Der 9. Juni 2008 sollte der Tag der Entscheidung werden. Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung wollten sich ein Team um Frank Dittmann, zuletzt Geschäftsführer der insolventen Spielbetriebs-GmbH, sowie einer Oppositionsgruppe um den Präsidentschaftskandidaten Norbert Knebel zur Wahl stellen. Allein: Dazu wird es nicht kommen, denn derzeit ist der Westbahnhof einmal mehr Schauplatz einer regelrechten Schlammschlacht.

Moskitos Essen: Dittmann kontert Oppositions-Kritik

"Ich spüre jede Menge Hass"

Aaron Knopp
29. Mai 2008, 10:36 Uhr

Der 9. Juni 2008 sollte der Tag der Entscheidung werden. Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung wollten sich ein Team um Frank Dittmann, zuletzt Geschäftsführer der insolventen Spielbetriebs-GmbH, sowie einer Oppositionsgruppe um den Präsidentschaftskandidaten Norbert Knebel zur Wahl stellen. Allein: Dazu wird es nicht kommen, denn derzeit ist der Westbahnhof einmal mehr Schauplatz einer regelrechten Schlammschlacht.

Genau 14 Tage vor der mit viel Tamtam angekündigten Wahl des neuen Vorstands schmeißt die Opposition hin. In einer Pressemitteilung heißt es: „In zahlreichen und intensiven Gesprächen mit namhaften Anwälten, Steuerberatern und Ex-Moskitos wurden wir vor dem Schritt, den Verein zu übernehmen und zu führen, eindringlich gewarnt. Inzwischen haben wir gesicherte Kenntnisse von diversen Forderungen und Altlasten in Höhe von mindestens 80.000 Euro an den Verein. Diese Verbindlichkeiten werden nach unserer Auffassung mit ziemlicher Sicherheit zum Tragen kommen, sollten wir die Wahl gewinnen.“

Doch damit nicht genug: Weiterhin soll die Jugendabteilung damit gedroht haben, sich bei einem Wahlsieg der Opposition aus dem Verein auszugliedern. „Das Ergebnis wäre, dass alle Jugendmannschaften in den untersten Ligen starten müssten. Diesen radikalen Schritt wollen und möchten wir nicht zu verantworten haben.“

Nach Informationen dieser Zeitung muss ein Verein Jugend- und Seniorenmannschaften aufbieten, ansonsten Strafe zahlen. Außerdem ist unter bestimmten Voraussetzungen der Übergang einer kompletten Jugendabteilung in einen neuen Verein ohne Zwangsabstieg in die untersten Nachwuchsligen möglich, zuletzt in Herne geschehen. Die Sorge der Opposition, plötzlich nur der Regionalliga-Mannschaft vorzustehen, ist also durchaus berechtigt.

Am gestrigen Mittwoch bat Frank Dittmann zum Pressegespräch, um seine Sicht der Dinge darzulegen: „Das ist alles Blödsinn! Der Kinder- und Jugendbereich ist doch das einzig Lebendige, das in diesem ganzen Getümmel übrig geblieben ist. Wir haben alle Mannschaften zum 30. April ordnungsgemäß gemeldet.“

Die angeführten Altlasten von 80.000 Euro habe die Opposition ebenfalls völlig falsch dargestellt. „Dabei handelt es sich um ein Darlehen von zwei Leuten in Höhe von 50.000 Euro, das noch aus dem Jahr 2006 stammt. Es war damals nötig, um die Saison vernünftig zu Ende zu bringen. Es ist allerdings zins- und tilgungsfrei. Darüber hinaus gibt es Verbindlichkeiten von rund 35.000 Euro, dafür ist jeden Monat eine bestimmte Summe fällig. Das ist alles schriftlich fixiert, unabhängig davon, wer dem Verein vorsteht. Da also von Erpressung zu sprechen, ist absoluter Unsinn.“

Über die Motivation für den plötzlichen Rückzug der Gegenkandidaten kann Dittmann daher nur spekulieren. „Ich habe versucht, mich immer fair zu verhalten und das Gespräch zu suchen. Bei der Auseinandersetzung habe ich jedoch gespürt, dass hier jede Menge Hass im Spiel ist – und zwar auf beiden Seiten. Offenbar traut hier jeder der Gegenseite alles zu. Ich weiß zwar nicht, woher diese Verbissenheit kommt, aber unsere Vorstandskandidaten sind größtenteils noch relativ neu im Verein und daher auch recht offen.“

Autor: Aaron Knopp

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