Rechtzeitig vor der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Moskitos Essen kommt doch etwas Licht ins Dunkel rund um Wissen und Nicht-Wissen verschiedener Verantwortlicher in Sachen Finanzlage von Verein und Spielbetriebs-GmbH der Stechmücken.

Moskitos Essen: Schieflage seit September 2007 klar

Unwissende: Fehlanzeige

Markus Terbach
07. Juni 2008, 16:34 Uhr

Rechtzeitig vor der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Moskitos Essen kommt doch etwas Licht ins Dunkel rund um Wissen und Nicht-Wissen verschiedener Verantwortlicher in Sachen Finanzlage von Verein und Spielbetriebs-GmbH der Stechmücken.

Fakt ist nach RevierSport vorliegenden Dokumenten, dass Frank Dittmann bereits seit September 2007 von der massiven finanziellen Schieflage wusste, zusammen mit anderen Vorstandsmitgliedern aber darauf vertraute, dass die Dinge von Thomas Schiemann und den vorstandsexternen „Strippenziehern“ doch noch in die Reihe gebracht werden könnten. Hier die Chronologie:

Juli/August 2007: Eine Gesellschaft für Stadion- und Sportstättenbau und der Vorstand des Vereins unterzeichnen eine Absichtserklärung in Sachen gemeinsamer Realisierung des Neubaus einer Eishalle in Essen, Projektvolumen 45 Milllionen Euro.

August/September 2007: Frank Dittmann weist Anfang September eindringlich auf die derzeit prekäre Finanzsituation hin, sieht dringenden Handlungsbedarf. Kurzfristig soll hier ein Sachstand ermittelt und gleichzeitig auch die Jahresabschlüsse 2004/05 und 2005/06 des Vereins erstellt werden. Ende September ist der Kassensturz gemacht. Die Liquidität ist so weit aufgebraucht, dass man „weiter von der Hand in den Mund“ lebt. Thomas Schiemann darf über seine eigene GmbH Fanartikel produzieren und vorfinanzieren.

Oktober/November 2007: Es zeichnet sich ab, dass die GmbH die Spielergehälter nicht zahlen kann. Dies wird allen Vorstandsmitgliedern des e.V. mitgeteilt. Auch die Zahlungen an die Sozialversicherung können nicht geleistet werden. Es findet eine Fahrt des Vorstands des Stammvereins statt. Sie wird von Frank Dittmanns Ehefrau organisiert, die eine Firma für Eventmanagement betreibt. Ob hier Kosten entstanden sind, können die Revier Sport vorliegende Unterlagen nicht klar belegen.

Dezember 2007: Dem Vorstand wird das Scheitern aller Bemühungen der GmbH zur finanziellen Konsolidierung mitgeteilt. Auf Vorschlag von Bernd Werner und Frank Dittmann wird vereinbart „endlich mal einen richtigen Kassensturz zu machen“.

Die Ereignisse vom Weihnachtsfest bis zur Insolvenzanmeldung der GmbH, also von Januar bis März 2008 sind hinreichend ausgeleuchtet und kommentiert, nicht aber das, was im Vorfeld der morgigen Veranstaltung noch im Zusammenhang mit der Finanzsituation passierte.

April 2008: Die gewählten Kassenprüfer sollen einen Einblick in die Vereinskassenbücher erhalten und der Versammlung den aktuellen Status dokumentieren bzw. bestätigen. Ob es zur Prüfung der gesamten letzten drei Spielzeiten gekommen ist, werden die Kassenprüfer morgen den Mitgliedern sagen können. Zumindest Ende April war das noch nicht geplant.

Gleich mehrere Dokumente belegen, dass insbesondere Thomas Schiemann und sein Umfeld sich oft sehr verstimmt darüber zeigten, dass Finanzinterna an die Öffentlichkeit gelangten, ebenso Hinweise auf Konflikte mit der Horst Barkwitz’ Witwe Marina. Dass sie das Erbe ihres verstorbenen Mannes bei den Moskitos antreten wollte, war nicht erwünscht.

Zudem erfuhr RevierSport aus glaubwürdiger Quelle, dass Frank Dittmann in den vergangenen zwölf Monaten nur selten eine Vorstandssitzung versäumt hat und gewöhnlich der Protokollführer war.

Autor: Markus Terbach

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