Beinahe eine Dekade führte er Regie beim TuS Eichlinghofen, formte aus einer abstiegsbedrohten Kreisliga A-Truppe eine Bezirksliga-Spitzenmannschaft und verschaffte sich so Respekt und viele Freunde im Dortmunder Amateurfußball. Doch jetzt wechselt Thomas Faust vom ambitionierten Bezirksligisten zum im Umbau begriffenen Verbandsligisten TuRa Rüdinghausen. RevierSport online sprach daher mit Faust über Abschiedsschmerz, bewegende Momente, Zukunftsaussichten und über eventuell hinterlassene Flurschäden.

Bezirksliga 15: Thomas Faust (TuS Eichlinghofen-Coach) im Interview

"Das wird kein leichtes Jahr"

04. Mai 2008, 20:31 Uhr

Beinahe eine Dekade führte er Regie beim TuS Eichlinghofen, formte aus einer abstiegsbedrohten Kreisliga A-Truppe eine Bezirksliga-Spitzenmannschaft und verschaffte sich so Respekt und viele Freunde im Dortmunder Amateurfußball. Doch jetzt wechselt Thomas Faust vom ambitionierten Bezirksligisten zum im Umbau begriffenen Verbandsligisten TuRa Rüdinghausen. RevierSport online sprach daher mit Faust über Abschiedsschmerz, bewegende Momente, Zukunftsaussichten und über eventuell hinterlassene Flurschäden.

RevierSport online: Neun Jahre waren Sie jetzt Trainer beim TuS Eichlinghofen. Wie schwer fällt da der Abschied?
Faust: Schon sehr schwer. Wenn man eine so lange Zeit bei einem Verein war, ist das auch eine Herzensangelegenheit. Ich habe immer ein sehr gutes, freundschaftliches Verhältnis zu unserem ersten Vorsitzenden, Hans Josephs, gepflegt und auch im Umfeld des Vereins viele Freunde und Bekannte gefunden. Doch als im März das Angebot von TuRa Rüdinghausen kam, stand sofort die sportliche Perspektive im Vordergrund. Die spielen schließlich zwei Klassen höher, das muss man einfach machen.

RevierSport online: Welches war der schönste Augenblick in der langen Zeit?

Faust: Sicherlich der Aufstieg in die Bezirksliga. Ich habe damals die Mannschaft als Drittletzten der Kreisliga A übernommen und wir haben uns dann in kleinen Schritten langsam weiter entwickelt, um dann letztlich souverän, mit 14 Punkten Vorsprung, den Aufstieg perfekt zu machen.

RevierSport online: Und welche Zeit die schwerste?

Faust: Der Anfang war schon schwer. Ich kam als Spieler-Trainer und hatte ja als Trainer noch überhaupt keine Erfahrung. Insgesamt bewerte ich die Zeit aber als erfolgreich, auch wenn man in diesem Jahr schon einen gewissen sportlichen Stillstand in der Entwicklung feststellen muss.

RevierSport online: TuRa verzeichnet zum Ende der Saison viele Abgänge. Ist das Engagement daher sportlich nicht recht abenteuerlich?

Faust: Zwar stimmt es, dass bis auf Torhüter Altfeld alle anderen Kicker TuRa verlassen werden, doch wir haben schon 14 neue Spieler verpflichtet, über deren Namen ich hier allerdings noch nicht sprechen kann. Davon sind einige Top-Landesliga-Akteure und auch Jungs die schon über Verbandsliga-Erfahrung verfügen. Der Kader steht also insgesamt zu fast hundert Prozent und bis auf einen Defensivakteur sind unsere Personalplanungen abgeschlossen.

RevierSport online: Sie räubern ganz schön bei den Dortmunder Bezirksligisten. Keine Angst, die Beziehungen zu den anderen Vereinen nachhaltig zu zerstören?

Faust: Es bleibt doch gar nicht aus, dass wenn man ein komplett neues Team aufbauen muss, seine Kontakte spielen lässt. Aber mich haben natürlich auch Jungs von sich aus angesprochen, die gerne einmal höher spielen wollen. Die Gespräche mit den betroffenen Vereinen liefen dann aber sämtlich auf freundschaftlicher Basis ab.

RevierSport online: Was wollen Sie mit TuRa in der nächsten Spielzeit erreichen?

Faust: Obwohl wir einige gute Leute bekommen wird es sicher kein ganz einfaches Jahr. Die größte Herausforderung stellt sicher die Tatsache, dass ich ein komplett neues Team aufbauen muss. Und da ist es natürlich wichtig, dass ich keinen Druck vom Verein spüre. Unter diesen Umständen wäre es natürlich vermessen an einen vorderen Platz in der Tabelle zu glauben. Für uns gibt es daher nur ein Ziel und das heißt: Klassenerhalt.

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