Drei Gegentore gegen Borussia Dortmund, zwei Stück in Wolfsburg und gestern wieder drei Einschläge beim 2:3 gegen Stuttgart: Die Defensive wird zum großen Duisburger Problem im Abstiegskampf. Hinzu kamen gegen die keineswegs überragenden Schwaben auch noch unerklärliche 45 Minuten.
MSV-Trainer Rudi Bommer wunderte sich:

MSV: 2:3 (0:2) gegen Stuttgart/Defensive erneut im Wackel-Zustand

Erst Donnerwetter, dann Schock

tt
17. Februar 2008, 11:06 Uhr

Drei Gegentore gegen Borussia Dortmund, zwei Stück in Wolfsburg und gestern wieder drei Einschläge beim 2:3 gegen Stuttgart: Die Defensive wird zum großen Duisburger Problem im Abstiegskampf. Hinzu kamen gegen die keineswegs überragenden Schwaben auch noch unerklärliche 45 Minuten.
MSV-Trainer Rudi Bommer wunderte sich: "Die erste Hälfte hat mir überhaupt nicht gefallen. Da sind wird ohne Herz, Leidenschaft und Angst aufgetreten, Nichts von dem, was wir uns vor der Partie vorgenommen hatten, stimmte, passte und ist eingetroffen." Das Führungstor des amtierenden Meisters hatte mit Profi-Abwehrarbeit überhaupt nichts zu tun.

"Da frage ich mich, warum wir fünf gegen eins im Strafraum stehen und keiner Mario Gomez am Kopfball hindert? Da ist auch schon Unvermögen dabei. Das war das Brutalste, was ich in meiner Karriere als Spieler und Trainer je erlebt habe. Deshalb musste ich in der Pause auch Mal richtig laut werden und die Jungs ordentlich zusammenstauchen", meinte der 50-Jährige.[box_rsprint]

Kollege Armin Veh, der seine weiße Weste gegen Kollege Bommer behielt, stellte zufrieden fest: "Wir hatten uns vor der Partie vorgenommen, erst einmal defensiv zu agieren. Das ist uns in den ersten 45 Minuten gut gelungen. Zudem haben wir einige Möglichkeiten heraus gespielt und diese auch in zwei Tore umgemünzt. Allerdings hätten wir zur Pause auch höher führen müssen."

Nach Wiederanpfiff machten die Zebras endlich Dampf, Stuttgart wurde kräftig bearbeitet. "Nach dem 1:2-Anschlusstreffer von Claudiu Niculescu sind wir mitten in der Partie gewesen. Spielwitz. Leidenschaft, Kampfeswille und Einsatz waren dann zu sehen. Wir haben gut agiert und sind folgerichtig zum Anschluss gekommen", freute sich Bommer.

Dass ausgerechnet der zuletzt vielgescholtene und kriselnde Manasseh Ishiaku eine feine Tiffert-Vorarbeit zum 2:2 nutzte, schien die Duisburger Welt wieder ins Reine zu bringen. Doch am Ende präsentierte sich das gewohnte Bild: Hängende Köpfe, jubelnde Gäste. "Was dann wieder einmal fehlte, war den Sack zuzumachen und die Führung zu erzielen. Am Ende kriegen wir wieder so ein dummes Tor, das uns um den Lohn der Arbeit bringt. Erneut haben wir alles gegeben, alles abgerufen – aber wieder ohne etwas Zählbares dafür zu bekommen", seufzte Bommer und bilanzierte: "Alles das, was in der zweiten Halbzeit passierte, haben sich die Jungs selbst erarbeitet. Das hatte nichts mit Glück zu tun. Doch plötzlich fallen wir aus den gepackten Koffern und geben alles wieder her – und schenken Stuttgart den Siegtreffer in der Nachspielzeit."

Dass die Atmosphäre auf dem Weg in die Umkleide brodelte, es diverse Flüche und Tritte gegen Kisten und Türen gab, ist angesichts des aufgestauten Ärgers verständlich. "Die Jungs saßen nach dem Abpfiff mit gesenkten Häuptern in der Kabine. Jetzt gilt es, die Mannschaft wieder moralisch aufzurichten und auf das Match gegen Bielefeld vorzubereiten, blickt Bommer nach vorne. Umstellungen sind erneut vorprogrammiert: Mit Olivier Veigneau (Innenband-Dehnung) und Ivo Grlic (Rippenanbruch) stehen zwei Spieler auf der Kippe.

Autor: tt

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