Für Schalke 04 ist das Champions League-Wunder in fast unerreichbare Ferne gerückt. Die Königsblauen verloren das Viertelfinal-Hinspiel gegen den hohen Favoriten FC Barcelona mit 0:1 (0:1) und stehen gegen den 18-maligen spanischen Meister im Rückspiel am kommenden Mittwoch wohl vor einer unlösbaren Aufgabe.

Schalke nach Heimpleite gegen "Barca" vor dem Aus

Neuer-Patzer und lange zu viel Respekt

sid
01. April 2008, 22:38 Uhr

Für Schalke 04 ist das Champions League-Wunder in fast unerreichbare Ferne gerückt. Die Königsblauen verloren das Viertelfinal-Hinspiel gegen den hohen Favoriten FC Barcelona mit 0:1 (0:1) und stehen gegen den 18-maligen spanischen Meister im Rückspiel am kommenden Mittwoch wohl vor einer unlösbaren Aufgabe.

"Barca" genügte gegen harmlose und über weite Strecken ängstliche Schalker eine starke Anfangsphase und nach einem Fehler von Torwart Manuel Neuer der frühe Führungstreffer durch den erst 17 Jahre alten Bojan Krkic (12.), um sich eine hervorragende Ausgangspostion für das zweite Duell im Nou-Camp-Stadion zu verschaffen. S04 dagegen bekam im laut Manager Andreas Müller "absolut größten Spiel unserer Vereinsgeschichte" vor allem in der ersten Halbzeit deutlich seine Grenzen aufgezeigt.

Besonders in der Anfangsphase überließen die Gastgeber vor 53. 951 Zuschauern in der ausverkauften Arena dem neunmaligen Europacup-Sieger die Initiative im Mittelfeld fast ohne Gegenwehr. Schon in der achten Minute tauchte Krkic gefährlich vor Neuer auf, doch der Schalker Schlussmann konnte in dieser Situation noch per Fuß parieren.

Vier Minuten später sah der zuletzt überragende U21-Nationaltorwart, der den Schalkern mit einer Weltklasseleistung beim FC Porto erst den Viertelfinal-Einzug ermöglicht hatte, schlecht aus. Einen Schuss von Thierry Henry aus halblinker Position ließ Neuer nach vorne abprallen, den folgenden Querpass des Franzosen brauchte Krkic aus kurzer Distanz nur einzuschieben.

Von dem Schock des frühen Rückstandes erholten sich die Platzherren nur schwer, besonders die Aggressivität des im Wettbewerb bereits zum zweiten Mal gelbgesperrten Germain Jones fehlte den Schalkern in Mittelfeld an allen Ecken und Enden. Der Angriff mit Nationalstürmer Kevin Kuranyi und Halil Altintop blieb wie schon in den vergangenen Wochen so gut wie wirkungslos. Ein harmloser Kopfball von Kuranyi (20.) und ein Schuss von Heiko Westermann (29.), den Barca-Torwart Victor Valdes parierte, waren noch die besten Chancen der Elf von Trainer Mirko Slomka vor der Pause.

Barcelona hingegen war trotz der Diskussionen um den umstrittenen Trainer Frank Rijkaart drei Tage nach dem peinlichen 2: 3 bei Betis Sevilla keinerlei Verunsicherung anzumerken. Selbst als die Katalanen nach der frühen Führung einen Gang zurückschalteten, hatten sie das Spiel weiterhin klar im Griff. Das Fehlen der verletzten Superstars Ronaldinho, Lionel Messi und Deco machte sich nicht negativ bemerkbar.

Nach der Pause nahm Schalke immerhin nochmal seinen ganzen Willen zusammen, um zumindest den Ausgleich zu erzielen. Ein abgefälschter Schuss von Altintop (49.) und ein 25-Meter-Versuch von Christian Pander nur eine Minute später ließ die Schalker Fans hoffen. Nach der Auswechslung von Kuranyi, der vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw mit einem gellenden Pfeifkonzert verabschiedet wurde, kamen die Gastgeber mit dem Uruguayer Vicente Sanchez sogar noch besser ins Spiel.

In der 70. Minute verpasste Gerald Asamoah nach einem Schuss von Fabian Ernst den Ausgleich nur knapp, nur eine Minute später verfehlte Altintop nach einem Sanchez-Zuspiel mit einem Lupfer das Tor nur um Zentimeter. Auch der eingewechselte Sören Larsen verfehlte mit seinem Kopfball (78.) nur knapp.

Autor: sid

Kommentieren