Die Talentschmiede soll weiter hitzig glühen bei Rot-Weiss Essen. Bis zum Saisonende sorgt dafür das Coach-Gespann Sven Demandt und Markus John, in der nächsten Spielzeit wird es bei dieser Job-Besetzung ein anderes Duo geben. Bleiben wird auf jeden Fall Kai von der Gathen (O-Ton: „Ich bin aber nicht adelig“), der Innenverteidiger hat noch einen Vertrag bis 2009.
Der 1,90-Meter-Kerl absolviert sein viertes RWE-Jahr.

RWE A-Jugend: Vor Profi-Traum wartet auf von der Gathen noch Aachen

Kind des Essener Nordens mit viel Ehrgeiz und Familienbande

og
07. Februar 2008, 17:50 Uhr

Die Talentschmiede soll weiter hitzig glühen bei Rot-Weiss Essen. Bis zum Saisonende sorgt dafür das Coach-Gespann Sven Demandt und Markus John, in der nächsten Spielzeit wird es bei dieser Job-Besetzung ein anderes Duo geben. Bleiben wird auf jeden Fall Kai von der Gathen (O-Ton: „Ich bin aber nicht adelig“), der Innenverteidiger hat noch einen Vertrag bis 2009.
Der 1,90-Meter-Kerl absolviert sein viertes RWE-Jahr.

Gewissermaßen ein Mann mit Stallgeruch. „Ich war auch vorher immer Fan.“ Kein Wunder als Kind des Essener Nordens. „Ich wohne zwei Kilometer vom Stadion entfernt.“ Es gab klassische Vorab-Stationen wie TuS Helene und Juspo Altenessen, dazu auch den ETB. Jetzt gilt es für RWE – und an der Schule. Der vierfache Kopfballtorschütze (O-Ton: „Alle nach Standards“) besucht sehr zielgerichtet sein Robert Schumann Berufskolleg. „Im Mai steht das Fachabi an, danach will ich eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich angehen.“

Auf dem Platz wird hinten dicht gezimmert, „ansonsten habe ich aber mit handwerklichen Fähigkeiten nicht viel am Hut“, grinst von der Gathen. Dabei war doch Vater Otto ein dementsprechendes Talent, der fast immer bei den Matches ist, was auch für Mutter Heike und Großvater Friedhelm gilt. Der Enkel stolz: „Meinem Opa habe ich sehr viel zu verdanken, er hat mich früher permanent zum Training und zu den Spielen gefahren, weil meine Eltern immer berufstätig waren.“ Familienbande ist immer gut.

Dazu natürlich auch die zu Freundin Lorena, die seit vier Monaten besteht. „Das bleibt auch so“, gesellen sich beim Gedanken an die Abiturientin zum von der Gathen-Lächeln noch hell leuchtende Augen, „da bin ich mir absolut sicher.“ Warum auch nicht, das Mädel ist gleichfalls ständig bei den Begegnungen, hat ihre Wurzeln auch im Essener Norden – es läuft!

Sportlich soll es beim 79-Kg-Schlaks auch erfolgreich weiter gehen. „Klar möchte ich irgendwann Teil der ersten Mannschaft sein.“ Allerdings spinnt der junge Mann nicht rum. „Ich rede bestimmt nicht davon, sofort Bundesligaspieler zu sein, aber natürlich habe ich den Traum, Profi zu werden.“ Er ist nicht der einzige Youngster, der diese Gedanken pflegt. Als Jungjahrgang darf er aber oben noch nicht einmal in Testmatches eingesetzt werden, da RWE nur Drittligist ist und kein Leistungszentrum hat.

Der Akteur ist angenehm sachlich. „Die Schule und eine Ausbildung sind mir und meinen Eltern schon wichtig. Keiner weiß doch, was passieren kann, wie schnell kommt eine Verletzung dazwischen.“ Die Unterstützung ist zuhause da. Von der Gathen: „Mein Vater sagt immer, konzentriere dich erst einmal auf die Schule, dann sehen wir, was noch kommt.“ Auch sympathisch sachlich. Der defensive „Verhafter“ absolvierte eine bescheinigte gute Hinrunde. „Die Coaches sagen mir, dass ich jetzt am Ball bleiben muss“, freut sich von der Gathen über das Lob, „dann kommt alles von alleine.“ Leistung muss immer belohnt werden. Von der Gathen: „Ein guter Satz.“

Niklas Andersen ist das jüngste Beispiel, dass man es aus der U19 direkt in die erste Mannschaft packen kann. „Einstellung und Charakter sind wichtig“, grübelt von der Gathen, „der Druck ist hoch. Es gibt nicht viele junge Spieler, die sich durchsetzen.“ Er will dazu gehören, ohne „dass ich mir ein Zeitlimit setze“. Oder anders: „Man muss Geduld haben.“ Um dann nachzueifern. „Ich finde Akteure wie die Bremer Naldo oder Per Mertesacker richtig gut.“ Ohne das er den Begriff Vorbild in den Mund nimmt. Das Hirn ist wichtig, die Physis aber auch: „Zweikampfverhalten, Schnelligkeit, Kopfballstärke“, zählt von der Gathen auf.

Alles für sein großes Ziel. „Es wäre riesig, irgendwann für RWE auch oben aufzulaufen. Vielleicht sogar in diesem neuen Stadion, das geplant wird.“ Erst einmal wartet am kommenden Sonntag jedoch die U19 von Alemannia Aachen (10 Uhr). „Wir gehen das an, wir wollen Platz fünf in der Tabelle behaupten.“ Was am Ende der Spielzeit ein echter Meilenstein für den Club wäre – somit auch nicht schlecht für den Lebenslauf des Talents von der Gathen.

Autor: og

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