Ein Aufbaugegner nach dem Pokal-Aus beim Regionalligisten FK Pirmasens sieht anders aus: Bundesligist Werder Bremen muss heute in der Champions League beim FC Chelsea antreten. Dazu ist Miroslav Klose angeschlagen.

Bremen muss zu Ballack nach Chelsea

toka
12. September 2006, 07:52 Uhr

Ein Aufbaugegner nach dem Pokal-Aus beim Regionalligisten FK Pirmasens sieht anders aus: Bundesligist Werder Bremen muss heute in der Champions League beim FC Chelsea antreten. Dazu ist Miroslav Klose angeschlagen.

Totgesagte leben länger. Auf den Wahrheitsgehalt dieser sprichwörtlichen Weisheit muss Werder Bremen vor dem Champions-League-Auftakt beim FC Chelsea hoffen. Das Selbstbewusstsein des Bundesligisten ist nach dem Pokal-K.o. beim Pfälzer Regionalliga-Aufsteiger FK Pirmasens gehörig angekratzt. Heute Abend (20.45 Uhr/live bei Premiere) braucht der Vize-Meister in seiner derzeitigen Verfassung eine klare Leistungssteigerung, um eine Überraschung gegen die teuerste Vereinsmannschaft der Welt zu schaffen.
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"Man kann sicherlich nicht davon ausgegehen, dass wir dort gewinnen. Aber wir erwarten ein anderes Auftreten als zuletzt im DFB-Pokal", forderte Sportdirektor Klaus Allofs. Das peinliche Ausscheiden beim Drittligisten soll wenigstens durch eine Trotzreaktion gegen den englischen Meister mit Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack relativiert werden.

Entscheidung über Klose nach dem Abschlusstraining

Doch als Trainer Thomas Schaaf und sein Team am Mittag am Flughafen Luton landeten, waren die Personalsorgen der Hanseaten nach wie vor immens. Torhüter Tim Wiese flog wegen einer Bronchitis gar nicht erst in die britische Hauptstadt, Torjäger Miroslav Klose hat eine Oberschenkelverhärtung noch nicht überwunden.

Beim WM-Torschützenkönig Klose soll sich erst kurz vor dem Spiel entschieden, ob er auflaufen kann. "Es ist ein wenig besser geworden. Eine Entscheidung fällt aber erst im Laufe des Tages. Ein Ausfall wäre eine erhebliche Schwächung. Klose kann nicht gleichwertig ersetzt werden", sagte Werder-Coach Thomas Schaaf.

"Im Moment könnte ich noch nicht spielen", sagte Deutschlands Fußballer des Jahres mit sorgenvoller Miene. Ein Belastungstest am Abend beim Abschlusstraining an der Stamford Bridge sollte letzte Klarheit über den Einsatz des WM-Torschützenkönigs geben.

Frings und Borowski wieder fit

Entwarnung bezüglich ihres Gesundheitszustandes geben konnten immerhin die beiden Nationalspieler Torsten Frings und Tim Borowski, die in der Pokalpartie schmerzlich vermisst wurden. "Die Adduktorenprobleme sind abgeklungen, ich werde spielen können", verkündete Borowski. Frings hat eine Innenbanddehnung im Knie auskuriert.

Fehlen wird nach wie vor Innenverteidiger Per Mertesacker, der nach seiner Fersenoperation noch nicht wieder voll hergestellt ist. "Noch kann uns Per nicht helfen, aber wir haben Geduld mit ihm, er bekommt die Zeit, die er benötigt", stellte Schaaf klar.

Allofs ärgert sich über Reinke

Mit weniger Langmut reagierte man beim Bundesliga-Fünften auf Unmutsäußerungen von Torwart Andreas Reinke, der bei Chelsea wie schon in Pirmasens für Wiese zwischen den Pfosten steht, über sein Reservistendasein. Allofs: "Wir brauchen keine muffeligen, sondern hochmotivierte Spieler, da erwarte ich von ihm eine Kehrtwende."

Der mittlerweile 37 Jahre alte Keeper wird sich über Mangel an Beschäftigung nicht beklagen können, denn das Star-Ensemble des FC Chelsea mit Ballack, Frank Lampard, Andrej Schewtschenko, Didier Drogba und weiteren Weltklassespielern will in dieser Saison erstmals auch in der Königsklasse triumphieren.

Ballack warnte allerdings davor, seine Landsleute aufgrund der Pokalpleite in Pirmasens zu unterschätzen: "Werder ist sicherlich das beste Team des dritten Lostopfes. Sie denken sehr offensiv und sind an einem guten Tag für jede Mannschaft ein gefährlicher Gegner."

Autor: toka

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