Die Situation von Borussia Dortmund wird langsam nicht nur dramatisch, sie ist schlichtweg beängstigend.

BVB: 1:3 gegen Hannover - Wird das Pokalfinale furchtbar?

Berliner Luft ganz doll dünn

rk/md
16. April 2008, 22:22 Uhr

Die Situation von Borussia Dortmund wird langsam nicht nur dramatisch, sie ist schlichtweg beängstigend.

Nach der katastrophalen 1:3 (0:2)-Heim-Niederlage gegen Hannover 96 wird auch die Luft für Coach Thomas Doll langsam aber sicher extrem dünn. Auch wenn der BVB zwei Tage vor dem Pokalfinale wahrscheinlich keine Entscheidung in Sachen Trainerfrage fällen wird (aber was ist im Fußball schon undenkbar), so dürfte der Abschied spätestens zum Saisonende immer wahrscheinlicher werden. „Man hat gesehen, dass wir das München-Spiel noch nicht verarbeitet hatten. Es war eine große Verunsicherung zu spüren. Wir haben Hannover das Leben zu einfach gemacht. Für mich ist jetzt wichtig, das meine Mannschaft wieder aufsteht. Wir liegen am Boden", sagte Doll.

Auch gegen die Niedersachsen wirbelte der Ex-Hamburger sein Team wieder einmal kräftig durcheinander und sorgte vor allem durch die Nominierung von Keeper Marcel Höttecke, der für den verletzten Marc Ziegler (Bluterguss im Knie) im Kasten stand, erneut für eine Überraschung. Die zahlte sich nicht aus. Der 20-jährige Amateurtorhüter sah bei beiden Treffern vor dem Wechsel äußerst unglücklich aus. Zunächst musste er einen Freistoß von Arnold Bruggink aus dem linken Halbfeld passieren lassen. Der Ball sauste ungestört ins Netz (32.). Dann fauste er nach einer 96-Ecke an der Kugel vorbei, der 180 Sekunden vorab eingewechselte Frank Fahrenhorst sagte per Kopf danke.

Die Führung der Gäste war zu diesem Zeitpunkt hochverdient, da sie gegen eine vollkommen verunsicherte Dortmunder Elf vor allen Dingen spielerisch dominierte. Die Gastgeber durften sich sogar bei Schiri Günter Perl bedanken, dass dieser in der Startphase eine elfmeterreife Attacke von Philipp Degen gegen Szabolcs Huszti nicht mit der gerechten Strafe ahndete.

Nach der Pause empfingen die BVB-Fans unter den 61.400 Zuschauer (Saison-Minusrekord) ihre Truppe mit einem gellenden Pfeifkonzert, das sich das Team auch in der folgenden Viertelstunde weiter redlich verdiente.

Zumindest konnte sich Höttecke auszeichnen, als er einen Kopfball von Fahrenhorst aus kürzester Distanz entschärfte. Beim folgenden Schuss von Christian Schulz wäre er machtlos gewesen. Der Ex-Bremer zielte aber knapp über die Latte. Wie schon gegen Bayer Leverkusen ging durch die Einwechselung von Alexander Frei ein Ruck durch die Dortmunder Mannschaft, zumal der Schweizer 22 Sekunden nach seinem Kommen im Anschluss an die Vorarbeit von Florian Kringe beim 1:2 für neue Hoffnung sorgte. Die zerstörte zwölf Minuten vor dem Schlusspfiff der Ungar Huszti, der einen bösen Schnitzer von Kuba zur endgültigen Entscheidung eiskalt ausnutzte.

Der BVB muss seinen Blick jetzt deutlich nach unten richten, zumal Robert Kovac anmerkte: „Wir benötigen noch einige Zähler, die unteren Teams punkten jetzt immer häufiger.“ Der verletzt ausgewechselte Degen gab bereits nach dem Bayern-Aussetzer zurecht zu bedenken: „Es ist fatal, immer nur an das Pokalfinale zu denken.“ Zudem werden die Borussen-Anhänger nach den letzten zwei, teilweise blamablen Auftritten ihrer „Lieblinge“ ohne viele Illusionen nach Berlin reisen.

Autor: rk/md

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