Werder Bremen hat die vorzeitige Qualifikation für das Champions-League-Achtelfinale verpasst. Nach  Valerien Ismaels Führungstreffer gegen Inter Mailand sorgte Obafemi Martins im Gegenzug für den 1:1-Endstand.

Werder muss noch um Achtelfinal-Einzug bangen

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25. November 2004, 08:21 Uhr

Werder Bremen hat die vorzeitige Qualifikation für das Champions-League-Achtelfinale verpasst. Nach Valerien Ismaels Führungstreffer gegen Inter Mailand sorgte Obafemi Martins im Gegenzug für den 1:1-Endstand.

Werder Bremen hat den Einzug ins Achtelfinale der Champions League nicht vorzeitig perfekt machen können. Der Deutsche Meister kam vor 36.728 Zuschauern im fast ausverkauften Weserstadion gegen Inter Mailand über ein 1:1 (0:0)-Unentschieden nicht hinaus und steht nun am 7. Dezember beim FC Valencia vor einem echten "Endspiel". Die Spanier setzten sich zeitgleich beim RSC Anderlecht mit 2:1 (1:1) durch und verkürzten damit den Abstand auf die Hanseaten auf drei Punkte.

Die 1:0-Führung für den deutschen Pokalsieger besorgte der Franzose Valerien Ismael per Foulelfmeter in der 49. Minute. Schiedsrichter Gilles Veissiere aus Frankreich hatte auf den Elfmeterpunkt gezeigt, nachdem Julio Ricardo Cruz den Schweizer Ludovic Magnin im Strafraum zu Boden gerissen hatte. Doch die Freude über diesen Vorsprung währte nur sechs Minuten. Der kurz zuvor eingewechselte Obafemi Martins erzielte per Kopfball aus sechs Metern Entfernung den zu diesem Zeitpunkt schmeichelhaften Ausgleichstreffer für die Gäste. Nach dem Schlusspfiff hofften die Werder-Spieler vergebens auf eine gute Nachricht aus Anderlecht.

Inter vermisste gesperrten Adriano

Die bereits für die Runde der letzten 16 qualifizierten Italiener, ohne ihren gesperrten Top-Stürmer Adriano und mehrere weitere Leistungsträger an die Weser gereist, begannen folgerichtig verhalten und erlaubten dem deutschen Pokalsieger eine deutliche Feldüberlegenheit. Doch da die Defensive des Teams von Coach Roberto Mancini weitgehend sicher stand, blieben klare Torchancen für den Bundesliga-Achten rar.

Dennoch hatte insbesondere Nationalspieler Miroslav Klose mehrere Möglichkeiten, weitere Tore für sein Team zu erzielen. Der ehemalige Lauterer verpasste in der 18. Minute eine Flanke von Johan Micoud nur knapp. Vier Minuten später strich sein Kopfball nur knapp am Gehäuse des Tabellen-Siebten der Serie A vorbei. "Wir haben nicht so den Druck entwickelt, wie es sein muss", befand dementsprechen Sportdirektor Klaus Allofs zur Pause.

Enttäuschender Klasnic zur Pause raus

Auch in der zweiten Halbzeit ging von Klose die meiste Gefahr aus, sein formschwacher Nebenspieler Ivan Klasnic wurde zur Halbzeit durch Nelson Veldez ersetzt, doch auch der Stürmer aus Paraguay fand im zweiten Durchgang nicht so recht ins Spiel.

Voll engagiert wirkten die Italiener nur, nachdem sie in Rückstand geraten waren. Nachdem der Ausgleich dann aber schnell gefallen war, zogen sie sich wie schon in der ersten Halbzeit weitgehend in die eigene Spielhälfte zurück.

Die in der Bundesliga seit vier Spielen sieglosen Gastgeber scheuten aber auch in der Schlussphase das allerletzte Risiko, um sich für die entscheidende Partie in Valencia nicht mit einer Niederlage in eine noch ungünstigere Position zu bringen. Inter Mailand war mit dem Remis sichtlich zufrieden, das Team schonte sich ganz offenkundig für das wichtige Punktspiel am Sonntag gegen Rekordmeister und Tabellenführer Juventus Turin im Giuseppe-Meazza-Stadion.

"Wir haben es selbst in der Hand"

Werder-Coach Thomas Schaaf zeigte sich angesichts der engagierten Vorstellung seines Teams trotz verpassten Sieges zufrieden: "Die Mannschaft ist 90 Minuten nach vorne gegangen und hat immer wieder etwas versucht. Sie hat gezeigt, dass sie will. Das ist das Wichtigste. Wir haben es im letzten Spiel selbst in der Hand. Prinzipiell muss man sagen: Dass wir in dieser Gruppe uns behauptet und zehn Punkte geholt haben, ist eine sensationelle Leistung."

Autor: ans

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