Mit breiter Brust konnte Aufsteiger Viktoria Resse in die Bezirksliga 12 nach einer tollen letzten Saison starten. Mit einem Torverhältnis von 93:20 Toren, 67 Zählern und dabei 14 Punkten Vorsprung auf den Zweitplazierten gelang der Aufstieg in die Bezirksliga ohne Probleme. So hochklassig haben die Resser in ihrer bisherigen Vereinsgeschichte noch nie gespielt. Revierkick.de sprach mit Trainer Peter Colmsee über den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte, die Jugendarbeit und die personelle Situation vor dem Spiel gegen TuS Haltern.

Im Interview: Peter Colmsee (Trainer Viktoria Resse)

"Wir haben die Stärke der Liga etwas unterschätzt"

sb
23. Oktober 2006, 11:56 Uhr

Mit breiter Brust konnte Aufsteiger Viktoria Resse in die Bezirksliga 12 nach einer tollen letzten Saison starten. Mit einem Torverhältnis von 93:20 Toren, 67 Zählern und dabei 14 Punkten Vorsprung auf den Zweitplazierten gelang der Aufstieg in die Bezirksliga ohne Probleme. So hochklassig haben die Resser in ihrer bisherigen Vereinsgeschichte noch nie gespielt. Revierkick.de sprach mit Trainer Peter Colmsee über den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte, die Jugendarbeit und die personelle Situation vor dem Spiel gegen TuS Haltern.

revierkick.de: Sie haben unter der Woche den Einzug im Kreispokalhalbfinale erreicht. Wie wichtig war dieser Sieg für die Mannschaft und den Klub?

Colmsee: „Das war ein sehr wichtiger Sieg für uns. Sicherlich war Horst spielerisch etwas besser, aber wir haben durch unsere starke kämpferische Leistung verdient gewonnen. Wenn man die Freundschaftsspielsiege gegen Beckhausen 05 und SW Bülse und den Sieg am vergangenen Sonntag gegen Eintracht Datteln zählt, haben wir vier Spiele in Serie gewonnen. Wir haben durch diese Leistungen viel Selbstvertrauen getankt. Das war der richtige Schub für die nächsten wichtigen Spiele in der Meisterschaft.“

revierkick.de: Welchen Stellenwert besitzt der Kreispokal denn für Sie?

Colmsee: „Ein ganz hohen. Das ist der größte Erfolg in der 31-jährigen Vereinsgeschichte. Ich bin sehr gespannt auf die Auslosung. Gegen den VfB Kirchhellen hätten wir sicherlich die größten Chancen, das Finale zu erreichen. Aber auch ein Heimspiel gegen SSV Buer oder SC Hassel wäre wunderbar für die Mannschaft und unsere Fans.“

revierkick.de: Was kann man aus diesem Pokalfight mitnehmen für den Ligaalltag?

Colmsee: „Die Einstellung der Mannschaft war vorbildlich. Wenn wir mit dieser Leidenschaft auch in den Meisterschaftsspielen auftreten, werden wir auch unsere Punkte holen. Die Moral stimmt.“

revierkick.de: Sie haben nach dem 9. Spieltag allerdings erst sechs Zähler auf dem Konto. Was glauben sie sind die Gründe für den etwas holprigen Saisonstart?

Colmsee: „Das hat zwei verschiedene Gründe. Zum einen muss ich zugeben, dass wir die Stärke der Liga etwas unterschätzt haben. Das erste Spiel haben wir zwar gewonnen, aber danach kamen drei unglückliche Niederlagen in dem wir uns selbst geschlagen haben. Ein gutes Beispiel dafür ist die Niederlage beim FC Hillerheide. Wir haben drei Tore auswärts gemacht und da muss man doch gewinnen. Vor allem, wenn man 3:2 führt. Am Ende waren wir zu unkonzentriert und haben eine 3:5-Niederlage kassiert. Außer gegen den VfB Hüls II, der uns eindeutig überlegen war, hatten wir immer die Chance zu punkten.“

revierkick.de: Was müssen Sie tun, damit Ihre Mannschaft nicht im Abstiegkampf gerät?

Colmsee: „Ändern müssen wir nichts. Wir sind auf dem richtigen Weg. In der Mannschaft sind viele talentierte junge Spieler, wir müssen nur unsere Stärken abrufen. Die letzten Siege haben unser Selbstvertrauen gestärkt. Ich hoffe, dass unsere zahlreichen Verletzte bald wieder fit sind, danach wird es weiter bergauf gehen.“

revierkick.de: Haben Sie vor, sich in der Winterpause personell noch mal zu verstärken?[imgbox-right]http://www.revierkick.de/include/images/gallery/img_thumb_115.jpg Baut ganz auf die Jugend: Peter Colmsee, Trainer von Viktoria Resse. Foto: revierkick.de[/imgbox]

Colmsee: „Wir haben einen Spieler in Aussicht, der bei uns bereits ein Probetraining gemacht hat, aber ich möchte noch keinen Namen nennen, bevor nicht alles hundertprozentig beschlossen ist. Außerdem werden für die Rückrunde noch drei Perspektivspieler aus der A-Jugend vorzeitig hochgezogen.“

revierkick.de: Ihr Torwart Mark Lamberty erlebt mit 39 Jahren den zweiten Frühling. Wie wichtig ist er für die Mannschaft?

Colmsee: „Lamberty ist ein wichtiger Spieler für uns. Die Erfahrung die er ausstrahlt, ist sehr groß und wichtig für die Mannschaft. Im Zusammenarbeit mit unseren Torwarttrainer leisten die beiden eine unglublich gute Arbeit im Torwartbereich.“

revierkick.de: Ihr nächster Gegner TUS Haltern ist punktgleich mit ihrer Mannschaft. Wie stark schätzen sie die Haltener ein und was kann ihre Mannschaft dort auswärts erreichen?

Colmsee: „Wir befinden uns im Moment auf Augenhöhe. Ihr Ergebnis von letzter Woche, wo sie auswärts mit 3:1 beim 1.FC Preußen Hochlarmark gewonnen haben, hat mich allerdings etwas überrascht. Das ist für uns ein Sechs-Punkte-Spiel, genauso wie das folgende Spiel gegen den Tabellenletzten Borussia Ahsen. Für eine Mittelfeldplatzierung wäre ein Sieg wichtig. Wir fahren nach Haltern um mindestens einen Punkt mitzunehmen.“

revierkick.de: Und auf welche Spieler müssen am Sonntag verzichten?

Colmsee: „Auf Florian Ziegler, Michael Strunk, Sotirios Sakellariou und David Wicher muss ich definitiv verzichten. Alle sind immernoch verletzt. Marc Zielke und Stephan Gies sind angeschlagen. Es wird sich wohl erst am Sonntag entscheiden ob sie einsatzfähig sind.“

revierkick.de: Lassen Sie uns zum Abschluss einen Blick in die Zukunft werfen. Sie sind bereits im sechsten Jahr Trainer in Resse. Welche sportlichen Ziele haben Sie sich für die Zukunft mit Viktoria gesteckt?

Colmsee: „Nachdem wir letztes Jahr aufgestiegen sind, möchten wir uns in der Bezirksliga festigen. Ich bin davon überzeugt, dass wir in den nächsten Jahren ohne Probleme eine Klasse höher spielen können. Mit Viktoria ist alles möglich. Wir haben eine junge Mannschaft die das Zeug hat, auch höher zu spielen. Wir werden auch weiterhin auf die Jugend setzten. Viele Spieler kennen mich schon seit der Jugendzeit, wo ich lange als Trainer tätig war. Und auch diejenigen, die zwischenzeitlich bei anderen Clubs gespielt haben, sind nach Resse zurückgekehrt. Dazu gehören Stefan Colmsee und Domenico Di Bari, die sich zu echten Leistungsträgern entwickelt haben. Ein weiteres Ziel in dieser Saison ist es, die zweite Mannschaft zu fördern und zum Aufstieg in die Kreisliga B zu verhelfen. Das wäre für die Zukunft ein sinnvoller Unterbau für unsere Erstvertretung.“

Autor: sb

Kommentieren