Mit einem Sieg über Banik Ostrau will Bayer Leverkusen im heutigen Drittrunden-Hinspiel in der Champions-League-Qualifikation den ersten Schritt Richtung

Bayer will über Ostrau in die "Königsklasse"

11. August 2004, 09:32 Uhr

Mit einem Sieg über Banik Ostrau will Bayer Leverkusen im heutigen Drittrunden-Hinspiel in der Champions-League-Qualifikation den ersten Schritt Richtung "Königsklasse" machen. Für Bayer steht viel Geld auf dem Spiel.

Am heutigen Mittwoch geht es für Bayer Leverkusen im Drittrunden-Hinspiel (20.30 Uhr/live in der ARD) in der Qualifikation zur Champions League gegen Tschechiens Meister Banik Ostrau schon fast um alles. Nach der zwölfmonatigen Zwangsdiät mit Einsparungen von 25 Millionen Euro und dem kompletten Ausstausch des Managements mit Reiner Calmund an der Spitze will Bayer wieder in die "Königsklasse" zurückkehren. Für die Leverkusener stehen 10 Millionen Euro auf dem Spiel.

"Ein Weiterkommen würde nicht nur zur Stärkung der Finanzen beitragen, sondern wir würden sportlich wieder ins Konzert der Großen zurückkehren. Die Champions League ist das Größte, was es im Vereinsfußball gibt. Es ist doch schöner, in Madrid, Barcelona, Rom oder Turin als im UEFA-Cup zu spielen", erklärte Meinolf Sprink, der Sportbeauftragte der Bayer AG.

Schneider will EM-Revanche

Nationalspieler Bernd Schneider indes will nach dem EM-Desaster mit dem Vorrunden-Aus gegen Tschechien mit Bayer ein Ausrufezeichen setzen und auch im Duell mit Banik-Star Marek Heinz, der gegen Deutschland ein Traumtor erzielte, triumphieren. "Ich will diesmal als Sieger vom Platz. Aber das hat nicht nur etwas mit der EM zu tun. Wir spielen nicht gegen Heinz, sondern gegen Ostrau. Ich will in die Champions League. Wir haben nicht 34 Spiele Gas gegeben, um wieder in der Königsklasse zuzuschauen. Das hat letzte Saison schon weh genug getan", meinte der Vize-Weltmeister.

Schneider und Bayer haben Respekt vor den Tschechen, aber vor dem 102. Europacupspiel gilt: Keine Panik vor Banik! "Wir haben eine Mannschaft, die in der Lage ist, in der europäischen und deutschen Spitze mitzuspielen", sagte Wolfgang Holzhäuser als Sprecher der Bayer-Geschäftsführung und hat "volles Vertrauen" zum Team und Cheftrainer Klaus Augenthaler. Und der hat bis auf Clemems Fritz (Wadenbeinbruch) alle Mann an Bord.

Denn auch der Brasilianer Juan hat seine muskulären Probleme überwunden und wird mit Kapitän Jens Nowotny und Brasiliens Weltmeister Roque Junior die Dreierkette in der Abwehr bilden. Gegenüber dem glücklichen 2:1-Sieg zum Bundesliga-Auftakt gegen Hannover 96 wird "Auge" nur eine personelle Änderung vornehmen. Für Nationalspieler Paul Freier wird Daniel Bierofka auf der rechten Außenbahn spielen. Denn dem für 3,5 Millionen Euro vom VfL Bochum verpflichteten Freier fehlte gegen "96" noch die Bindung zum Spiel.

Augenthaler: "Spiel kein Selbstläufer"

Das richtungweisende Spiel gegen Ostrau ist für Augenthaler "kein Selbstläufer". "Die Tschechen spielen einen technisch und taktisch hervorragenden Fußball. Wir müssen schon alle Qualitäten abrufen, um ein gutes Ergebnis für das Rückspiel zu erzielen", meinte der Cheftrainer. Auch Jens Nowotny warnt: "Wer aus dem Spiel gegen Banik ein Duell David gegen Goliath machen will, der liegt falsch. Wir müssen höllisch aufpassen."

Vor allem auf Marek Heinz. Der frühere Bundesliga-Legionär vom Hamburger SV und Arminia Bielefeld sorgte bei der EM als Joker mit zwei Toren, darunter das 1:1 gegen Deutschland, für Furore. Wie in der tschechischen Liga, wo er in der vergangenen Saison mit 19 Treffern Torjäger Nummer 1 war. Heinz fehlte zwar im letzten Punktspiel gegen FK Teplice (1:2) wegen einer Bronchitis, dürfte aber in der BayArena dabei sein. Im Kader von Trainer Frantisek Komnacky stehen auch der Ex-Schalker und Banik-Kapitän Radoslav Latal und der frühe Münchner "Löwe" Martin Cizek.

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