Wenn MSV-Chef-Trainer Rudi Bommer seinen Kader am Sonntag zum Aufgalopp begrüßt, dann wird Alexander Meyer fehlen.

MSV: Die Leidenszeit von Alex Meyer verlängert sich

"Ausleihe ist völliger Blödsinn"

tt
28. Juni 2008, 08:14 Uhr

Wenn MSV-Chef-Trainer Rudi Bommer seinen Kader am Sonntag zum Aufgalopp begrüßt, dann wird Alexander Meyer fehlen.

"Ich habe mit dem Coach und Sport-Direktor Bruno Hübner abgesprochen, dass ich nicht zur Westender Straße komme. Was soll ich meinen Mitspielern und den vielen Fans auch sagen? 1.000 Leute werden mich fragen, wie es aussieht. Und ich kann ihnen keine Antwort geben", erklärt Meyer.

Der Linksfuß hat ein absolutes Seuchen-Jahr hinter sich. "Es gab drei Operationen, dazu konservative Behandlungen. Mehr kannst du eigentlich nicht mehr tun", berichtet Meyer. Entscheidend verbessert hat sich seine Knie-Problematik nicht. "Wenn ich keinen Leistungssport betreiben würde, könnte man sagen, es reicht aus, um sich zu bewegen. Wenn ich allerdings 15 Minuten jogge, dann tritt wieder der Schmerz an der Kniescheibe auf."

Immerhin konnte Jörn Hillekamp, Facharzt für Orthopädie und Unfall-Chirurgie in Düren, eine Verbesserung herbeiführen. Meyer: "Das Stechen an der Sehne ist mittlerweile behoben und erledigt. Immerhin etwas." Der frühere Leverkusener hat seinen Humor nicht verloren, in Sachen Lockerheit merkt man ihm aber eine gewisse Wandlung an. "Ich bin eigentlich immer ein positiv denkender Mensch gewesen, doch mittlerweile geht die lange Ausfallzeit schon an die Nerven. Ich bin unheimlich lange ruhig geblieben, habe immer gedacht: Zur neuen Saison bist du wieder dabei, dann steigst du wieder voll ein. Jetzt starten die Jungs wieder ohne mich, doch jetzt brauche ich bestimmt weitere drei bis sechs Monate, bevor ich wieder eingreifen kann. Das ist schon bitter."

Somit haben sich auch in die Welt gepustete Spekulationen um ein mögliches Ausleihgeschäft mit dem "Außenminister" erledigt. Meyer: "Das ist doch völliger Blödsinn. Wer nimmt denn einen Spieler, der eine ganze Serie nicht im Wettkampf-Rhythmus war und mehrfach operiert wurde?" Was ihn noch mehr ärgerte, war die Meldung, er würde zusammen mit Andreas Voss (jetzt Co-Trainer der U23) Sportinvalide: "Das war genauso daneben und absolut frech. Mit mir hat seit über einem halben Jahr kein Medien-Vertreter über meinen Gesundheits-Zustand gesprochen, wie kann man dann so etwas behaupten?" Durch entsprechende Schritte wurde die Nachricht mittlerweile aus dem Netz genommen.

Meyers Vertrag bei den Zebras läuft noch zwei Jahre, ursprünglich war der Rückkehrer von Bayer 04 zurückgekommen, um die linke Außenbahn als Stammktaft zu beackern. Momentan ist nur Schuften in der Reha drin, mehr nicht. Meyer: "Kraft-Übungen sind drin, aber alles, was mit konditionellen Aspekten zu tun hat, geht einfach nicht."

Um aus dem Teufelskreis auszubrechen, hat Meyer eine Alternative im Kopf. "Konkret sprechen möchte ich darüber nicht, aber es gibt einen Ansatz, eine Idee, was man noch tun kann, um wieder richtig fit zu werden. In ein, zwei Wochen kann ich mehr sagen."

Den Glauben an seine Stärke hat der Pechvogel noch nicht verloren. "Ich habe nach wie vor Vertrauen in meine Qualitäten", sagt er, "wenn ich gesund bin, dann kann ich der Mannschaft auch helfen." Bis es so weit ist, benötigt Meyer vor allem eines: Geduld.

Autor: tt

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