Zwar kam die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf nach dem Seitenwechsel phasenweise besser ins Spiel, doch vor dem gegnerischen Strafraum war es mit der grün-weißen Herrlichkeit in den allermeisten Fällen zu Ende.

Die rund 3300 mitgereisten Werder-Fans konnten lediglich in der 61. Minute für Sekundenbruchteile auf eine Wende der Partie hoffen. Der dänische Nationalspieler Daniel Jensen traf mit einem verdeckten Distanzschuss den Pfosten des Tores von Barcelona. In der Schlussphase verlagerte sich das Spielgeschehen wieder zunehmend in die Hälfte der Hanseaten, doch "Barca" war mit dem 2: 0-Vorsprung augenscheinlich zufrieden und ging nicht mehr das allerletzte Risiko, um weitere Treffer zu erzielen.

Auch ohne seine drei verletzten Stars Lionel Messi, Javier Saviola und Samuel Eto'o offenbarte sich ein deutlicher Klassenunterschied. Die Gastgeber hatten schnell erkannt, dass Bremens Außenverteidiger Pierre Wome ein Schwachpunkt war, und griffen folgerichtig überwiegend über die rechte Seite an. Die Spanier präsentierten sich als geschlossenes Team, gegen die der Bundesliga-Tabellenführer an diesem Abend nie ein ernsthaftes Mittel fand. Zuvor waren die Norddeutschen vier Mal in Folge in der "Königsklasse" siegreich geblieben.

Autor: kla

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