Der SV Kray ist scheinbar ein echter Karnevalsverein! Der Saisonstart des Bezirksligisten ging bereits im zweiten Jahr in Serie komplett daneben, dafür läuft es aber ausgerechnet seit dem 11. November urplötzlich wieder richtig rund. Es folgte eine Siegesserie von sieben Spielen. Trainer Dirk Möllensiep rätselt selbst über die Gründe, verlängerte aber trotzdem seinen Vertrag. Denn in der kommenden Saison soll vieles anders laufen.

BL 4: SV Kray baut in Zukunft auf Talent statt auf Namen

"Wäre es so weitergegangen, hätte ich aufgehört"

Aaron Knopp
10. März 2008, 19:55 Uhr

Der SV Kray ist scheinbar ein echter Karnevalsverein! Der Saisonstart des Bezirksligisten ging bereits im zweiten Jahr in Serie komplett daneben, dafür läuft es aber ausgerechnet seit dem 11. November urplötzlich wieder richtig rund. Es folgte eine Siegesserie von sieben Spielen. Trainer Dirk Möllensiep rätselt selbst über die Gründe, verlängerte aber trotzdem seinen Vertrag. Denn in der kommenden Saison soll vieles anders laufen.

Rückblick: Sommer 2007, die Spielzeit 2007/08 steht unmittelbar bevor und es gibt gleich mehrere große Aufstiegsfavoriten. Ganz vorne mit dabei: Der SV Kray. Mit zahlreichen namhaften Zugängen soll der Landesliga-Aufstieg ins Visier genommen werden. Doch es kam ganz anders: Nach vier Punkten aus den ersten sechs Spielen rückte der ersehnte Aufstiegsplatz in weite Ferne.

Obwohl vom Vorstand kein Druck aufgebaut wurde, dachte Möllensiep sogar zeitweise an den Rücktritt. "Klar, das war schon die zweite Saison, die so anfängt, da habe ich mir auch meine Gedanken gemacht. Kompliment nochmal an den Vorstand, der immer voll hinter mit gestanden hat, aber wäre es so weitergegangen, hätte ich aufgehört."

Kurios: Gerade die vermeintlichen Leistungsträger trugen zu der Misere bei. "So ein bisschen stehe ich auch vor einem Rätsel. Eigentlich läuft es aber, seit wir wieder mit unseren alten Kräften spielen. Bei den anderen hat es, zum Teil auch aus charakterlichen Gründen, einfach nicht gepasst." So zog es etwa Jani Orfanidis bereits in der Winterpause wieder zurück zu seiner alten Mannschaft ETB Schwarz-Weiß Essen II. "Ich kenne ihn schon lange, er ist ein absoluter Pfundskerl, aber da kamen viele Dinge zusammen, einiges auch eher aus der Kategorie Kindergarten, aber einige Leute haben sich durch bestimmte Äußerungen eben angegriffen gefühlt."

Aber alles Schnee von gestern, hofft der Trainer, denn für die Planungen der kommenden Serie will der Coach vermehrt auf Nachwuchs-Kräfte bauen. "Fünf Mann werden uns verlassen, oder ihre Karriere beenden. Diese Lücke wollen wir vor allem mit jungen, hungrigen Spielern füllen." Ein Umbruch, der nicht nur aus freien Stücken vorangetrieben wird: "Es gab einen kleinen finanziellen Einschnitt", nickt Möllensiep.

"Das ist aber nicht der alleinige Grund. Immerhin haben wir es mit namhaften Spielern versucht. Aber solche Leute sterben auf diesem Niveau einfach aus, bei uns beendet zum Beispiel mit Mike Pribyla, der mal einen Einsatz bei Rot-Weiss Essen in der Zweiten Liga hatte, ein recht prominenter Mann seine Karriere. Mit Namen gewinnst Du aber sowieso keine Spiele mehr." Nach positiven Gegenbeispielen muss der 38-Jährige gar nicht lange suchen: "Wenn man nach Freisenbruch schaut, wer hätte damit gerechnet, dass die da oben stehen. Oder Steele 03/20 - Wie viele junge Spieler die integriert haben, das ist auch ein Stück weit Vorbild für uns."

Mit der neuformierten Truppe gilt es dann zunächst, erfolgreicher aus den Startlöchern zu kommen, als in den beiden letzten Jahren, erklärt Möllensiep. In jedem Fall auch mit ihm an der Seitenlinie, denn er verlängerte seinen Vertrag in der letzten Woche um eine weitere Saison. Für die laufende Spielzeit sollen nach Möglichkeit aber auch noch ein oder zwei Tabellenplätze gut gemacht werden. "Man muss sich als Fußballer immer Ziele setzten. Deshalb peilen wir Platz fünf an, außerdem wollen wir noch den ein oder anderen da oben etwas ärgern."

Autor: Aaron Knopp

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