Im Interview: Hannes Wolf (ASC Dortmund 09)

"Die Mannschaft ist sehr intelligent"

Felix Guth
13. Oktober 2006, 14:31 Uhr

Hannes Wolff hat seit Beginn dieser Saison den Posten als Spielertrainer beim ASC 09 inne. Mit 25 Jahren dürfte er dabei einer der jüngsten Übungsleiter überhaupt sein. Vor dem Heimspiel gegen BW Alstedde am kommenden Sonntag (15 Uhr, Emscherstadion) plauderte der ehemalige Spieler des TuS Iserlohn und der zweiten Mannschaft von Bundesligist 1. FC Nürnberg im Interview mit revierkick.de über seine Vorstellungen von Fußball, seine Erfahrungen beim 1. FC Nürnberg und seine Ziele mit dem unangefochtenen Tabellenführer der Bezirksliga 8.

revierkick.de:Mit 25 Jahren schon auf dem Trainerposten - Wie kam es dazu?

Wolff: "Ich habe vorher schon eineinhalb Jahre einen B-Ligisten trainiert. Aplerbeck wollte mich dann eigentlich als Spieler haben. Doch dann ging da durch den Abstieg alles drunter und drüber und es gab das Angebot, als Spielertrainer zu arbeiten. Nur als Spieler hätte ich das in der Bezirksliga aber auch nicht gemacht. Es gab auch Angebote von höheren Vereinen, aber ich möchte Trainer sein."

revierkick.de:Wie ist der Eindruck vom Verein nach den ersten drei Monaten beim ASC?

Wolff: "Durchweg positiv. Ich kann hier meine Vorstellungen von Fußball durchsetzen, auch wenn die manchen Leuten etwas ungewöhnlich erscheinen. Viererkette und Raumdeckung funktionieren ja angeblich in dieser Liga nicht. Aber am wichtigsten ist, dass die Mannschaft eine gute Einstellung hat. Sie ist sehr intelligent und die Trainingseinstellung ist sehr gut. Die Jungs saugen den Leistungsgedanken auch im Training auf. Dadurch ist das Niveau sehr hoch."

revierkick.de: Was ist aus der Zeit in der Oberliga-Mannschaft hängen geblieben?

Wolff: "Ich habe ja leider nicht sehr oft spielen können, da ich oft krank und verletzt war. Aber vor allem taktisch lernt man da einiges. Das Meiste lerne ich jedoch in der Uni, wo ich Sportwissenschaften studiere. Im Umgang mit den Spielern gibt es eher Dinge, die ich so nicht machen möchte. Je höher man kommt, desto weniger wird gesprochen und das entspricht überhaupt nicht meinen Vorstellungen."

revierkick.de:[i]In der Mannschaft stehen eine Reihe erfahrener Spieler. Sind das die ersten Ansprechpartner, wenn es um taktische Dinge geht?[i]

Wolff: "Natürlich hole ich mir von Leuten wie Daniel Weies, Jörg Sauerland oder Tim Spitzer Meinungen ein. Aber die wichtigsten sind die jungen Spieler, die man noch formen kann. Den Jungs mit ihrer Oberliga-Erfahrung muss ich nicht mehr viel beibringen."

revierkick.de:Akzeptieren die über 30-Jährigen einen jüngeren Trainer?

Wolff: "Da gab es bislang keine Probleme. Zumindest keine, von denen ich weiß."

revierkick.de:Im Moment marschiert Aplerbeck vorne weg. Was könnte den Lauf noch stoppen?

Wolff: "Wir haben einen sehr kleinen Kader. Wenn uns da wie im Moment einige Stammspieler über eine längere Zeit ausfallen, wird es auf Dauer eng. Aber bislang haben wir diese personellen Probleme beeindruckend aufgefangen und die Spiele trotzdem hoch gewonnen. Wir dürfen es jetzt aber nicht schleifen lassen. Bei ein, zwei Niederlagen gehen die Diskussionen schnell los."

revierkick.de: Steht die Mannschaft unter Aufstiegsdruck?

Wolff: "Nein, ich habe Ruhe und Zeit. Der Verein ist im Umbruch und alle wissen, dass die Konkurrenz sehr groß ist."

revierkick.de:Welche sportlichen Ziele haben Sie?

Wolff: "Als Spieler möchte ich noch so gut sein wie es geht, aber ich sehe mich in erster Linie als Trainer. Als Option für meine Zukunft habe ich deshalb schon eine Trainer-Karriere im Blick, wenn auch nicht unbedingt hauptberuflich. Ich hänge sehr daran und es gibt mir viel, wenn ich den Ehrgeiz der Spieler wecken kann. Es ist ja nicht nur eine sportliche Sache, sondern auch menschlich reizvoll. Man hat eine soziale Verantwortung."

revierkick.de:Schnell noch der Blick auf den Liga-Alltag - Wie sieht es vor dem Spiel gegen Alstedde aus?

Wolff: "Uns fehlen sechs Spieler und deshalb müssen wir vor allem in der Abwehr einiges umstellen. Wichtig ist vor allem, dass wir nicht zu viel an das Spiel gegen Weddinghofen am 22. Oktober denken. Wir dürfen den zweiten Schritt nicht vor dem ersten machen."

Autor: Felix Guth

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