[b]JC 66 Bottrop: [/b]Die tragische Figur der letztjährigen Zweitligasaison. Bottrop wurde seiner Rolle als Favorit zunächst voll gerecht und gewann souverän, wenn auch nicht mit weißer Weste, die 2. Bundesliga-Nord.

ELE Judo Team Challenge: Die Teams im Überblick

Tragische Figur und Dauergäste

13. März 2008, 22:51 Uhr

[b]JC 66 Bottrop: [/b]Die tragische Figur der letztjährigen Zweitligasaison. Bottrop wurde seiner Rolle als Favorit zunächst voll gerecht und gewann souverän, wenn auch nicht mit weißer Weste, die 2. Bundesliga-Nord.

Als Ausrichter der erstmals durchgeführten Relegation verpasste es der Lokalmatador aber schließlich nach vielen verletzungs- und krankheitsbedingten Ausfällen die Möglichkeit, den Aufstieg ins Oberhaus klar zu machen. Bei der EJTC 2008 wollen die Bottroper beweisen, dass sie auch mit den großen der ersten Liga und der europäischen Spitze mithalten können.

SUA Witten
Seit unzähligen Jahren sind sie nun schon die klare Nummer eins in NRW. Seit einiger Zeit etabliert sich das Team aber auch in der nationalen Spitzengruppe. In 2006 und 2007 wurde SUA Witten jeweils dritter der deutschen Meisterschaft. Das Team wurde auch für 2008 weiter verstärkt, vor allem durch junge deutsche Kämpfer, die bereits zu Deutschlands Elite gehören. In beinahe jeder Gewichtsklasse gelang dem Management der Wittener ein spektakulärer Zukauf. Bei der EJTC 2008 will sich das Team erstmals einem breiten Publikum präsentieren und für Furore sorgen. In 2006 erreichten die Wittener das Finale der Team Challenge.
Judo-Team Hamburg
Die Hamburger Judovereine bildeten erst vor wenigen Jahren eine Allianz mit dem Ziel ins Judo-Oberhaus zu ziehen. Es sollte nicht mehr jeder Verein sein eigenes Süppchen kochen. Mit Erfolg: 2005 gelang der Aufstieg in die Belletage der Judoszene und auf Anhieb erreichte das Judo-Team die Play-Offs um die deutsche Meisterschaft. Hier schieden die Nordlichter dann im Viertelfinale gegen KSV Esslingen aus. Auch 2007 hielt Hamburg die Klasse und startet somit auch in diesem Jahr in der 1. Bundesliga Nord. Im letzten Jahr gelang den Hamburgern der vierte Platz bei der EJTC – ein Erfolg, den das Team gerne wiederholen möchte.

JC 90 Frankfurt/Oder
Frankfurt/Oder gehört seit jeher zu den Topadressen der deutschen Judoszene. Hier kommen nicht nur regelmäßig Deutsche Meister aller Altersklassen her, dem Olympiastützpunkt erwachsen auch regelmäßig Olympiastarter. In der Bundesliga ist der JC 90 Frankfurt/Oder der einzige echte Konkurrent des Rekordmeisters TSV Abensberg. Im vergangenen Jahr verlor Frankfurt das Herzschlagfinale um die Deutsche Meisterschaft gegen die Abensberger denkbar knapp. Insgesamt holte Frankfurt vier Meisterschaften und neun Vizemeisterschaften seit 1990. Im vergangenen Jahr erreichte das Team aus Frankfurt/Oder den zweiten Platz bei der EJTC hinter STJ Nijmegen.
SC Berlin
Das Berliner Team ist die Nummer eins in der Hauptstadt. Seit vielen Jahren ist der SC Berlin in der 1. Bundesliga zuhause. Für den ganz großen Durchbruch reichte es dabei noch nie, trotz zahlreicher Play-Off-Teilnahmen. Dabei stammen gerade aus dem SC Berlin unzählige deutsche Topkämpfer, die allerdings häufig für andere Teams auf die Matten gehen. Die Berliner sind inzwischen Stammgäste in Bottrop. Nach 2006 und 2007 nehmen sie nun den dritten Anlauf erstmals ins Halbfinale einzuziehen.
KSV Esslingen
Das Team aus der Nähe Stuttgarts ist den Bottropern gut bekannt. Bereits im letzten Jahr, am gleichen Datum, trafen Bottrop und Esslingen aufeinander: in einem Freundschaftskampf am Rande des gemeinsamen Trainingscamps in Bottrop/Witten. Die Esslinger kämpften jahrelang in der 2. Bundesliga-Süd, bis das Vereinskonzept umgestrickt und für die 1. Bundesliga tauglich gemacht wurde. Der Aufstieg ließ nicht lange auf sich warten. 2006 schaffte das Team von Carsten Finkbeiner den dritten Platz der Deutschen Meisterschaft. Im vergangenen Jahr schieden die Esslinger nach kuriosem Kampfverlauf (4:1-Führung zur Halbzeit) gegen die Wittener im Viertelfinale aus. In diesem Jahr starten die Esslinger zum ersten Mal bei der EJTC.
JC Leipzig
Auch Leipzig ist ein Olympiastützpunkt. Und so wundert es nicht, dass auch hier deutsche Topathleten wie am Fließband produziert werden. Jedes Jahr stellen die Leipziger mindestens einen deutschen Meister – oft auch zwei oder gleich drei – bei Deutschen Meisterschaften der Männer. In der Bundesliga ist Leipzig oft das Pendant zu den Berlinern: die eigenen Kämpfer starten zum Teil für andere Teams und so gelang den Leipzigern noch nie der ganz große Wurf in der Bundesliga. Bei der EJTC feiern die Leipziger Premiere. Da die meisten Teams hier in der Regel auf ausländische Fremdstarter verzichten und zudem auch vereinseigene Kämpfer startberechtigt sind, die in der Bundesliga für fremde Vereine starten, werden dem JC Leipzig gute Chancen bei diesem Turnier eingeräumt.

KenAmJu Haarlem
Das Amsterdamer Vorortteam ist eines der beiden Topadressen des Nachbarlandes. Mit schöner Regelmäßigkeit wechselten sich die Haarlemer mit den Nijmegenern in den letzten Jahren bei der niederländischen Titelvergabe ab. Aktuell ist KenAmJu Vizemeister. Bei der EJTC 2007 verlor Haarlem mit 2:4 gegen Nijmegen im Halbfinale und setzte sich anschließend im Kampf um Bronze gegen das Judo-Team Hamburg durch. Auch auf europäischer Ebene ist das Team zuhause. Zweimal bereits gelang der Europacup-Triumph. Doch die Haarlemer haben bereits im Vorfeld angekündigt, auf Grund der Vorbereitungsphase auf die Europameisterschaften und die Olympischen Spiele auf ihre „Stars“ nicht zurückgreifen zu können. Sie werden wohl mit einem sehr guten Nachwuchsteam auflaufen.

STJ Nijmegen
Der Titelverteidiger bei der EJTC, der amtierende niederländische Meister! International stehen die Nijmegener im Schatten der Haarlemer, national bewegen sie sich mit ihnen auf Augenhöhe. Auch in Nijmegen gibt es ein unglaubliches Potenzial an Klassekämpfern. Im vergangenen Jahr präsentierten sich die Nijmegener auch mit ihren Fans auf der Tribüne in Bestform. Gelingt die Titelverteidigung? Denn hier werden wohl alle Leistungsträger auch in Bottrop auf der Matte stehen.

CSM Liberty Oradea
Der Meister diktiert die Judoszene im rumänischen Männersport. Einmal stand das Team im Halbfinale des Europacups. Bei der EJTC 2006 belegten die Rumänen einen dritten Platz, nachdem sie im Halbfinale gegen Potsdam, dem späteren Sieger, verloren. In 2007 verhinderte ein Kampftag in der nationalen Liga parallel zur EJTC die zweite Teilnahme. Für 2008 kam sofort wieder die Zusage. Und diesmal wollen die Kämpfer aus Oradea ins Finale. Dazu wollen sie den Topkader mit nach Bottrop nehmen.
TSV Bayer 04 Leverkusen
Der TSV ist ebenfalls ein Dauergast bei der EJTC. Das Teams aus der 2. Bundesliga-Nord um den amtierenden Deutschen Vizemeister der Klasse –90 kg Valentin Knobloch gewinnt seine Stärke aus der sehr guten und konsequenten Nachwuchsförderung. Dieses Team besteht fast ausschließlich aus eigenen Kämpfern des Vereins. Leverkusen kämpfte viele Jahre in der 1. Bundesliga, zum Teil sogar in der Spitze Deutschlands. Der Entwicklung der Bundesliga zum Trotz holte der Club aus dem Rheinland weder Kämpfer aus dem Ausland, noch teure deutsche Topkämpfer in das Team. Zwar stieg Leverkusen in der Folge im Jahr 2004 in die 2. Bundesliga ab. Jedoch steigert sich das immer noch sehr junge Team Jahr für Jahr und schielt inzwischen wieder mit einem Auge in Richtung 1. Bundesliga.

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